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Qualifizierung: Neues Gesetz erleichtert Förderung

BAD SALZUNGEN "Der Arbeitsmarkt im Wartburgkreis gehört zu den besten im ganzen Osten", sagt Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl.

Wofgang Gold.   » zu den Bildern

Zwar mache sich auch hier bemerkbar, dass sich die Konjunktur eintrübe. Aber sowohl Arbeitsagentur als auch Jobcenter stehen seit Beginn des Jahres neue gesetzliche Instrumente zur Verfügung, um Arbeitslosigkeit zu verhindern oder zeitlich möglichst kurz zu halten.

Eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent im Oktober 2018 im Geschäftsstellenbezirk Bad Salzungen - "das war der beste Stand, den wir jemals hatten", berichtet Gold. Ein Jahr später liegt die Quote bei 3,8 Prozent - immer noch ein sehr guter Wert.

Die Quote von rund 4 Prozent, die für den ganzen Bezirk Südwestthüringen (von Sonneberg bis Eisenach reichend) Ende Oktober ausgewiesen worden war, "ist ebenfalls der beste Wert im ganzen Osten." Wofür Wolfgang Gold mehrere Gründe benennt. Zum einen die Lage zur Grenze. "Wir haben viele Auspendler nach Hessen und Bayern." Auch sei die Region von einer gesunden Beschäftigungsstruktur gekennzeichnet. Will heißen: Mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe prägen das Bild. 95 Prozent der Unternehmen haben unter 200 Mitarbeiter, so Gold. Was sich in Zeiten schwächelnder Konjunktur als hilfreich erweisen könne. Der Bezirk sei eben nicht nur von einem Unternehmen oder einer Branche abhängig.

Gleichwohl: Die allgemeinen und branchenspezifischen Umbrüche in der Automobilindustrie hinterlassen schon ihre Spuren. "Seit drei bis vier Monaten beobachten wir eine Entwicklung, die auffällig ist", so der Chef der Agentur für Arbeit in Suhl. Besonders in Eisenach und dem Wartburgkreis, aber auch im Bereich Sonneberg, aus dem viele Arbeitnehmer ins nahe Coburg oder Oberfranken auspendeln, und das eben auch von vielen Zulieferern für die Automobilindustrie geprägt ist. Ein Indiz dafür liefert der Sektor der Hilfsarbeiter, wo man einen deutlichen Nachfragerückgang verzeichne, so Gold. Auf dem Gebiet der Zeitarbeit habe man einen Einbruch zu verzeichnen. "Bei der Zeitarbeit ging das schon Anfang des Jahres los", sagt er. Ganz abgesehen davon, dass der Helferbereich in den Unternehmen ohnehin "nicht unendlich ausdehnbar ist." Grundsätzlich seien Fachkräfte in der Region aber nach wie vor gefragt.

Iris Theer, Teamleiterin und Geschäftsstellenverantwortliche der Arbeitsagentur für Eisenach, bestätigt für die Entwicklung vor Ort: "Der Arbeitsmarkt ist nicht mehr ganz so in Schwung." Sie sagt auch, dass die Bereitschaft der Unternehmen gewachsen ist, die Mitarbeiter weiterzuqualifizieren - etwa vom Pflegehelfer zum Pflegefachkraft oder durch das Ermöglichen des Erwerbs zusätzlicher Berechtigungsscheine für Kraftfahrer, um nur Beispiele zu nennen. Man habe zudem, so, Eckhard Lochner, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Suhl, vermehrt Nachfragen nach Kurzarbeitergeld registriert. Als Arbeitsagentur stehe man "Gewehr bei Fuß", um die Betriebe mit Qualifikationsmaßnahmen zu begleiten, betont er. Das sei derzeit vor allem in den Bereichen Metall- und Kunststofferarbeitung und eben im Bereich Automobil der Fall.

Als echte Hilfe bewerten Iris Theer und er das Qualifizierungschancengesetz, kurz QCG, das es seit Beginn dieses Jahres gibt. Im Mittelpunkt stehen dabei laut Arbeitsagentur weiterhin Geringqualifizierte, bei denen Maßnahmen zur Erlangung eines Teil- oder vollwertigen Berufsabschlusses bis zu 100 Prozent förderfähig bei Maßnahmekosten und Arbeitsentgeld sind. Auch Anpassungsqualifizierungen können nun gefördert werden.

Dass das QCG betriebgrößenunabhängig greifen kann, nennt Wolfgang Gold dabei an erster Stelle. In der Region würde es natürlich vor allem kleine und mittelständische Unternehmen betreffen. Eine Qualifizierungsmaßnahme muss dabei mehr als 160 Unterrichtseinheiten umfassen. Sie kann für Mitarbeiter ab dem 25. Lebensjahr gefördert werden. Die Weiterbildung und der Träger müssen für die Förderung zugelassen, also entsprechend zertifiziert sein.

Im Bereich Bad Salzungen laufen nach Angaben der Agentur für Arbeit derzeit 15 geförderte Qualifizierungsmaßnahmen, darunter vier abschlussorientierte Förderungen.

Auch für den Bereich der Langzeitarbeitslosen gibt es mit den Teilhabechancengesetz ein neues Instrument. Mehr hierzu in einer der nächsten Ausgaben.

yv

    
    

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