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Eine "verrückte Idee" ist ins Rollen gekommen

Nach vier Jahren Vorbereitung und Bauzeit erfolgte die Übergabe der Skateranlage in Kieselbach

KIESELBACH Nach vier Jahren Vorbereitung und Bau konnte die Skateranlage in Kieselbach eingeweiht werden. Eigentlich sollte coronabedingt die Freigabe eher geräuschlos erfolgen. Es kam ganz anders.Landespolitische Prominenz aus Erfurt hatte sich angesagt.

Banddurchschnitt (v. l.): Franz Hüsgen (Die Optimisten), Holger Benick (Ortsbürgermeister Kieselbach), Henry Benick, der am Tag der Übergabe 10 Jahre alt wurde, Manfred Grob (Beigeordneter der Krayenberggemeinde), Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte.   » zu den Bildern

 

Marit und Greta Baumgart waren am Dienstagvormittag nicht wegzukriegen von der Bahn. Sieben weitere Kinder und Jugendliche auch nicht. Die neun- bzw. sechsjährigen Schwestern sind begeistert. Besonders die Rampe und das in die Bahn eingelassene Dreieck haben es ihnen angetan. Bis nach Bad Salzungen hat es sich bereits herumgesprochen, dass es in Kieselbach diese nagelneue Bahn gibt. Weswegen Nutzer auch aus der Kreisstadt schon gesichtet wurden.

Die zehn Kieselbacher Optimisten können aufatmen und sich freuen. Der Verein hatte das Projekt 2016 angestoßen, nachdem eine Befragung der "Zielgruppe", wie es Vereinsvorsitzender Franz Hüsgen sagte, ergeben hatte, was sich der ortansässige Nachwuchs für die Freizeitgestaltung wünscht. Denn mit Board, Rad oder Roller konnte dieser nur auf Straßen unterwegs sein. Also nahmen sich die Optimisten des Themas an - wohl wissend, dass man dafür einen langen Atem und viel Geld braucht. Mit der Feinen Kieselbacher Kulturnacht (FKK), die 2017 vom Verein und unzähligen Helfern organisiert worden war, wurde der finanzielle Grundstein gelegt. Denn mit der Veranstaltung konnten

10 000 Euro erlöst werden. "Es gab kein anderes Gesprächsthema im Ort", erinnerte sich der Vereinsvorsitzende. Preisgelder, die Die Optimisten erzielten, als sie sich mit dem Projekt an verschiedenen Landeswettbewerben beteiligten, ließen diesen Vereinsanteil auf 22 000 Euro anwachsen. Einen beachtlichen Batzen Geld gab es aus dem Werra-Ulster-Weser-Fonds des Bundes, der den ländlichen Raum in den Kalibergbaugebieten in Thüringen und Hessen aufwerten soll. Die Krayenberggemeinde hatte unter dem damaligen Bürgermeister Ingo Jendrusiak einen Förderantrag gestellt. 37 800 Euro wurden bewilligt, woran der amtierende Bürgermeister Manfred Grob erinnerte. "Mit dem Fördergeld ist der Hammer gekommen." Sein Dank galt dem Verein, der alles ins Rollen brachte. "Ich hoffe, dass ihr so weitermacht." Für die Sakteranlage allein wurden über 58 600 Euro aufgewendet, knapp 38 500 Euro flossen in die Nebenanlagen.

Für Ortsbürgermeister Holger Benick stellte sich das Projekt "nicht ganz ohne" dar. Allein die Bewässerung der Hangbegrünung habe 2000 Liter Wasser erfordert. Selbst die jungen Nutzer halfen beim Gießen, sagte er. 1000 Tonnen Erde habe man bewegen müssen. Er dankte den Optimisten für die Idee und die Unterstützung. Arbeitstechnisch wolle er das gar nicht missen. Der Verein seinerseits nahm den Ortsbürgermeister als Ehrenmitglied auf - als Anerkennung vor allem für das organisatorische Engagement in den zurückliegenden Monaten.

Dass aus der Freigabe der Skaterbahn doch eine regelrechte Übergabe mit Banddurchschnitt wurde, lag daran, dass Ministerpräsident Bodo Ramelow auf seiner Sommertour in diesem Jahr die Entwicklung des ländlichen Raumes thematisiert und in der Kieselbacher Skaterbahn ein gutes Beispiel dafür sieht, dass der Werra-Ulster-Weser-Fonds "eine praktische Seite für die Menschen" hat. Zehn Menschen mit einer verrückten Idee zeigten zudem, dass es keine abgehängten Regionen gebe, sondern nur Menschen die sich abhängen ließen. "Ich verneige mich vor dem Ehrenamt."

Den Nutzen des Fonds im Hinblick auf die Endlichkeit des Bergbaus und die weitere Entwicklung der vom Bergbau betroffenen Regionen unterstrich auch der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte. Über viele Jahre habe die Region gut vom Kalibergbau gelebt, der aber immer auch ein Eingriff in die Umwelt sei.

Mit dem Freigabe steht den Kindern und Jugendlichen nun eine Anlage zur Verfügung, die noch durch eine Tischtennisplatte und einen Fahrradständer ergänzt werden soll. yv

    
    

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