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Ausflugsziel und Aussichtspunkt: Kunstruine Frankenstein ist saniert

190 000 Euro wurden investiert/Amt für Flurneuordnung und RAG LEADER mit im Boot

BAD SALZUNGEN Ruinen bedürfen von Zeit zu Zeit der Zuwendung. Auch dann, wenn sie eigentlich gar nicht Überreste früherer Zerstörung oder totaler Gleichgültigkeit sind. Schon als Ruine erbaut wurde das Gemäuer auf dem Frankenstein.

Stein für Stein saniert: die Kunstruine Frankenstein. Foto: Göring  

BAD SALZUNGEN Ruinen bedürfen von Zeit zu Zeit der Zuwendung. Auch dann, wenn sie eigentlich gar nicht Überreste früherer Zerstörung oder totaler Gleichgültigkeit sind. Schon als Ruine erbaut wurde das Gemäuer auf dem Frankenstein. Das künstliche Gebilde stammt aus dem Jahr 1891 und wurde jetzt umfassend saniert.

Reinigung, Festigung, Ergänzungen, neue Fugen - die Sanierung der Steine des Gemäuers beinhaltetet zahlreiche Schritte, wie ein Vertreter der Firma Steinkonservierung in der Denkmalpflege Stephan Scheidemann aus Friedrichroda aufzählte. Alle Schäden wurden beseitigt. Ziel sei es gewesen, so der Experte, den Bestand als solches zu erhalten und damit auch das gesamte Gestaltungskonzept.

"Die Ruine wird noch viele Geschlechter überstehen", ist sich Antje Rimpach von Rimpachplan sicher. Das Büro hatte die Planung und Bauüberwachung übernommen. Als Sicht- und Landschaftspunkt sei die Kunstruine Frankenstein vom Moorgrund, vom Thüringer Wald und auch vom Pleß aus weithin sichtbar. Sie sei jetzt fast schöner, als zu der Zeit, als sie erbaut wurde. Probleme hatte vor allem die Dachabdichtung bereitet. Sorgen machten auch die Steine, die teilweise gelockert waren - nicht zuletzt in der Mauerkrone.

Als "Perle im Werratal" bezeichnete Knut Rommel, Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung in Meiningen, die Kunstruine. Auch er unterstrich, dass der Frankenstein regionale Ausstrahlung habe, "und wenn man ein solches Gebäude hat, muss man es auch gestalten." Nicht nur die Ruine selbst, sondern auch der Spielplatz und die Gestaltung des Vorplatzes könnten sich sehen lassen.

Lob gab es von Rommel auch für das generelle Engagement im Bad Salzunger Ortsteil Kloster in Sachen Dorferneuerung.

Insgesamt vier Monate nahm die Sanierung der Kunstruine in Anspruch. Eingebunden waren neben den Planern und den Steinkonservatoren auch Firmen aus Bad Salzungen, Wünschensuhl und Mechterstädt.

Zum Gestaltungskonzept gehört die Beleuchtung der Kunstruine in den Nachtstunden, kündigte Bürgermeister Klaus Bohl an. Die Installation der Anlage steht noch an.

Schon vor 16 Jahren wurden Restaurierungsarbeiten an der Kunstruine durchgeführt, blickte Bohl zurück. Dabei wurde auch die alte Holztreppe durch eine Wendeltreppe ersetzt.

Seitdem steht auch der Aussichtsturm den Besuchern wieder offen. Der sollte, so ließ es der Bürgermeister wissen, bei der Erbauung ab dem Jahr 1888 eigentlich 15 Meter hoch werden. Die finanzielle Situation ließ seinerzeit aber nur zehn Meter zu. Der Entwurf zum Gemäuer stammt von einem Meininger Baumeister und wurde, so Bohl, vom Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen mit einer persönlich vorgenommenen Änderung genehmigt. Mit dem Bau, der 1891 eingeweiht wurde, wollten die Freunde des Frankensteins an die Geschichte der Frankensteiner und der zerstörten Burg Frankenstein erinnern. Sie ist heute ein Bodendenkmal mit Wällen und Gräben. Seit 1923 hat sich auch die Frankensteingemeinde dem Erhalt der Kunstruine und der Brauchtumspflege verschrieben. Sie schufen die Klause und die Wehnerhalle.

Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände rund um die Kunstruine als Ferienlager des Hartmetallwerks Immelborn genutzt. Aus dieser Zeit stammen auch die Übernachtungshäuschen. Sie dienen heute als Vereinshäuser. Präsent sind auf dem Frankenstein neben der Frankensteingemeinde die Klösterer Karnevalisten, die Wanderabteilung von Wacker Bad Salzungen, die Gambrinus-Bruderschaft Bad Salzungen, und der Rhönklub-Zweigverein Bad Salzungen.

190 000 Euro flossen in die jetzt abgeschlossene Maßnahme. Von den zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von

138 000 Euro gab es eine Förderung über LEADER in Höhe von 60 Prozent (83 000 Euro). Der Eigenanteil der Stadt lag laut Bohl bei 107 000 Euro.

Dankesworte für die Sanierung gab es vom Vorsitzenden der Frankensteingemeinde, Achim Weih und von Ortsteilbürgermeister Rolf Lüttich.

yv

    
    

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