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Kleiderkammer für Flüchtlinge wird aufgelöst

Landkreis dankt den Helfern/Restbestände werden an die DRK-Kleiderkammer m Rhönblick-Center übergeben

BAD SALZUNGEN Die Kleiderkammer für Geflüchtete und Asylbewerber, die seit Herbst 2015 im ehemaligen Sitzungssaal des Kreistages im alten Landratsamt in Bad Salzungen von ehrenamtlichen Helfern des Mehrgenerationenhauses Bad Salzungen

Die ehrenamtlichen Helfer verabschieden sich dieser Tage von ihrer Arbeit in der Kleiderkammer. Ihnen dankte Martin Rosenstengel, Sozialdezernent im Landratsamt (hintere Reihe ganz links). Gekommen war auch Thorsten Rittner (hintere Reihe 3. v. l.), Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Foto: Göring  

BAD SALZUNGEN Die Kleiderkammer für Geflüchtete und Asylbewerber, die seit Herbst 2015 im ehemaligen Sitzungssaal des Kreistages im alten Landratsamt in Bad Salzungen von ehrenamtlichen Helfern des Mehrgenerationenhauses Bad Salzungen betreut wurde, wird jetzt aufgelöst. Der Kleidungsbestand, der noch vorhanden ist, wird von der DRK-Kleiderkammer übernommen.

Am Anfang, das bestätigen alle Freiwilligen, sei es eine "wilde Zeit" gewesen. Die hohe Spendenbereitschaft der Bürger einerseits, noch nicht vorhandene personelle Ressourcen an Helfern anderseits. In dieser Situation wandte sich die damalige kreisliche Sozialdezernentin Nicole Gehret an das Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes, das Träger des Mehrgenerationenhauses Bad Salzungen ist, mit der Bitte um ehrenamtliche Unterstützung.

Die ließ nicht lange auf sich warten. Angesichts der Vielzahl von Kleiderspenden musste erst einmal System in die Sachen gebracht werden. So wurde sortiert nach Größen, Frauen- und Männerbekleidung und Kleidung für Kinder. "Auf dem Höhepunkt standen einmal 80 Menschen da", erinnert sich Dietmar Schmelzer, Koordinator beim Mehrgenerationenhaus. Weil noch nicht genügend Regale zur Verfügung standen, mussten die Sachen zunächst haufenweise sortiert werden. Das änderte sich nach und nach. "Einen ganz wesentlichen Anteil haben Anne Zweigelt und ihr Mann", so Dietmar Schmelzer. Die resolute Frau wird auch liebevoll "Mama der Flüchtlinge" genannt. "Da hängt viel Herzblut dran." Noch heute, so Anne Zweigelt, werde sie von früheren Hilfesuchenden auf der Straße erkannt und angesprochen.

Rund 20 freiwillige Helfer haben sich in den zurückliegenden viereinhalb Jahren um den geordneten Betrieb der Kleiderkammer gekümmert - auch mit der Unterstützung von Asylbewerbern, die besonders bei der Überwindung von sprachlichen Hürden geholfen haben.

Zunächst hatte die Kleiderkammer zwei Tage in der Woche geöffnet, seit 2018 ist es nur ein Tag gewesen. Gekommen sind die Asylbewerber aus den Unterkünften im Umkreis, bis zu deren Auflösung vor allem aus der Sammelunterkunft in Bad Salzungen sowie bis jetzt aus Merkers, aber auch aus Kaltennordheim, Wutha-Farnroda und Gerstungen.

Die Zahl der Hilfesuchenden ist inzwischen spürbar zurückgegangen, das Spendenaufkommen ebenso, sagt Dietmar Schmelzer.

Nun werden die Restbestände an die DRK-Kleiderkammer, die sich im Rhönblick-Center befindet, übergeben. Thorsten Rittner, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, sagte, dass ab der kommenden Woche umgeräumt werde. Vier hauptamtliche Mitarbeiter betreuen diesen Laden. "Wir müssen kostendeckend arbeiten, deshalb muss die Kleidung auch etwas kosten", so Rittner. Aber es handele sich um sehr günstige Angebote.

Der heutige Sozialdezernent Martin Rosenstengel fand viele anerkennende Worte für das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, die dafür sorgt hätten, dass alles in die "richtige Spur" gekommen sei. Er übergab eine Spende über 100 Euro an sie. Es sei richtig, fügte er hinzu, dass die noch vorhandenen Sachen an die DRK-Kleiderkammer gegeben werden. "Auch hier gibt es Menschen, denen es nicht so gut geht."

Die Helfer sind über die letzten Jahre zu einer eingeschworenen Truppe zusammengewachsen. "Da wurden viele Freundschaften geschlossen", so Anne Zweigelt. Diese wolle man weiter pflegen. Gerd Fischer erinnerte zudem daran, dass man auf eine Lage wie im Herbst 2015 immer gefasst sein müsse. Man habe gesehen, wie schnell sich die Situation ändern könne. yv

    
    

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