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Edel-Automobil-Schatz von sechs Metern Länge in Suhl

Ein Ereignis für Kenner: "Stoewer D12 V" aus hessischer Familiensammlung - Bald im Fahrzeugmuseum

SUHL/WEILBURG Die Suhler Simson-Automobilfreunde dürfen sich glücklich schätzen, dass sie zu Frau Renate Cornel aus dem hessischen Weilburg ein enges und freundschaftliches Verhältnis haben.

  • Bei Oldtimerfreunden wie Gerhard Heß (r.) und Dietrich-Peter Orban dürften sich bei der ersten Ausfahrt die Haare aufgestellt haben. Foto: privat
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SUHL/WEILBURG Die Suhler Simson-Automobilfreunde dürfen sich glücklich schätzen, dass sie zu Frau Renate Cornel aus dem hessischen Weilburg ein enges und freundschaftliches Verhältnis haben. Es wurde durch ihren verstorbenen Mann, Hermann Cornel, der eine Leidenschaft für Simson-Automobile pflegte, Ende der 1980-er Jahre begründet und bis heute weiter gepflegt. Schon in der Vergangenheit stellte die Familie Cornel ihre Simson-Automobile als Leihgaben dem Suhler Fahrzeugmuseum zur Verfügung. Nun ist es ein "Stoewer D12", der aus der Familiensammlung nach Suhl gebracht werden konnte.

Von 1897 bis 1944 produzierte man in Stettin hochwertige und fortschrittliche Motorwagen. Die Firma "STOEWER" gilt als Pionier in der Konstruktion von 6-Zylindermotoren in Deutschland. Aber auch die 4-Zylindertypen waren nach dem Ersten Weltkrieg ein erstzunehmender Konkurrent, so z.B. für die Generation der "obengesteuerten Simson-Automobile" zu Langstrecken- und Leistungsfahrten im Zeitraum 1920 bis 1924. Zum 1. Avus-Rennen am 24. September 1921 standen "Stoewer-Rennwagen" ebenso am Start, wie die zwei Simson-Eigenbaumodelle aus Suhl.

Die Brüder Emil und Bernhard Stoewer begannen ihre Konstruktionstätigkeit 1897 zunächst für Motordreiräder. Spätere Entwicklungen mussten zu Gunsten des Flugmotorenbaus für den Ersten Weltkrieg ad acta gelegt werden. Der nach Deutschland emigrierte russische Ingenieur Boris Loutsky schaffte es nach Kriegsende, aus Restbeständen des Flugmotorenbaus eine D-Serie für Stoewer zu konstruieren, die als D5, D6 und D7 einen guten Absatz hatten.

Der qualitative, technische Sprung gelang jedoch der Firma Stoewer 1923 mit der Entwicklung eines robusten 6-Zylinder Aggregats, das einen Hubraum von 3107ccm und 45 PS besaß. Damit konnte man mehr als 100 km/h fahren. Die Produktion startete noch 1923. Das Modell erhielt die Typenbezeichnung "D 12". Schon ein Jahr später änderte sie sich in "D 12V", da man mit dem "V" das nunmehr eingebaute Vierradbremssystem dokumentieren wollte. Simson-Automobile hatten ein solches Bremssystem schon ab 1920.

Nun wird dieser "Stoewer D12" aus dem Jahre 1924 den Museumsfundus des Fahrzeugmuseum Suhl bereichern. Die Bereitschaft von Renate Cornel, ihn in Suhl öffentlich zugänglich zu machen, wird von den hiesigen Oldtimerfreunden dankbar anerkannt. Wer das Fahrzeug sieht, ist begeistert! Durch private Initiativen konnte es nach Suhl per "Huckepack" transportiert werden und steht nunmehr zur Besichtigung und Bewunderung für alle Liebhaber des alten Blechs bereit. Ein Besuch lohnt, denn dieses ganz besondere technische Zeitdokument passt ausgezeichnet in den Bestand der Supra-Kollektion hinein. Apropos "passt hinein": Um ein Haar wäre es kompliziert geworden, den "Stoewer" auf der vorhandenen Museumsfläche unterzubringen, denn er hat die stattliche Länge von fast 6 Metern! Und noch etwas gibt es zu bewundern: Die Leihgabe hat das jahrzehntelange Statussymbol der noblen Automobilmarke auf der Frontpartie: Es ist der gekrönte, pommersche Greif, der dem Auto eine zusätzliche nostalgische Optik verleiht.

D.-P. Orban/red

    
    

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