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"Elisa" soll die E-Mobilität und das Teilen schmackhaft machen

In Bad Liebenstein gibt es ein Projekt im Rahmen eines bundesweiten Modellvorhabens

BAD LIEBENSTEIN Das Projekt hat eine etwas längere Überschrift: "Elektromobilität für Bad Liebenstein und Bad Salzungen. Leichter merken lässt sich die Abkürzung "Elisa".

Nadine Heusing (Kur- und Tourismusmanagerin), der Landtagsabgeordnete Marcus Malsch, Dr. Christian Storch (Geschäftsführer Bad Liebenstein GmbH), Jörg Kallenbach (Thüringer Umweltministerium), Bürgermeister Dr. Michael Brodführer, Maika Baldauf (Kreisentwicklung beim Landratsamt WAK) sowie Jeanette Heinz (Wartburgmobil, v. l.) mit einem der beiden E-Autos. Foto: Göring  

BAD LIEBENSTEIN Das Projekt hat eine etwas längere Überschrift: "Elektromobilität für Bad Liebenstein und Bad Salzungen. Leichter merken lässt sich die Abkürzung "Elisa". Damit soll in Bad Liebenstein auf zweierlei Lust gemacht werden: Auf Autos mit Elektromotor und die Nutzung eines Kfz gemeinsam mit anderen, auch unter dem Begriff "Carsharing" bekannt. Zwei Wagen stehen dafür zur Verfügung.

In der Herzog-Georg-Straße 23a in Bad Liebenstein ist der Standort für die Fahrzeuge. Dort gibt es auch eine Ladesäule. Die beiden E-Autos stehen Vereinen, Unternehmen, Hotels, Kliniken und Privatpersonen zur Verfügung und können auch als Shuttle-Fahrzeuge von Auswärtigen, bspw. Tourismus-Anbietern oder benachbarten Gemeinden, genutzt werden, erläuterte Dr. Christian Storch, Geschäftsführer der Bad Liebenstein GmbH, unter deren Dach die beiden Fahrzeuge nun unterwegs sind.

Was soll damit erreicht werden? Ein ergänzendes Angebot zum Öffentlichen Nahverkehr will Bad Liebenstein damit schaffen. Und auch aufzeigen, wie sich eine Entlastung von Verkehrslärm und Abgasen erreichen lässt, ohne dass man auf die individuelle Pkw-Nutzung verzichten muss. Als "Mobilitätsform der Zukunft" bezeichnete der Erste Kreisbeigeordnete Udo Schilling das Projekt. Die müsse man aber "erlebbar" machen, um mögliche Vorbehalte abzubauen. Dazu könne "Elisa" beitragen. Man sei dankbar, dass Bad Liebenstein hier eine Vorreiterrolle übernehme. Für Kurgäste dürfte in Zukunft saubere Luft eine immer größere Rolle spielen, ergänzte er. Hierbei gehe es um Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Kurstädten.

So sieht es auch der Bad Liebensteiner Bürgermeister Dr. Michael Brodführer. Er betonte, dass die Reduktion von Emissionen gerade für Kurstädte ein relevantes Thema sei.

Carsharing sei bislang vor allem in den großen Städten ein Angebot. Nun komme es darauf an, dafür auch den ländlichen Raum zu erschließen. Brodführer erinnerte daran, dass in vielen Haushalten der Region zwei oder drei Autos vorgehalten würden: "Wir haben zu viel Blech in der Stadt." Was wiederum Probleme zum Beispiel hinsichtlich des nur begrenzt vorhandenen Parkraumes aufwerfe. Schwierigkeiten bereite dies auch angesichts der vielen Hanglagen im Ortsteil Steinbach.

71 000 Euro flossen nach Angaben der Bad Liebenstein GmbH in das "Elisa"-Projekt. Dafür gab es Fördermittel vom Bundesverkehrsministerium in Höhe von rund 53 000 Euro und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz in Höhe von 16 000 Euro. Zur Verfügung gestellt wurde außerdem ein Umweltbonus vom Land in Höhe von 2000 Euro.

"Elisa" ist Teil des Modellvorhabens "Langfristige Sicherung der Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum", das vom Bund ins Leben gerufen und für das die Wartburgregion nach einer entsprechenden Bewerbung ausgewählt worden war. Insgesamt 18 Modellregionen gibt es bundesweit. Begleitet wird "Elisa" durch den ÖPNV-Träger Wartburgmobil.

INFO

Infos/Registrierung: www.mobilmitelisa.de

Anmeldung: über die Fleetster App (alternativ über my.fleetster.de)

Standort der Autos: Herzog-Georg-Straße 23a

Kfz: Renault Zoe (pro Stunde 4 Euro/am Tag 30 Euro)

Nissan e-NV 200 (pro Stunde 5 Euro/40 Euro am Tag)

 

 

 

Ein "richtiges Vorzeigeprojekt" ist "Elisa" in den Augen von Jörg Kallenbach, Referatsleiter beim Thüringer Umweltministerium. Immerhin gehe ein Viertel der CO2-Emission in Deutschland auf den Verkehr zurück, sagte er. Entsprechend hoch sei hier der Handlungsbedarf. Man wolle aber mit der Förderung des Projektes keine Konkurrenz zum ÖPNV oder zu Taxi-Unternehmen schaffen. Kallenbach verwies ferner darauf, dass die beiden Wagen, die jetzt in Bad Liebenstein in Betrieb genommen werden, an jeder Ladesäule in Thüringen aufgeladen werden können.

Für den Landtagsabgeordneten Marcus Malsch ist "Elisa" auch ein Instrument, um die Leute zu motivieren, sich generell mit erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen. Er sieht eine "hohe Dichte an Nutzern" für die beiden E-Autos, denn allein 80 Prozent der etwa 1000 Mitarbeiter in den Bad Liebensteiner Kurkliniken wohnten in einem Umkreis von 10 Kilometern.

Das Flotten- und Terminmanagement ist voll durchdigitalisiert. Genutzt werden die ohnehin bei den Bürgern vorhandenen Handys, die mit einer entsprechenden App ausgestattet sein müssen, erläuterte Dr. Christian Storch. Einzelnutzer öffnen und schließen das Auto dann auch mit der App. Alternativ stehen für Vereine oder Gruppen, die wechselnde Fahrer haben, RFID-Karten zur Verfügung. yv

    
    

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