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Zum Schauen und Mitmachen

Wiesenthal: Das Dorfaktivmuseum lädt zu einer Vorführung ein, bei der man sich auch selbst ausprobieren kann

WIESENTHAL Mit Mitmach-Aktionen will das Dorfaktivmuseum in Wiesenthal sein Angebot erweitern. Den Auftakt gibt es am kommenden Sonntag, 23. Juli. Um das Goldwaschen in Thüringen soll es dann gehen.

Authentische Ausstellungsstücke, oft Leihgaben aus dem Ort, machen die Sonderausstellung sehenswert. Foto: Göring   » zu den Bildern

WIESENTHAL Mit Mitmach-Aktionen will das Dorfaktivmuseum in Wiesenthal sein Angebot erweitern. Den Auftakt gibt es am kommenden Sonntag, 23. Juli. Um das Goldwaschen in Thüringen soll es dann gehen. Die Mitglieder des Vereins für Heimat- und Ortsgeschichte wollen nach Möglichkeit künftig einmal im Monat einen Einblick in Traditionen und altes Handwerk geben.

INFO

Das Dorfaktivmuseum hat sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Dauerausstellung thematisiert das ländliche Leben zu früheren Zeiten. Die derzeitige Sonderausstellung beschäftigt sich mit dem Ersten Weltkrieg und den Auswirkungen auf die Daheimgebliebenen und die Soldaten, die an der Front waren.

Sonntag, 23. Juli: ab 14 Uhr zum Thema Goldwaschen

Sonntag, 13. August: ab 14 Uhr, Vorstellung Seilerhandwerk


"Es heißt ja auch Aktivmuseum", erläutert Vereinsvorsitzende Regina Günther, die Neuigkeit. Außerdem: Kleine, ländliche Museen müssen sich etwas einfallen lassen, wollen sie gegen die bekannten und seit Jahrzehnten etablierten Einrichtungen bestehen. Da trifft es sich gut, dass sich ein Mitglied des Vereins für Heimat- und Ortsgeschichte mit Mineralien beschäftigt und eben auch mit dem Goldwaschen. Am 23. Juli (ab 14 Uhr) wird nicht nur in der Theorie berichtet, wo in Thüringen man das begehrte Edelmetall aus welchem Flussbett mühevoll und in kleinsten Teilchen waschen kann. Es gibt auch eine Vorführung und Kinder können im extra mitgebrachten Flusssand ihre Schätze finden.

Am 13. August kann man sich über das Seilerhandwerk informieren, das auch in Wiesenthal ausgeübt wurde, weiß Regina Günther. "Im Nebenerwerb. Zwei bis drei Bauern hatten hier Seilerwinden. Seile käuflich zu erwerben, wäre für viele zu teuer gewesen", sagt sie.

Dass der kleine Ort früher nicht gerade mit Reichtum gesegnet war, soll auch die nächste kombinierte Sonderausstellung zeigen, die ab Frühjahr nächsten Jahres im Dorfaktivmuseum zu sehen sein soll. Diese Ausstellung besteht zum einem aus den Exponaten und Schriften, die aus Anlass der Gedenkfeierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Schlacht am Nebelberg im bayrisch-preußischen Krieg unter der Überschrift "1866 - und Wiesenthal war mittendrin" in der Kirche zu sehen waren. Zum anderen wird das Thema Auswanderung aufgegriffen, denn etliche Wiesenthaler suchten ihr Glück in der Ferne, vor allem in Nordamerika.

Dabei vollzog sich das Auswandern in zwei größeren Wellen. Die Letzte setzte eben nach den Einigungskriegen ein, zu denen die bayrisch-preußische Auseinandersetzung gehörte. "Die Leute hier waren ja bettelarm und mussten dann auch noch die Truppen versorgen. Die Flur war nach der Auseinandersetzung verwüstet", ergänzt die Vorsitzende des Vereins für Heimat- und Ortsgeschichte.

So soll die Ausstellung wieder mit zahlreichen authentischen Exponaten bestückt werden, ähnlich wie es bei der noch laufenden Sonderschau zum Ersten Weltkrieg gelungen war. Diese Sonderausstellung haben inzwischen etwa 650 Besucher gesehen, berichtet Regina Günther. Und das sei für ein so kleines Museum eine beachtliche Zahl.

Jedes Jahr des Ersten Weltkriegs wird extra betrachtet. Dabei werden vor allem die Lebensumstände in Wiesenthal und der Region detailliert geschildert und den Kriegsgeschehnissen an der Front gegenübergestellt.

Diese Form der Aufarbeitung fand auch überregional Beachtung. Teile der Wiesenthaler Ausstellung werden quasi als Duplikate im Technik-Museum in Kassel gezeigt in Verbindung mit Medizintechnik, wie sie während des Ersten Weltkrieges in den Lazaretten und an der Front in Gebrauch war.

Diese Sonderausstellung in Wiesenthal besteht größtenteils aus Leihgaben von Bürgern aus dem Ort und der Umgebung, Vor allem die aufwendig gestalteten Informationstafeln ließ der Heimat- und Geschichtsverein extra anfertigen. Weitere Teile gehören zum Bestand des Museums.

Nach dem Abbau der Sonderausstellung werden die Stücke also entweder ihren Besitzern zurückgegeben oder im Depot eingelagert. Einiges, so Regina Günther, könne man gewiss für spätere Sonderausstellungen wieder verwenden.

Die Dauerausstellung im unteren Bereich des Fachwerkhauses in der Ortsmitte beschäftigt mit dem ländlichen Leben. Auch ein alter Kaufmannsladen gehört zur Einrichtung. Der Verein für Heimat- und Ortsgeschichte bietet während der Öffnungzeiten sonntags von 14 bis 18 Uhr in einem kleinen Café hausgemachten Kuchen und Kaffee an.

Noch im Jahr 2008 befand sich das Fachwerkhaus am Dorfplatz in privater Hand. Belegt ist, dass das Objekt 1903 aufgestockt wurde, Teile des Gebäudes, vor allem der Keller, sind also älter. Das Haus in irgendeiner Weise zu erhalten, mit diesem Gedanken trugen sich einige Wiesenthaler, die sich im Verein für Heimat- und Ortsgeschichte zusammentaten. Er stieß in Abstimmung mit der damaligen Eigentümerin erste Sicherungsmaßnahmen an. 2009 erwarb die Gemeinde das Anwesen. Mithilfe von Fördermitteln erfolgte die schrittweise Sanierung und die Einrichtung des Museums, das im Jahr 2013 eröffnet werden konnte. Das Museum betreibt der Verein für Heimat- und Ortsgeschichte. yv

    
    

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