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Der Vorhang fällt für den Förderverein KurTheater

Die Kulturfreunde sehen ihre Aufgabe als erfüllt an, nämlich das Theater künstlerisch und baulich zu erhalten

BAD LIEBENSTEIN Eine lachende und eine weinende Maske symbolisieren Komödie und Tragödie und das Theater insgesamt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden sich die Mitglieder des "Fördervereins KurTheater e.V.

Um das Kurtheater, jetzt wieder Comödienhaus, und seinen Betrieb kümmerte sich der Förderverein jahrelang. Nun verabschiedet er sich mit einem erstklassigen Ballettprogramm des Nationaltheaters Mannheim. Foto: Göring  

BAD LIEBENSTEIN Eine lachende und eine weinende Maske symbolisieren Komödie und Tragödie und das Theater insgesamt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden sich die Mitglieder des "Fördervereins KurTheater e.V. Bad Liebenstein" nun von der Bühne. Und sie tun das in der Gewissheit, ihre Aufgabe erfüllt zu haben. Das kleine Theater wurde vor dem Verfall bewahrt, erlebte in den letzten Jahren sogar erhaltende Investitionen. Das Wichtigste aber: Dem Förderverein gelang es, einen regelmäßigen Spielbetrieb zur organisieren. Diese Aufgabe ruht seit diesem Jahr in den Händen des neu berufenen Intendanten Dr. Christian Storch.

Wieder wachgeküsst hat der Förderverein, der 2007 aus dem schon fünf Jahren zuvor eben von Dr. Christian Storch gebildeten Arbeitskreis Kurtheater hervorgegangen war, den mehr als 200 Jahre alten klassizistischen Bau aus dem Dornröschenschlaf. "Denn", so weiß Gründungsmitglied Jürgen Biedermann noch genau, "der Theaterbetrieb war eingeschlafen." Der Begriff "Kur" war nicht nur schmückendes Beiwerk für die Bezeichnung der Spielstätte. Er stand sozusagen auch für die enge Verzahnung von Kurverwaltung und Kurtheater. Eben jene Kurverwaltung wurde 2002 vom Land Thüringen aufgelöst. Das Theater ging in kommunale Hand über. Wie nun weiter? Diese Frage trieb den Arbeitskreis Kurtheater um.

Ein Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Förderverein ermöglichte die Bespielung des mit 300 Zuschauerplätzen ausgestatteten Theaters, das nicht nur klein ist, sondern sich auch zwischen den beiden großen regionalen Theaterstandorten Meiningen und Eisenach behaupten musste. Und das ist ihm als reines Bespieltheater gelungen.

Die räumliche Nähe zu Meiningen und Eisenach machte sich der Förderverein auch zunutze, und holte in der Vergangenheit mehrfach Produktionen auch dieser beiden Häuser ins Kurtheater. Aus dem gesamten Bundesgebiet wurden Gastspiele organisiert - vom Kabarett über Ensembledarbietungen bis zu Programmabenden einzelner Künstler fast aller Genres. "Wir hatten oft ausverkaufte Vorstellungen", blickt Jürgen Biedermann zurück. Dabei traute sich der Förderverein auch, Gastspielprogramme mit hohem Anspruch nach Bad Liebenstein zu holen. Was das Publikum nicht immer mit entsprechenden Kartenverkaufszahlen honorierte und dazu führte, dass in einem solchen Fall auch schon mal das Musikzimmer des Palais Weimar genutzt wurde, weil das Theater zu groß gewesen wäre.

Eine treue Publikumsgemeinde füllt den Zuschauerraum inzwischen nicht nur aus Bad Liebenstein und der unmittelbaren Umgebung, sondern auch aus der Vorderrhön, dem Raum Vacha und dem Bereich Schmalkalden. Auch sei es gelungen, die Gruppe der Gesundheitstouristen für das Theater zu interessieren, so Biedermann.

Den Vorsitz des Fördervereins übernahm 2017 Fritz Lauterbach von seinem langjährigen Vorgänger Dr. Jochen Retzlaff. "Es ist wie bei anderen Vereinen auch: Es ist schwer, jüngere Mitglieder zu gewinnen, die sich in den Verein einbringen. Hinzu kommt, dass unser Durchschnittsalter schon immer hoch war", sagt Jürgen Biedermann. Die 40 Mitglieder hätten von Anfang an den Leitgedanken verfolgt, das Kurtheater, das jetzt wieder Comödienhaus heißt, so lange organisatorischen zu unterstützen, bis es die Stadt wieder selbst könne. Und dies sei jetzt mit den neu geschaffenen hauptamtlichen Strukturen gegeben.

Der Förderverein beschloss auf der jüngsten Jahreshauptversammlung seine Auflösung. Mit einer Abschlussveranstaltung am kommenden Dienstag, 10. Juli, möchte er sich aus der Öffentlichkeit verabschieden, um sich bei Mitgliedern, Sponsoren und Unterstützern zu bedanken.

Es ist dem Verein gelungen, mit dem Ballett des Nationaltheaters Mannheim unter Leitung des Intendanten und Chefchoreographen Stephan Thoss, ein herausragendes mehrfach international ausgezeichnetes Ensemble für diesen Abend zu gewinnen (siehe Seite 3). yv

    
    

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