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Suedlink: Bürger können Unterlagen einsehen und Einwände vorbringen

BAD SALZUNGEN Das Salzunger Bündnis stellt inzwischen nicht nur den favorisierten Verlauf der Erdverkabelung Suedlink durch West- und Südwestthüringen infrage, sondern die Trasse insgesamt.

Christoph Friedrich (Vorsitzender Verein "Thüringer gegen Suedlink"), Landrat Reinhard Krebs (Wartburgkreis), Jörg Klupak (stellvertretender Landrat Unstrut-Hainich-Kreis), Dr. Uwe Möller (Bürgermeister der Stadt Eisenach) und Peggy Greiser (Landrätin Kreis Schmalkalden-Meiningen) vor dem großen Regal mit den 60 Auslegungsordnern im Landratsamt Wartburgkreis. Foto: Göring  

BAD SALZUNGEN Das Salzunger Bündnis stellt inzwischen nicht nur den favorisierten Verlauf der Erdverkabelung Suedlink durch West- und Südwestthüringen infrage, sondern die Trasse insgesamt.

PROTEST

Am Ostermontag, 22. April, laden der Verein "Thüringer gegen Suedlink" und das Salzunger Bündnis ab 14 Uhr zu einer Protestveranstaltung am Fuße der Brandenburg bei Lauchröden ein. Gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen aus Hessen und Bayern soll der Protest im Rahmen eines Sternmarschs am Grünen Band sichtbar deutlich werden. Treffpunkt ist der Parkplatz unterhalb der Brandenburg. Informationen dazu finden sich ebenfalls auf der Seite des Vereins.


Der Eisenacher Bürgermeister Dr. Uwe Möller sieht den zunächst grünen Gedanken hinter der Trasse mittlerweile "total vewässert". "Die Wertschöpfung des Suedlink fließt ab und muss von den Stromkunden bezahlt werden", kritisiert Jörg Klupak, stellvertretender Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises.

Knackpunkte gibt es aus Sicht des kommunalen Bündnisses, zu dem der Unstrut-Hainich-Kreis, die Stadt Eisenach, der Wartburgkreis und der Kreis Schmalkalden-Meiningen gehören, einige und sie wurden auch schon wiederholt benannt. Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs zählte sie am Dienstag noch einmal auf: Zerstörung der Landschaft sowie der Agrar- und Ökosysteme. Der Trassenbau sei eine milliardenschwere Investition des Bundes, der Nutzen für die Region hingegen liege bei "Null". Moniert wird außerdem eine fehlende nachvollziehbare Begründung fürs Projekt, weil die inzwischen vorhandenen regionalen alternativen Ernergieerzeugungsmöglichkeiten nicht hinreichen betrachtet würden.

Dass der Suedlink nicht nur den winderzeugten Ökostrom von Norden nach Süden transportieren soll, sondern - und hier berufen sich die Kommunalpolitiker sich auf Aussagen von Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier - auch Atomenergie und Kohlestrom, stößt besonders sauer auf. Denn die Trasse sei eben auch Teil eines europäischen Stromhandels,wie Altmaier während einer Bürgerversammlung in Schmalkalden im Herbst vergangenen Jahres sagte.

Die Bundesnetzagentur als Auftraggeber für den Suedlink hat nun die Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet. Die Einsichtnahme in die Unterlagen für den Abschnitt C, der von Norden kommend bis Gerstungen reicht, läuft und findet noch bis zum 7. Mai statt. Bis zum 7. Juni besteht die Möglichkeit, Einwendungen schriftlich oder zur Niederschrift geltend zu machen.

Für den Abschnitt D, der dann weiter ab Gerstungen durch den Wartburgkreis und Schmalkalden-Meinigen in Richtung Süden verläuft, ist die Auslegung vom 25. April bis zum 24. Mai geplant. Die Einwendungsfrist endet hier mit Ablauf des 24. Juni.

Das Salzunger Bündnis konnte erreichen, dass die Unterlagen nicht nur in den Außenstellen der BNetzA (z.B. in Erfurt) ausgelegt werden, sondern auch in den betroffenen Landkreisen/kreisfreien Städten (hier also im Landratsamt Bad Salzungen Landratsamt Mühlhausen, Landratsamt Meiningen sowie Rathaus Eisenach). Das Landratsamt des Wartburgkreises ist hierbei die amtliche, niederschriftsberechtigte Stelle, was bedeutet, das Bürger hier Einwände zur Niederschrift geben können und diese dann über das Landratsamt Wartburgkreis an die Bundesnetzagentur übermittelt werden. Darüber hinaus sind Stellungnahmen per Onlineformular an www.netzausbau.de sowie auch per Post an Bundesnetzagentur, Referat 804, Postfach 8001, 53105 Bonn, möglich. Die Auslegung findet im Raum 216 des Landratsamtes Wartburgkreis statt. Einsichtnahme ist während der allgemeinen Sprechzeiten möglich und kann bei Fragen durch einen Mitarbeiter unterstützt werden.

Man solle sich nicht scheuen, seine Einwände vorzubringen, fordert Peggy Greiser, Landrätin Schmalkalden-Meiningen die Bürger auf, von ihrem Recht Gebrauch zu machen. Angesichts der Aktenberge beruhigte sie: "Die Bürger bekommen Hilfe." Wichtig sei, so Landrat Krebs, dass konkrete Mängel geltend gemacht werden, die sach- und fachbezogen seien. "Ich möchte sie zuschütten mit Arbeit", meinte er in Richtung Bundesnetzagentur.

Unterdessen ist der Wartburgkreis dem Bündnis "Thüringer gegen Suedlink" beigetreten. Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat selbiges vor. "Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit intensiviert wurde. Am Anfang war es ein Kampf Einzelner, der Widerstand wächst stetig", begrüßt der Vereinsvorsitzende Christoph Friedrich, Bürgermeister der Gemeinde Rhönblick, die neuen Mitglieder.

Ziel der Akteure ist es, die Bürger in der Region zu mobilisieren, sich jetzt aktiv einzubringen. Denn: Die Entscheidung ist noch nicht getroffen. Trotz der Empfehlung von Tennet für eine Vorzugsvariante sind alle anderen Planungsvarianten für den Suedlink noch im Rennen , so der Wartburgkreis. yv

    
    

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