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"Krise ist stark branchenabhängig"

Stimmung der Wirtschaft in Stadt und Landkreis Kronach hellt sich leicht auf

KRONACH Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Kronach schätzen die aktuelle Geschäftslage etwas besser ein, als die Betriebe in den übrigen Landkreisen des IHK-Bezirks.

IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach Hans Rebhan. Foto: IHK  

KRONACH Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Kronach schätzen die aktuelle Geschäftslage etwas besser ein, als die Betriebe in den übrigen Landkreisen des IHK-Bezirks. Dies ergab die Mai-Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth unter ihren regionalen Mitgliedsunternehmen. Auch die Beschäftigtenentwicklung beurteilen die befragten Unternehmen etwas positiver. IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach, Hans Rebhan, bewertet die Ergebnisse jedoch sehr differenziert. "Ich bin erleichtert, dass sich die Stimmung in einigen Teilen der Wirtschaft etwas aufhellt, aber es gibt viele Unternehmen, die nach wie vor stark unter Druck sind. Die Ungewissheit über die Dauer der Krise verunsichert die Betriebe stark."

Die Corona-Krise erschüttert die oberfränkischen Unternehmen. In der Mai-Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth ist der IHK-Konjunkturklimaindex. wie bereits berichtet, kräftig eingebrochen. Er verliert 35 Punkte und liegt nun nur noch bei 79 Zählern - ein Wert, der zuletzt in der Hochphase der Bankenkrise 2009 verzeichnet wurde. Schlecht bewertet werden sowohl die aktuelle Situation als auch die Erwartungen an die Zukunft. Doch wie stellt sich die Situation in den oberfränkischen Teilregionen dar? "Der Konjunktureinbruch trifft alle Branchen und auch alle Teilregionen. Dennoch gibt es zum Teil interessante Unterschiede", erläutert IHK-Präsidentin Sonja Weigand.

Der Konjunkturklimaindex für Stadt und Landkreis Kronach sinkt auf 82 Punkte und liegt damit drei Zähler über dem oberfränkischen Schnitt. Auch die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Kronacher Unternehmen etwas besser als die Betriebe im übrigen IHK-Bezirk. 28 Prozent (Oberfranken: 23 Prozent) der Befragten nennen sie gut, 43 Prozent (Oberfranken: 44 Prozent) schlecht. Etwas pessimistischer blickt die Kronacher Wirtschaft in die Zukunft. 42 Prozent der Kronacher Unternehmen befürchten eine weitere Verschlechterung der eigenen Situation, 21 Prozent gehen von einer Verbesserung aus.

Zurückhaltend planen die Unternehmen am Wirtschaftsstandort Kronach Investitionen. 33 Prozent der Befragten wollen sogar komplett auf Investitionen verzichten. Die Beschäftigtenentwicklung wird dagegen etwas besser eingeschätzt. So rechnen 21 Prozent der Unternehmen mit einer sinkenden, 73 Prozent mit einer gleichbleibenden und 6 Prozent mit einer steigenden Zahl an Beschäftigten.

Krise stark branchenabhängig

Hans Rebhan, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach, bewertet die regionalen Ergebnisse der Konjunkturbefragung mit gemischten Gefühlen. "Während es einige Branchen gibt, die weitgehend unbeschadet durch die Krise kommen werden, gibt es auch viele Branchen, die sehr stark unter Druck geraten, zum Teil in existenzbedrohendem Umfang." Selbst innerhalb einer Branche gebe es unterschiedliche Ausprägungen. "Wir haben in dieser Krise ein Absatz- und Nachfrageproblem. Während Unternehmen, die breit aufgestellt sind, mitunter auf andere Absatzkanäle und Produkte ausweichen können, trifft es stark spezialisierte Betriebe härter, wenn der einzige Absatzmarkt wegbricht", erläutert Rebhan. Sorge bereitet Rebhan insbesondere die große Unsicherheit im Bereich der Automobilzulieferindustrie und der Glashersteller am Rennsteig, traditionell starke Standbeine der Kronacher Industrie. "Die Ungewissheit über die weitere Entwicklung dämpfen die Stimmung der Betriebe enorm."

Gerade in dieser Situation bräuchten die Unternehmen nun klare Signale aus der Politik. Die schrittweisen Lockerungen für immer mehr Teile der Wirtschaft seien der richtige Weg. "Die Unternehmen leiden unter großer Ungewissheit, auch angesichts der unsicheren Entwicklung der weltweiten Infektionszahlen. Die Politik muss nun alles daran setzen, der Wirtschaft wieder eine Perspektive geben zu können", so Rebhan. "Darauf ist auch der Wirtschaftsstandort Kronach mit seinen vielen exportorientierten Unternehmen dringend angewiesen." Diskussionen über Steuererhöhungen und weitere Belastungen sind nach Ansicht des IHK-Vizepräsidenten jedoch völlig fehl am Platz.

    
    

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