» zur Übersicht Suhl/Zella Mehlis
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Denkmaltag: Wenn historische Baukunst erlebbar wird

Unter den Dächern von Kirchen, Pfarrhaus und Fuhrmannshof in Suhl

SUHL Wer kommt schon auf die Idee, sich einfach so den Dachstuhl des bewohnten Pfarrhauses in Suhl-Heinrichs anschauen zu wollen, das 1627/28 errichtet worden ist und unbeschadet die Brandschatzung der Kroaten nur wenig später 1623 überstanden hat? Wer würde einfach so den Küster oder Pfarrer

Die Zimmerermeister Martin Hellmann (l.) und Knut Günther sind Partner des diesjährigen Denkmaltages in Suhl. Beide waren auf der Walz und berichteten bereits am Freitag in der "Alten Post" von ihren Erfahrungen. Am 9. September stellen sie sowohl ihr Handwerk, als auch ihr Werkzeug vor. Foto: Lemme  

SUHL Wer kommt schon auf die Idee, sich einfach so den Dachstuhl des bewohnten Pfarrhauses in Suhl-Heinrichs anschauen zu wollen, das 1627/28 errichtet worden ist und unbeschadet die Brandschatzung der Kroaten nur wenig später 1623 überstanden hat? Wer würde einfach so den Küster oder Pfarrer fragen, ob er sich unter dem Dach der Kirche einmal genauer umschauen dürfte? Wer würde bei Suhlern klingeln, die gerade ein historisches Gebäude sanieren, um sich ein Bild davon zu machen, welch handwerkliche Fähigkeiten sich einst darin verewigten und jetzt wieder gebraucht werden?

Zum Tag des offenen Denkmals ist das alles möglich. Denn Holz ist das große Thema in diesem Jahr zu dieser beliebten europaweiten Veranstaltung, die Denkmalschutz erlebbar macht. Holz-Dachstühle sind das große Thema in Suhl. Und damit hat Stadtkonservator Uwe Jahn einen Schwerpunkt gewählt, der interessante Einblicke ermöglicht. Er hat kompetente Partner gefunden, die ehrenamtlich die einmaligen Orte erklären. Denn öffentlich zugänglich sind an diesem besonderen Tag, dem 9. September, von 14 bis 18 Uhr wieder verschiedene Orte, zu denen sonst nur wenige Zugang haben. Und dazu zählt auch einer der ältesten Dachstühle Suhls, der im 15. Jahrhundert errichteten Kirche St. Ulrich in Heinrichs, erklärt von Architektin Adelheid Dietrich. Vor der Kirche werden Zimmermannstraditionen von Zimmerermeister Knut Günther präsentiert, das Handwerk sowie das Werkzeug vorgeführt und vorgestellt. Der 37-Jährige von den "Rechtschaffenden Fremden Gesellen" war von 1997 bis 2000 auf der Walz. Ebenfalls noch original ist der Dachstuhl des Pfarrhauses daneben, an dem die Meister Michael Hoffmann und Wolf Kühnen einst die Zimmererarbeiten ausgeführt haben, so Uwe Jahn. Bau-Ingenieur Günter Mahr stellt hier das Dachwerk vor sowie Pfarrer Ulrich Prüfer entsprechende - heute teilweise unglaublich erscheinende - Geschichten. Dendrochronologische Untersuchungen haben ergeben, dass das Gebälk des liegenden Stuhls mit großem Dachraum, aus dem Jahr 1920 stammt. "Eine sehr elegante Lösung", bezeichnete Uwe Jahn dieses Bauwerk, das nur mit Holznägeln verbunden ist. Auch eine Holztreppe mit Blockstufen, die aus dem vollen Holz geschlagen ist, kann im giebelständigen Fachwerk-Pfarrhaus besichtigt werden.

Fortsetzung auf Seite 3

    
    

Diesen Artikel

    
    

aktuelle Verlagsbeilagen

Berufsbildungsmagazin November 2016
Berufsbildungsmagazin
    
    

Online-Anzeigenannahme 

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben? Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen. »mehr
    
    

Herz trifft Herz 

Sie suchen einen netten Partner oder die große Liebe? Dann sind Sie bei amio Singlesuche genau richtig! »mehr
    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, technischen Angaben und vielen weiteren Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr