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Erdfallbereich Tiefenort: Häuser werden abgerissen, Streuobstwiese soll entstehen

TIEFENORT Nach mehr als 18 Jahren zeichnet sich für das Tiefenorter Erdfallgebiet eine Lösung ab.

Der Erdfallbereich soll sich in eine Streuobstwiese verwandeln. Foto: Göring  

TIEFENORT Nach mehr als 18 Jahren zeichnet sich für das Tiefenorter Erdfallgebiet eine Lösung ab. Die Stadt Bad Salzungen hat die fünf betroffenen Grundstücke übernommen, will die darauf befindlichen Häuser abreisen und an Stelle derer eine Streuobstwiese anlegen lassen. Das Gesamtgelände ist 2700 Quadratmeter groß.

Als "leidvolle und fast unendliche Geschichte" bezeichnete Bürgermeister Klaus Bohl den Erdfall und dessen Folgen. In die Frankensteinstraße soll nun nach Jahren der zermürbenden Ungewissheit wenigstens etwas mehr Ruhe einkehren. Nachdem nach Verhandlungen mit dem Land Thüringen für die Grundstückseigentümer eine soziale Unterstützungsleistung erzielt worden war, die bereits von 2016 bis 2019 griff, wechselten die Grundstücke nach Angaben des Bürgermeisters am 20. Februar dieses Jahres zur Stadt. Dem vorausgegangen sei ein schwieriger juristischer Prozess, so Bohl weiter. Nun wolle die Stadt alles tun, um den Zustand zu verbessern. Aufgegriffen werde eine Idee des ehemaligen Tiefenorter Gemeinderates, im Erdfallgebiet eine Streuobstwiese anzulegen. Begleitet werden die Arbeiten von der Ingenieurgesellschaft für Geotechnik und Planung Dr. Köhler Geoplan GmbH aus Weimar. Geschäftsführer Dr. Ulf Köhler erklärt, dass zunächst die Abrissplanung in Angriff genommen werde, was nicht einfach sei, da man sich Gedanken um die Sicherung der Grundstücke machen müsse. Nach dem Abriss folgen die Arbeiten an der Oberfläche und die Gestaltung der Freianlage. Das im Auftrag des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUG) installierte Messsystem wird in die Neugestaltung integriert. "Alle Schritte werden mit dem Landesamt abgesprochen", so Ulf Köhler. Die Ausführung soll nach der Vergabe der Arbeiten Ende dieses Jahres/Anfang kommenden Jahres beginnen. Die Stadt nimmt für das Projekt Mittel aus der Städtebauförderung in Anspruch, was einer nahezu 100-prozentigen Förderung entspreche, so der Bürgermeister. Zur Höhe der Kosten könne man noch keine Angaben machen. Diese ergäben sich nicht zuletzt aus den Ergebnissen der Ausschreibung. Ortsteilbürgermeisterin Christine Thiel begrüßte das Vorhaben und erinnerte daran, dass eine Grundvoraussetzung hierfür die Einigung mit den Grundstückeigentümern gewesen sei. Für Tiefenort sei wichtig, dass das Signal gesetzt werde, dass nun etwas passiere. Kurt Block vom Erdfallhilfeverein freut sich für die betroffenen Grundstückbesitzer. Sein Dank galt auch der Landesregierung und dem Landtag, die sich um eine Lösung bemüht hätten. Er erinnerte daran, dass nach der Verhängung der Nutzungsuntersagung keine Versicherung für die Verluste der Häuser eintreten musste, die Hauseigentümer aber mit hohen finanziellen Belastungen leben mussten.

Zu dem Erdfall in den Frankensteinstraße war es am 24. Februar 2002 gekommen. Einen großen Nachbruch, bei dem auch das Warnsystem ansprang, gab es am 28. Januar 2010. Daraufhin war die dauerhafte Nutzunguntersagung ausgesprochen worden. yv

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 23.05.2020

    
    
    
    

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