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Katzenliebhaber für Sorgen-Siamkater gesucht

Abgemagert, verstört, mit ganz schlechtem Fell und sehr ungepflegt - so tauchte dieser arme Kater ungefähr Anfang Mai in Burgstall bei Mitwitz auf. Niemand konnte sagen, woher er kam, nie hat ein möglicher Besitzer nach ihm gefragt.

Siamkater "E.T.", männlich, kastriert, geb. ca. 2017. Foto: Tierschutzverein  

Abgemagert, verstört, mit ganz schlechtem Fell und sehr ungepflegt - so tauchte dieser arme Kater ungefähr Anfang Mai in Burgstall bei Mitwitz auf. Niemand konnte sagen, woher er kam, nie hat ein möglicher Besitzer nach ihm gefragt. Auffällig ist, dass er keinen Schwanz hat (wahrscheinlich angeboren). Auch die Zeichnung im Gesicht mit den dunklen Partien um die Augen ist ungewöhnlich. Wir dachten auf den ersten Blick, dass er dort kein Fell hat und die Haut herausschaut. Tatsächlich aber handelt es sich nicht um kahle Stellen, sondern einfach um dunkle Haare.

Da der Findling schon rein äußerlich derart aus der Reihe unserer anderen Katzen heraus sticht, gaben wir ihm den Namen "E.T.", der "Außerirdische". Natürlich ließen wir E.T. erst einmal beim Tierarzt durchchecken, impfen, entwurmen, entflohen und kastrieren.

Inzwischen ist er von unserer Quarantänestation ins Katzenzimmer umgezogen und harrt dort der Dinge, die da kommen werden. Nur - bis jetzt hat sich noch nicht viel getan... E.T. sitzt tagein, tagaus in einer Höhle oder auf dem obersten Liegebrettchen und versteckt sich vor der Welt. Auf diese Weise hat er kaum eine Chance, ein Herz für sich zu erobern. Da er aber gleichzeitig im Tierheim sehr unglücklich ist, starten wir nun auf diese Weise einen Hilferuf für den armen Kerl.

Tatsächlich suchen wir für E.T. ganz besondere Menschen, die viel Katzenerfahrung mitbringen. Denn E.T. ist immer noch sehr verstört und will mit uns Menschen eigentlich nichts zu tun haben. Falls er überhaupt jemals mal einen Besitzer hatte, so liegt dies vermutlich schon sehr lange zurück. Ganz sicher hat er sich monate- oder sogar jahrelang allein auf der Straße durchschlagen müssen. Er hat dabei wohl gelernt, dass es sicherer ist, einen großen Abstand zu Menschen zu halten und hat nur wenig Vertrauen in uns Zweibeiner.

Im Moment sind wir gerade dabei, ihn ganz langsam an Berührungen zu gewöhnen. Von seinen vertrauten Bezugspersonen lässt er sich auch schon vorsichtig am Rücken streicheln. Innigere Zärtlichkeiten oder gar Hochheben sind allerdings noch nicht drin. Da sucht der kleine Angsthase dann sofort das Weite. Aus diesem Grund haben wir es zur Zeit auch noch nicht geschafft, bessere Fotos von ihm zu machen, da er sofort flüchtet oder sich ins hinterste Eck duckt, wenn man ihm nach seinem Geschmack zuviel Aufmerksamkeit widmet. Das ist ihm dann eindeutig unheimlich.

E.T. braucht daher Menschen, die erst einmal absolut gar nichts von ihm erwarten. Menschen, die ihn einfach Katze sein lassen, die ihn in Ruhe lassen, die ihn nicht bedrängen oder nach ihm greifen wollen. Die einfach nur leise und liebevoll mit ihm sprechen, ihm Futter und Leckerlis anbieten und nach etwas Eingewöhnungszeit ganz langsam erste Streichelversuche starten - aber nur ganz vorsichtig und ruhig und ohne mit der Tür ins Haus zu fallen. E.T. darf nicht das Gefühl haben, unter Druck zu sein. Er muss einfach auf lange Sicht hin gute Erfahrungen machen und wird sich dann ganz langsam von selbst öffnen.

Dieser Prozess kann anfangs durchaus enttäuschend sein, weil man doch seinen neuen Hausgenossen so gern streicheln und liebkosen möchte. Aber es lohnt sich, Geduld zu haben. Doch dafür sind ganz besondere Menschen erforderlich und der Erfolg wird sich auch nicht von heute auf morgen zeigen. Auch kleine Kinder sind nicht für E.T. geeignet. Er braucht ein sehr ruhiges Umfeld mit täglich gleichen Ritualen, in denen er sich sicher fühlen kann.

Im Katzenzimmer ist E.T. absolut ruhig, so dass man ihn kaum merkt. Er ist stubenrein, macht nichts kaputt, rennt nicht herum, sondern versteckt sich den ganzen Tag und beobachtet seine Umgebung.

Mit den anderen Katzen versteht er sich gut, sucht ihre Nähe aber nicht. Er könnte vermutlich sowohl als Einzelprinz, als auch als Zweitkatze leben.

Da er sehr lange draußen gelebt hat, soll er irgendwann auch mal wieder Freigang haben dürfen - dies aber erst nach einer einige Wochen dauernden Eingewöhnungszeit und in verkehrsberuhigter Lage. Im Tierheim fühlt er sich im Innenbereich sicherer und ist eigentlich selten im Außengehege anzutreffen.

E.T.s Fell sieht im Moment leider immer noch sehr schlecht aus. Das wird sich auch nicht von heute auf morgen verbessern. Gutes Futter wird jedoch mit der Zeit Wunder bewirken und wenn sich E.T. einmal wieder rundum wohl in seiner Haut fühlt und nicht mehr so unglücklich schaut wie im Tierheim, wird auch das seinen Teil beitragen. Denn eigentlich ist er ein sehr schöner Kater und das wird er auch ganz sicher mal wieder werden!

Natürlich wissen wir, dass eine Vermittlung sehr schwer werden wird. Es gibt nur wenige Katzenliebhaber, die einem Kater eine Chance geben, der sich noch kaum anfassen lässt. Doch wir wollen es versuchen, denn E.T. soll wieder glücklich werden. Vielleicht wartet ja doch irgendwo der Sechser im Lotto auf diesen armen Kerl?

Tierschutzverein Kronach

Ottenhof 2

96317 Kronach

Tel.: 09261/20111

E-Mail: tsvkc@gmx.de

www.tierheim-kronach.de

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 11.07.2020

    
    
    
    

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