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Bündnis formiert sich gegen Suedlink

2133 Unterschriften gegen mögliches Gleichstrom-Erdkabel in West- und Südthüringen

Seit über einem Jahr wehren sich Landkreise, Kommunen, Bürger und Unternehmen in West- und Südthüringen gegen eine Erdverkabelung in ihren Regionen als Teil einer großen Nord-Süd-Stromtrasse.

Sie haben eine gemeinsame Erklärung gegen den Suedlink formuliert: Bürgermeister Uwe Möller (Eisenach), Landrätin Peggy Greiser (Schmalkalden-Meiningen) und Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis). Ein Vertreter des Unstrut-Hainich-Kreises konnte am Dienstag nicht nach Bad Salzungen kommen. Foto: Göring  

BAD SALZUNGEN Nun haben sich der Unstrut-Hainich-Kreis, der Wartburgkreis, die Stadt Eisenach und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt, um den Widerstand gegen den Suedlink effektiver voranzutreiben, wie die kommunalen Vertreter am Dienstag im Bad Salzunger Landratsamt erläuterten.

Zwar steht noch nicht fest, durch welchen Korridor das Stromkabel laufen soll. Aber Netzbetreiber Tennet, mit dem Ausbau beauftragt, hat schon zu erkennen gegeben, dass er die Variante durch West- und Südthüringen für die beste hält. Ganz anderer Ansicht ist man in den davon betroffenen Gebieten. Und auch das Land Thüringen hält davon nichts und hat eine Klage gegen die auftragserteilende Bundesnetzagentur in Aussicht gestellt. Der Freistaat meint, dass man die Alternativtrasse weiter westlich (sie würde durchs östliche Hessen verlaufen) nicht ausreichend geprüft habe.

So sehen es auch die Vertreter der eingangs erwähnten Gebietskörperschaften. Der Widerstand auf dieser kommunalpolitischen Ebene hat sich inzwischen als "Salzunger Bündnis" formiert. Mehr noch: Peggy Greiser (Landrätin Schmalkalden-Meiningen), Uwe Möller (Bürgermeister Eisenach), Reinhard Krebs (Landrat Wartburgkreis) und der Unstrut-Hainich-Kreis bekunden, sich mit ihren Gebietkörperschaften auch dem Verein "Bürger gegen Südlink" anzuschließen oder haben dies schon getan. Es gehe darüber hinaus auch um die Unterstützung der Bürger, so Landrat Reinhard Krebs. Gegen die Verlegung des Erdkabels in West- und Südthüringen wurden inzwischen 2133 Unterschriften gesammelt, die die Bündnispartner ebenfalls am Dienstag bei einer Beratung mit Vertretern der Bundesnetzagentur übergaben.

"Es ist bedauerlich, dass der Bund die Verkabelung durch diese schöne Landschaft plant", äußerte Landrat Krebs. Er verwies auf die "Zerstückelung und Zersplitterung" von Schutzgebieten und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch habe er den Eindruck, dass die Korridor-Variante West- und Südthüringen deshalb bevorzugt werde, weil man mit weniger Widerstand gegen das Projekt rechne und die Leute hier für "verträglicher" halte, als in Hessen.

Dem Eindruck wollen das "Salzunger Bündnis" und der "Verein "Bürger gegen Südlink" entgegenwirken und den Protest gegen die Stromtrasse noch effektiver aufstellen.

Für Landrätin Peggy Greiser ist nach der öffentlichen Informationsveranstaltung mit dem Bundeswirtschaftsminister, die im vergangenen Herbst zum Thema Erdkabel in Schmalkalden stattgefunden hatte, klar: "Was Altmaier sagte, bedeutet, dass wir Tansitland für die europäischen Strommarkt sind. Dafür sind wir uns zu schade, um hier unseren Lebensraum zerstören zu lassen." Die Region selbst habe davon gar nichts, pflichtete der Wartburgkreis-Landrat bei.

Greiser will nicht nur die Ortschaften, die unmittelbar von der Erdkabelverlegung betroffen sein könnten, zum Protest ermutigen, sondern die Region insgesamt.

Dass man sich bezüglich des Suedlinks inzwischen organisiert und "mit der Landesregierung eine Richtung haben", sieht Eisenachs Bürgermeister Uwe Möller als Chance.

Mit einer Entscheidung, wie der Korridor letztlich verlaufen soll, rechnen die Kommunalpolitiker Ende des Jahres.

Beim Suedlink handelt es sich um einen geplanten Erdkabel-Planungskorridor von rund 1000 Metern Breite zur Übertragung von Höchstspannungsgleichstrom aus Windenergie von der Nordseeküste nach Süddeutschland und für den gesamten europäischen Strommarkt, der von Norden nach Süden durch Westthüringen verlaufen soll. Zunächst, so das Landratsamt Wartburgkreis, sei der Suedlink als Überlandleitung westlich von Thüringen geplant gewesen, was zu Protesten geführt habe. Nun solle eine Erdkabelverlegung erfolgen. Im Herbst 2016 sei bekannt geworden, dass das mit der Umsetzung beauftragte Unternehmen Tennet die geplante Vorzugsvariante in nordsüdlicher Richtung durch Westthüringen sieht. yv

    
    

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