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"Freiheit und Demokratie müssen bis heute verteidigt werden"

Vacha und Philippsthal erinnerten mit einer Feier an die Grenzöffnung vor 30 Jahren

VACHA Am Fuße des Grenzturms und auf der "Brücke der Einheit" wurde am vorvergangenen Freitag der Öffnung der innerdeutschen Grenze gedacht, die sich in diesem Jahr zum 30. Mal jährt.

Am vorvergangenen Freitagnachmittag begannen die Feierlichkeiten am Grenzturm, zu dem schon viele Besucher kamen.   » zu den Bildern

VACHA Am Fuße des Grenzturms und auf der "Brücke der Einheit" wurde am vorvergangenen Freitag der Öffnung der innerdeutschen Grenze gedacht, die sich in diesem Jahr zum 30. Mal jährt. Die Feierlaune in Vacha wurde aber auch begleitet von nachdenklichen Worten.

Mit der zeitlichen Nähe zum 17. Juni, dem Tag des Arbeiteraufstandes in der DDR, begründeten die Kommunen Vacha und Philippsthal die Einladung zu dieser sommerlichen Feier, die ganz am Anfang stehen wird von einer Reihe von Veranstaltungen, die in diesem Herbst an die Grenzöffnung am 9. November 1989 erinnern.

Bei bestem Wetter und mit musikalischen Grüßen vom Polizeimusikkorps Thüringen und der Stefan-Vox-Band ausgestattet, entspannte sich eine fröhlich-ausgelassene Stimmung auf der "Brücke der Einheit".

Schon am Nachmittag fanden sich deutlich mehr Besucher, als von den Organisatoren erwartet, beim Vachaer Grenzturm ein, der seit fünf Jahren musealen Zwecken dient, mithin also auch in kleines Jubiläum begehen kann und inzwischen mehrere tausend Besucher im Jahr empfängt. Die kommen aus aller Welt - Israel, Frankreich, USA u. a., viele Grenzwanderer, Radfahrer und Pilger machen mittlerweile ebenfalls Station. "Ich bin total überwältigt von dem Zuspruch", sagte Michael Vogel mit Blick auf die zahlreichen Besucher, die sich auf den Weg gemacht hatten. Vogel betreut mit einem kleinen Team von freiwilligen Helfern das Museum im Turm von Beginn an ehrenamtlich.

Zum Tanz auf der "Brücke der Einheit" war am Abend eingeladen worden und auch dieser Aufforderung waren zahlreiche Vachaer, Philippsthaler und Bürger aus der Region gefolgt.

Gefeiert werde, so Vachas Bürgermeister Martin Müller, an "historischer Stelle" zwischen Philippsthal im Westen und Vacha im Osten. Gekommen waren aber auch die Bürgermeister anderer Grenzort aus Hessen und Thüringen, darunter aus Unterbreizbach, Treffurt, Geismar im Eichsfeld, aus Südeichsfeld, Wanfried und Weissenborn.

"Der 9. November 1989 ist ein glücklicher Tag in der deutschen Geschichte und mit Sicherheit der glücklichste Tag in unserer Geschichte", wandte sich der Vachaer Bürgermeister an das Publikum. Er blickte noch einmal auf die zentralen Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung zurück, die seinerzeit in Vacha stattfanden. "Ich erinnere mich gerne an diesen November."

Das Jahr 1989 habe gezeigt, dass "das Unvorstellbare gelingen kann, dass es sich lohnt, friedlich für die Freiheit zu kämpfen", erklärte der Philipsthals Bürgermeister Ralph Orth. Presse-, Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit - das lebe man seither im ganzen Land. Aber: "Die Ereignisse der vergangenen Wochen machen mir große Sorgen", so Orth. Mit Blick auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sagte er, dass das die Spitze dessen sei, "was wir seit einigen Jahren erleben. Rechtsradikalismus und Rassismus dürfen in der Gesellschaft keinen platz haben", mahnte Orth. Freiheit und Demokratie müssten verteidigt werden.

Die Schirmherrschaft über die Feierlichkeiten in zwischen Vacha und Philippsthal hatten die beiden Ministerpräsidenten Volker Bouffier (Hessen) und Bodo Ramelow (Thüringen) übernommen. Sie konnten nicht selbst anwesend sein, ließen aber durch die beiden Bürgermeister Grußworte überbringen.

Auch Ramelow betonte, dass die Grenzöffnung ein Glücksfall in der Geschichte gewesen sei, "den die Menschen gerade hier voller Freude und Hoffnung erlebten." Damit sei auch die Tür aufgestoßen worden zu einer neuen Epoche in ganz Europa.

Der hessische Ministerpräsident erinnerte daran, dass die Menschen dieses Ereignis als "Zeitenwende" begriffen hätten. Freiheit und Demokratie müssten bis heute aber auch gelebt und verteidigt werden.

Grußworte richteten auch die stellvertretende Landrätin von Hersfeld-Rotenburg, Anja Zilch, an die Anwesenden, sowie Pfarrer Stitz von der katholischen Kirchgemeinde Vacha .

Für die eingangs erwähnten Amtskollegen aus Thüringen und Hessen gab es vor Musik und Tanz noch das etwas andere Präsent: Ampelmännchen, gewissermaßen als Staffelstab, weil die zentralen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung im November in Großburschla bei Treffurt stattfinden.

yv

    
    

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