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Erfreuliche Nachricht aus München

Die heimischen Flößer erhalten Landeskundepreis 2019

Von Gerd Fleischmann KRONACH Erfreuliche Nachricht aus München für die vier Floßvereine des Landkreises Kronach: Sie erhalten am Sonntag, 4.

Gemeinsam zeigten die vier heimischen Floßvereine beim "Tag des offenen Denkmals" auf dem Main im Jahre 2008 mit einem 70 Meter langen "Hallstadter Stück" Flagge. Foto: Gerd Fleischmann  

Von Gerd Fleischmann

KRONACH Erfreuliche Nachricht aus München für die vier Floßvereine des Landkreises Kronach: Sie erhalten am Sonntag, 4. August, bei der Flößerkirchweih am Flößermuseum in Unterrodach den Landeskundepreis. Er wird in zweijährigem Turnus vom Arbeitskreis Landeskunde und Kulturlandschaft im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege für herausragende Arbeiten und Leistungen, die der Kenntnis und Wahrung des natürlichen und kulturellen Erbes in Bayern dienten, verliehen. Die diesjährigen Preisträger sind die Floßvereine des Frankenwaldes aus Wallenfels, Unterrodach, Friesen und Neuses.

Dazu die Begründung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege: Die Floßvereine sind die vornehmlichen Träger und Vermittler der Flößerei, die über acht Jahrhunderte hinweg die Kulturlandschaft der Region geprägt hat. Sie vermitteln dieses historische Gewerbe anschaulich und publikumswirksam über regelmäßig stattfindende Floßfahrten, aber auch durch den Betrieb musealer Einrichtungen wie etwa dem Flößermuseum Unterrodach oder den Friesener Flößerstuben - Alfons-Geiger-Dorfmuseum. Zudem haben sich die Floßvereine des Frankenwaldes aktiv an der denkmalkundlichen Erfassung der historischen Kulturlandschaft der Flößerei beteiligt.

An die 800 Jahre prägte Flößerei den Frankenwald. Sie ist schon längst Geschichte geworden, und doch spricht man heute noch voller Achtung von den unglaublichen Leistungen der Altvorderen, deren Leben geprägt war von einem Kräfte zehrenden Überlebenskampf. Die Flößerei war ihre Arbeit, ihr Brot ihr Schicksal. Und sie formte den Charakter der Menschen. Abgehärtet durch die schwere Arbeit, mutig und kühn, rau nach außen, aber mit einem guten Herzen - das waren die Frankenwaldflößer. Mit Gottvertrauen, Genügsamkeit und Zufriedenheit überstand man oft schwierige Zeiten. Unerbittlich war das Gesetz, nach dem die Flößer lebten: wer arm war, blieb es ein Leben lang. Nur wenige schafften den Aufstieg und hatten es bis zum Floßherrn gebracht, der Wald und Äcker besaß. Die meisten waren Knechte, die magere Ziegen großzogen und ein Schwein, die jahraus, jahrein ihre Kartoffelklöße und Milchsuppe oder Zwetschgenmus aßen, und wenn Feiertag war, mit einem Brocken Fleisch.

Beispielhaft halten die vier Floßvereine zusammen und bewahren voller Einsatzfreude das Erbe ihrer Vorfahren. Spektakulär waren die letzten beiden großen Floßfahrten 1988 auf dem Rhein anlässlich des 700-jährigen Düsseldorfer Stadtjubiläums sowie 2008 zum Denkmalstag auf dem Main mit einem 70 Meter langen "Hallstadter Stück" von Kemmern nach Bischberg.

Ein großer Förderer der heimischen Flößervereine ist Hauptkonservator Dr. Thomas Gunzelmann aus Zapfendorf. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises Landeskunde und Kulturlandschaft im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Gunzelmann wird zur Übergabe des Landeskundepreises in Unterrodach am 4. August um 13 Uhr im Bereich des Unterrodacher Flößermuseums die Laudatio halten. Begrüßung und Grußworte sprechen Landtagspräisident a. D. Johann Böhm - er ist Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege - sowie stellvertretender Landrat Gerhard Wunder. Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat sowie der ehemaligen Gesellschaft für Bayerische Landeskunde.

    
    

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