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Greifenbank soll wieder eine Zierde für den Altensteiner Park werden

ALTENSTEIN Der Breitunger Sandstein ist nicht nur in die Jahre gekommen, er zerbröselt sichtbar. Deshalb soll die Greifenbank im Schlosspark Altenstein wieder hergestellt werden.

Restauratorin Gydha Metzner (l.) und Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, erläuterten das Vorhabend.   » zu den Bildern

Das Projekt soll nach Angaben der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten um die 95 000 Euro kosten. Ein Teil des Geldes kam durch Spenden bereits zusammen. Mehrer 10 000 Euro müssen aber noch gesammelt werden. Unlängst wurde das aufwendige Vorhaben vorgestellt.

SPENDENKONTO

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

IBAN: DE62 8208 0000 0611 8999 00

BIC: DRESDEFF827

Stichwort: Greifenbank Altenstein

 

Wie die Bank aussehen soll, davon kann man sich schon ein ziemlich genaues Bild machen. Denn ein 1:1-Modell ist in einem Ausstellungsraum des Altensteiner Hofmarschallamtes zu sehen. Freilich nicht aus Sandstein. Aus Styropor, Gips und Holz erschaffen hat es der Dresdner Kunsthistoriker und Steinbildhauer Dr. Stefan Dürre und stellte damit eine Vorlage für die Steinmetze her, die letztlich das endgültige Objekt erarbeiten. Von einer "großen, wenn nicht der großartigsten Aufgabe im Park Altenstein" sprach denn auch Doris Fischer, Direktorin Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, als das Vorhaben am Montag vergangener Woche präsentiert wurde. Vertreter der Stiftung und des Fördervereins Altenstein Glücksbrunn waren hierbei zugegen.

 

Was die Greifenbank so bedeutsam macht, ist ihr kunsthistorischer Bezug zu den antiken Vorbildern, die man in Pompeji fand, erläuterte Gydha Metzner, Restauratorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Um1800 war die untergegangene Stadt nahe des Vesuvs ein beliebtes Reiseziel des europäischen Adels, der wiederum das Motiv der halbrunden Bank in seinen Landschaftsgärten gern übernahm. Eines der sehr frühen Beispiele dieser Art Ausstattungsstück ist eben die Greifenbank im Altensteiner Park, die dem Meininger Hofbildhauer Christian Müller zugeschrieben wird.

Diese Rundbank (oder besser gesagt Fragmente davon) bildet eine Einheit mit dem Blumenkorbfelsen, an dessen Fuß sie steht. Der Besatz des Felsens wurde bereits vor ein paar Jahren erneuert. Nun ist die Sitzgelegenheit selbst dran und soll nach Wunsch der Schlösserstiftung in weniger als zwei Jahren fertig sein.

Weil Entwurfszeichnungen des Hofbildhauers nicht aufzufinden sind, nahmen sich die Experten Fotografien vor, die um die Jahrhundertwende entstanden, und Zeichnungen aus den 1960er-Jahren. Auch die Auswertung dieser Ansichten ließen aber mitunter nur Deutungen über einzelne Details zu. Wo keine 100-prozentige Sicherheit erlangt werden konnte, verwiesen die Fachleute auf Ausschmückungen, wie sie um das Jahr 1800 zeitüblich waren. "Es ist wichtig, dass man das Ensemble wieder herstellt. Es ist von Bedeutung für die Gartenkunst in Europa", unterstrich Restauratorin Metzner.

Auch, weil Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen dieses Ensemble und insbesondere die Bank mit der Bedeutung verknüpfte, die auch schon die historischen Vorbilder in Italien hatten. Es geht um das Gedenken an die Verstorbenen. Georg I. erinnerte hiermit an seine Mutter Charlotte Amalie, deren Büste aus Marmor hinter der Bank ihren Platz fand. Dort soll sie auch wieder stehen, wenn die Kopie der Bank fertig ist. Noch unklar ist, welcher Art der Sandstein sein wird, aus dem die Greifenbank entstehen soll. Breitunger Sandstein, wie für das Original verwendet, wird es nicht werden. Auch müssen noch genaue Überlegungen getroffen werden, wie man die Bank-Kopie kontaktarm zu Boden und Felsen aufstellen kann, um ihren Zustand zu bewahren, hieß es von der Stiftung.

Horst Weinberg, Förderverein Altenstein Glücksbrunn, sagte die weitere Unterstützung beim Sammeln von Spenden zu und verwies darauf, dass der Förderverein schon mehrere 10 000 Euro übergeben konnte. Auch die Stiftung Bürger für Thüringer Schlösser und Burgen hat die Greifenbank zu einem ihrer Projekte gemacht (Spendenkonto: siehe Infokasten). yv

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 17.10.2020

    
    
    
    

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