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Neue Vogelscheuchen braucht das Land

Das "Fränkische Gartenfest" in Verbindung mit dem 14. Mitwitzer Künstlermarkt erfährt ein besonderes Highlight: Cesaros zweiten internationalen Vogelscheuchen-Wettbewerb. Mitmachen kann jeder mit Lust und Laune.

Von links: Bürgermeister Hans-Peter Laschka, André König (ARCOS), Gisela Gülpen, Gabi June Michel und Ingo Cesaro freuen sich auf viele phantasievolle Vogelscheuchen. Foto: H. Schülein  

Das "Fränkische Gartenfest" in Verbindung mit dem 14. Mitwitzer Künstlermarkt erfährt ein besonderes Highlight: Cesaros zweiten internationalen Vogelscheuchen-Wettbewerb. Mitmachen kann jeder mit Lust und Laune.

MITWITZ Einsam auf Feld und Acker, trotzen sie tapfer Wind und Wetter: Mit ihren zerzausten Stroh-Haaren, ihrer lumpigen Kleidung, ihrem großen schwarzen Hut und ausgelatschten Gummistiefeln gaukeln sie diebischen Vögeln vor, sie seien der Bauer. Leider sind Vogelscheuchen heute in Feldern und Gärten selten geworden. Das wird sich jedoch bald ändern; werden doch vom 24. bis 26. Mai zahlreiche der listigen Gesellen mit ihrem lustigen bis grimmigen Anblick den Park des Mitwitzer Wasserschlosses erobern. "Vogelscheuchen haben viel mit Nostalgie und Erinnerung zu tun", ist sich Ingo Cesaro sicher, der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mitwitz, dem Landkreis Kronach, dem 14. Mitwitzer Künstler-Markt der Regionalen Kunstförderung Kronach und der ARCOS - Veranstalter des "Fränkischen Gartenfestes" - einen internationalen Vogelscheuchen-Wettbewerb für 2019 ausschreibt.

"Ein Merkmal meiner Projekte ist es, dass ich sie über einen langen Zeitraum hinweg organisiere", betonte Cesaro. Auch der Mitwitzer Künstlermarkt geht heuer in seine 14. Runde. Eine Ausnahme bildet sein internationaler Vogelscheuchen-Wettbewerb, bei dem es bislang bei der Premiere 1996 in Rugendorf blieb - trotz überwältigenden Erfolgs. Den Wettbewerb führte der Kulturvermittler damals mit der Landjugend anlässlich deren Jubiläums durch. "Wir rechneten mit 2.000 Besuchern; alleine am ersten Tag kamen bereits 10.000 Leute. Das kleine Dorf war komplett vollgeparkt. Um 10.30 Uhr gab es nichts mehr zu essen und trinken und man musste Nachschub holen", schmunzelte er. Ausgestellt waren damals 120 Vogelscheuchen.

Im Vorfeld des "Fränkischen Gartenfests" und Mitwitzer Künstlermarkts hatte man heuer nach einem besonderen Highlight für die aus einem Umkreis bis zu 300 Kilometer anreisenden Besucher gesucht. Cesaro bot André König von ARCOS den Vogelscheuchen-Wettbewerb als "Sahnehäppchen" an, der sofort Feuer und Flamme war. Gleiches gilt auch für Vogelscheuchen-Bauer aus aller Welt; liegen doch dem Kulturvermittler bereits Zusagen aus Japan, Afrika, Rumänien und der Schweiz vor. Wichtig ist ihm, dass jeder mitmachen kann und jede Art von Vogelscheuchen vertreten ist - von hochprofessionell bis ganz einfach. Alle Generationen sollen sich angesprochen fühlen, gerne auch Kindergärten und Seniorenheime, Vereine und Institutionen, Privatleute und die Flüchtlingshilfe. "Es soll einfach für die Region ein schönes Event werden", wünscht sich Cesaro, dessen Wettbewerb - wie alle seine Ideen - unter dem Gesamtprojekt "Kulturbiotop" läuft - will heißen: "Wenn man Platz für etwas schafft, tut sich auch etwas." Es wird auch eine Künstlermarkt-Edition geben - heuer erstmals mit einem zweifarbigen Motiv: das Wasserschloss in grau und eine Vogelscheuche in rot. Hinzu kommt eine Textausgabe "Vogelscheuchiges". Sehr freuen sich die Beteiligten, Landrat Klaus Löffler als Schirmherren gewonnen zu haben.

Die Vogelscheuchen werden im Park bei den Ständen der Aussteller zu sehen sein, die die Patenschaft beziehungsweise Aufsicht übernehmen. Der Transport, der auch per Post erfolgen kann, und Aufbau stellen - laut den Verantwortlichen - kein Problem dar. Hier erhält man Hilfe von ARCOS. "Die Logistik ist ein Riesenaufwand", räumt André König ein. Dies nehme man jedoch gerne für ein solches - vermutlich deutschlandweit - einmaliges Highlight in Kauf, womit man über ein echtes Alleinstellungsmerkmal verfüge.

Viele Dinge sind noch im Detail zu klären. Sicher ist bereits, dass die Besucher über die Wettbewerbs-Sieger - vermutlich nach Vorauswahl einer Jury - abstimmen werden. Eventuell wird es verschiedene Kategorien geben - beispielsweise die schönste, hässlichste, größte. Die Geld- und Sachpreise werden von den Ausstellern gestiftet. Hier hofft man auf weitere Preise von örtlichen Unternehmen und Gaststätten. Möglich ist auch eine Versteigerung für den guten Zweck oder dass König eine Auswahl der Vogelscheuchen mit auf Gartentour nimmt. Eventuell können die lustigen Gesellen auch länger im Park verweilen - wie in Rugendorf, wo sie von Juli bis September für einen Besucheransturm sorgten. Damals musste man zum Schluss nur noch die Stangen abbauen, da ein Sturm die Vogelscheuchen komplett abgeräumt und die Teile im ganzen Ort verteilt hatte.

"Mitwitz ist halt immer für eine Überraschung gut", zeigte sich Bürgermeister Hans-Peter Laschka voller Vorfreude. Seiner Meinung nach gebe es wohl keinen geeigneteren Ort als das Areal des Wasserschlosses. Gemeinsam freut man sich auf viele Besucher und kreative Vogelscheuchen. Willkommen sind auch "lebende" Exemplare; in die Bewertung fließen diese jedoch nicht ein.

Ausschreibung Cesaros internationaler Vogelscheuchen-Wettbewerb vom 24. bis 26. Mai: Eingeladen sind Künstler, Landwirte, Gartenbauvereine, Landjugend, Privatleute und Gruppierungen usw. Es winken: 1. Preis 500 Euro, 2. Preis 300 Euro, 3. Preis 200 Euro sowie sieben attraktive Sachpreise, eventuell örtlich gestiftete Preise. Vogelscheuchen können am 22. Mai von 16 bis 18 Uhr und am 23. Mai ab 18 Uhr im Park des Wasserschlosses angeliefert werden. Sachkundiges Personal hilft beim Aufstellen. Sie können auch geschickt werden - an das Rathaus Mitwitz, Coburger Straße 14, 96268 Mitwitz. Diese müssen spätestens bis 20. Mai in Mitwitz eintreffen. Für die Befestigung stehen Metall-Einschraubhilfen zur Verfügung. Mitzubringen ist ein einlaminiertes Schild (ca. A 4), das am Fuße der Vogelscheuche befestigt wird - mit Name der Vogelscheuche sowie Name und Adresse des Herstellers. Aus Organisationsgründen ist eine Anmeldung notwendig (ein/zwei Wochen vor dem Termin) bei Ingo Cesaro ( 09261/63373, E-Mail: ingocesaro@gmx.de,

www.ingo-cesaro.de ) (hs)

    
    

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