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Sommertour: Ministerpräsident zur Visite in Barchfeld

BARCHFELD Die parlamentarische Sommerpause in Thüringen ist Reisezeit - auch im politischen Sinne. Ministerpräsident Bodo Ramelow unternimmt seine Thüringen-Tour, die ihn am vergangenen Freitag nach Barchfeld führte.

Rundgang zwischen Hochregalen: Werra-Blitz-Geschäftsführer Jürgen Schmidt (2. v. r.) führte die Besuchergruppe, darunter Bodo Ramelow (2. v l.) und Anja Müller (Landtagsabgeordnete der Linken, l.). Fotos: R. Schade   » zu den Bildern

BARCHFELD Die parlamentarische Sommerpause in Thüringen ist Reisezeit - auch im politischen Sinne. Ministerpräsident Bodo Ramelow unternimmt seine Thüringen-Tour, die ihn am vergangenen Freitag nach Barchfeld führte. Dort war er zu Gast im Transport- und Logistik-Unternehmen Werra-Blitz und ließ sich über den Fortgang der Sanierung des Geländes der ehemaligen Kettenfabrik informieren. Die Gastgeber und Bürgermeister Ralph Groß nutzten zudem die Gelegenheit, um auf aktuelle Themen einzugehen, die ihnen auf den Nägeln brennen.

Die zwei Punkte, über die sich der Thüringer Regierungschef ausführlich informieren ließ, verbindet eine gemeinsame Geschichte, bevor man vor fast 30 Jahren eigene Wege ging. Denn die Werra-Blitz Transportgesellschaft ging aus dem Fuhrpark der ehemaligen Kettenfabrik hervor, erklärte Jürgen Schmidt, neben Frank Jung Geschäftsführer, dem Gast aus Erfurt in einem kurzweiligen Vortrag. Bewusst habe man sich seither für den schrittweisen Ausbau entschieden, der eng mit dem steigenden Nachfragevolumen verbunden sei. Inzwischen wechselte Werra-Blitz innerhalb von Barchfeld den Standort, baute neu und erweiterte sich weiter. Zudem wird in Bad Salzungen ein Hochregallager betrieben. Man habe, so Schmidt, von Beginn an auf Ausbildung gesetzt und profitiere heute davon. Dennoch mache sich der Fachkräftmangel zunehmend bemerkbar. In diesem Zusammenhang beklagte der Geschäftsführer das nachlassende Niveau der Schulabgänger. Auch, dass die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit von den Fahrern nicht mehr im Führerhaus verbracht werden darf, sprach er an und verwies darauf, dass moderne Fahrzeuge mit allem Komfort ausgestattet seien, es dagegen an geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten in Autobahn- oder Straßennähe oft mangele. Bodo Ramelow befürwortet die angesprochene Regelung, gelte es doch Fahrer aus allen EU-Ländern vor Sozialdumping und schlechten Arbeitsbedingungen zu schützen. Ein wunder Punkt ist aus Sicht des Unternehmens die Sperrung des Rennsteig-Tunnels - "den modernsten Tunnel, den wir haben", so Schmidt - für Gefahrguttransporte. Vor Probleme sehe sich die Transport- und Logistik-Branche auch durch die zahlreichen bundesuneinheitlichen Feiertage gestellt.

Der Barchfelder Bürgermeister Ralph Groß wünscht sich finanzielle Unterstützung vom Land bei der Instandhaltung und Modernisierung von Gewerbegebieten. Trotz der guten Auslastungssituation in Barchfeld und der daraus resultierenden Einnahmen für die Kommune: "Wir schaffen es nicht alleine." Außerdem drängte Groß auf die schnelle Realisierung der B62-Werraquerung. Was der Ministerpräsident ebenso sieht, um den Anschluss der Werra-Region an das Autobahnnetz zu verbessern.

Über die Beseitigung umweltgefährdender Altlasten auf dem Areal der früheren Kettenfabrik ließ sich der Ministerpräsident ebenso informieren. Dr. Ulrich Feder, Leiter des Umweltamtes des Wartburgkreises, und Projektmanagerin Kathleen Zuber (UEZ Consult) erläuterten Details. Boden und Grundwasser seien vor allem durch produktionsbedingte Schadstoffeinträge belastet - wie Chrom und Nickel beispielsweise. Die Grundwassersanierung läuft seit Jahren. Ebenso wurde laut Ausführungen der Experten eine teilweise Bodensanierung vorgenommen. Nun soll hier ein neuer Einkaufsmarkt entstehen, der Baubeginn soll in wenigen Wochen erfolgen. In Vorbereitung dessen wurden seit Januar dieses Jahres weitere Schritte eingeleitet. So seien zum Beispiel Gehölzrodungen und Abbrucharbeiten erfolgt. Dazu gehörten ferner die Reinigung, Entsorgung und der Wiedereinbau von Bodenaushub und Bauschutt sowie die Grundwasserabstromsicherung. Außerdem gehe es um die gasdichte Abdichtung des Fußbodens des künftigen Einkaufmarktes, die Oberflächenversiegelung und die Begrünung. Dafür seien 4,5 Millionen Euro vorgesehen, die fast ausschließlich vom Freistaat finanziert würden, ließen die Fachleute wissen. Die Investitionen, die schon zwischen 1998 und 2018 erfolgt seien, hätten sich ebenfalls auf knapp 4,5 Millionen Euro belaufen. yv

    
    

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