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Neuer Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung

BAD SALZUNGEN An Menschen mit und ohne Behinderung, an deren Angehörige und Interessierte sollen sich die Angebote des inklusiven Kultur- und Freizeitzentrums "Café B" richten, das am Dienstag am Entleich 6 in Bad Salzungen eröffnet

Am Entleich 6 (Gebäude im Hintergrund) befindet sich nun die Begegnungsstätte "Café B". Foto: Göring  

BAD SALZUNGEN An Menschen mit und ohne Behinderung, an deren Angehörige und Interessierte sollen sich die Angebote des inklusiven Kultur- und Freizeitzentrums "Café B" richten, das am Dienstag am Entleich 6 in Bad Salzungen eröffnet wurde. Dort wird nun auch die Ergänzende unabhägige Teilhabeberatung (EUTB) stattfinden, die es seit fast einem Jahr in der Kreisstadt gibt.

"Wir sind ein offener Treff für alle Menschen", unterstrich Günther Schwarze, Vorsitzender des Fördervereins der Initiative "Gib niemals auf". Er ist der örtliche Partner des Vereins zur sozialen und beruflichen Integration (VSBI) für die erwähnte Teilhabeberatung. Neben dieser Beratung, die von selbst Betroffenen für Menschen mit Handicap angeboten wird, wird hier auch die Beratung von "Blickpunkt Auge" speziell für Menschen mit Sehbehinderung stattfinden.

Vier Räume gehören nun zu der Begegnungsstätte, die in einer ehemaligen Arztpraxis Am Entleich eingerichtet wurde. Dazu gehören zwei Clubräume, die multifunktional genutzt werden können, ein Beratungsraum für die EUTB und "Blickpunkt Auge" sowie ein Küchenbereich. In den zurückliegenden Wochen wurde deshalb umgebaut und angepasst. Ausdrücklich dankte Günther Schwarze zur Eröffnung dem Vermieter Hermann Hoffmann, der mit viel persönlichem Einsatz bei der Herrichtung der Begegnungsstätte geholfen habe. Der behindertenfreundliche Ausbau wird ergänzt durch eine Rampe auf der Rückseite des Gebäudes.

Die Begegnungsstätte ansich wird vorerst von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. "Wir wollen weitere Zeiten anbieten. Ziel ist die durchgängige Öffnung der Begegnungsstätte, weil auch viele Behinderte am Wochenende zu Hause sind. Aber das wird nicht von heute auf morgen gehen", erklärte Günter Schwarze.

Projekte wie die Inklusionswerkstatt werden am Entleich fortgesetzte, neue Angebote will man erarbeiten. Auch Selbsthilfegruppen sollen die Räume nutzen können. An der Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus will man festhalten, ergänzte der Vorsitzende des Fördervereins der Initiative "Gib niemals auf".

Die seit einem Jahr in Bad Salzungen vorgehaltene Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung habe bislang gezeigt, dass der Informationsbedarf von Menschen mit Behinderung groß ist, zog Roger Schmidtchen, Vorsitzender von VSBI, eine erste Zwischenbilanz. Die neuen Räume und deren Umbau seinen zu einem "Glücksfall" geworden. Ebenso sei es ein "toller Erfolg", dass die "Blickpunkt Auge"-Beratung mit dabei ist. In Thüringen insgesamt sei man vorbildlich aufgestellt, was die EUTB betrifft, die von Menschen mit Behinderung für Betroffene organisiert wird, so Schmidtchens Einschätzung.

Der Behindertenbeauftragte der Thüringer Landesregierung, Joachim Leibinger, erinnerte daran, dass es neben der Etablierung der EUTB in der Fläche aktuell auch um den Thüringer Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gehe. "Viele Maßnahmen sind haushalterisch nicht untersetzt", mahnte er und bat um die Unterstützung vor Ort und des Landesverbandes "Interessenvertretung selbstbestimmtes Leben" in Thüringen (Liga).

Dr. Werner Pidde (SPD-Landtagsfraktion) betonte, dass es angesichts des demografischen Wandels geboten sei, Menschen mit Behinderung in Arbeit zu bringen, "wenn wir den Lebensstandard halten wollen." Man sei bei Fragen der Inklusion in Thüringen auf dem richtigen Weg, aber "es ist noch nicht alles perfekt."

Maik Klotzbach, Kreisvorsitzender der SPD, wünschte dem Projekt "Café B" viel Erfolg und wies die Kritik zurück, dass mit der Begegnungsstätte Doppelstrukturen aufgebaut würden. Angesichts des Bedarfs könne es nicht genug Angebote geben, meinte er.

Kaltennordheims Bürgermeister Erik Thürmer (CDU) sieht in der Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Initiative "Gib niemals auf" und dem VSBI auf kommunaler Ebene einen wichtigen Bestandteil der öffentlichen Daseinvorsorge, gerade auch, wenn es um den ländlichen Raum gehe. Seitdem es die EUTB in Bad Salzungen gibt, werden auch Beratungstermine in dem Rhönstädtchen angeboten

Der Förderverein will in Zukunft in der Rhön verstärkt präsent sein und denkt dabei an eine Außenstelle in Kaltennordheim. Auch in Eisenach soll so eine Außenstelle entstehen.

Außerdem sollen Beratungs- und Workshop-Angebote in Zusammenarbeit mit der Begegnungsstätte "Kaffee mit Herz" des Vereins Diakoniewert weitergeführt und ausgebaut werden..

Geben soll es weiterhin solche Veranstaltungen wie "Tag der Begegnung" und das Kinderfest IN auch in den künftigen Außenstellen in der Rhön und in Eisenach.

Die Weiterführung von Workshops wurde eingangs schon erwähnt. yv

    
    

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