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Steuermann durch viele Fahrwasser

Das Theater ist Teil seines Lebens, eine Berufung und weit mehr als nur Hobby für Dr. Axel Weiß

Es sind oft unauffällige Alltagshelden, die mit ihrer Arbeit unser kleines Leben auf Wolke 7 heben: Dr. Axel Weiß gehört zweifelsfrei dazu.

500 Jahre Reformation: In der Rolle von Martin Luther spielte Axel Weiß den Reformator, dessen Kirchenumbruch im Stück "Fatale Lust" am seidenen Faden hängt. Fotos (2): privat   » zu den Bildern

Es sind oft unauffällige Alltagshelden, die mit ihrer Arbeit unser kleines Leben auf Wolke 7 heben: Dr. Axel Weiß gehört zweifelsfrei dazu.

Von Thomas Helmrich

MEININGEN Er hätte sich auch mit den Grundlagen der Mathematik beschäftigen können, gähnend langweilig und für viele immer noch Hexenwerk und selbst die Physik war in seinem Elternhaus ein dominierendes Thema. Doch wie das Leben so spielt, stellten sich für den jungen Axel Weiß die Weichen bereits sehr früh und beinahe im Theater. "Axel, du bist fast dort geboren worden", waren die Worte seiner Mutter, denn ausgerechnet zum "Fliegenden Holländer" hielt es das noch ungeborene Kind nicht mehr aus und wollte ans Licht der Welt, ans Steuer des Lebens.

Von Bauerbach über Halle, nach Leipzig und zurück

Die Leidenschaft zum Theaterspiel lag dem Knaben sozusagen in der Wiege und einen ersten Schritt ins Rampenlicht wagte er im Naturtheater Bauerbach. Das Studium der Eltern und somit die Kindheit in Halle sorgten für eine kleine Spielzeitunterbrechung, die aber rasch kompensiert wurde. Noch vor den Abiturprüfungen des Sohnes zog es die kleine Familie Weiß zurück nach Meiningen. Germanistik und Geschichte in Leipzig standen wenig später für Axel auf dem Stundenplan seines Studiums, das Wissen um die Psyche der Menschen ebenfalls, er studierte auch diese und promovierte als Dr. der Psychologie. Und Theater? Das erhielt in Leipzig den passenden Rahmen eines Kabaretts mit dem treffenden Namen "Die Pauker".

In der Meininger Suchtberatung tätig, fand Dr. Axel Weiß dann tatsächlich zurück in seine Heimat.

Theater, Theater

Robin Hood, der englische Balladenheld konnte in den Jahren 2007 und 2008 das Publikum in Bauerbach begeistern. Für Axel Weiß bedeutete diese Zeit endlich das Spiel auf der Bühne, wenn auch nicht als König der Wälder, - die Idee ein eigenes Stück zu kreieren geisterte ebenfalls in seinem Kopf herum. Mit "Wilhelm Tell" und einem Publikum von 1 100 Zuschauern debütierte er (erstmals) in der Co Regie. Es kam, was kommen musste: als Verleger der Eiswürfelreihe erhielt seine Arbeit im Jahr 2012 mit "1464 - Überfall der Meininger auf Obermaßfeld" sowie "1813" Gesicht und gipfelten bei "1914 - Vorahnungen in Sachsen - Meiningen" in das erste aus eigener Feder geschriebene Stück.

Vor zwei Jahren nun, im Jahr 2015, gab "Theophanu - die Kaiserin in Rohr" ihr Stelldichein. In Szene gesetzt und unter der Regie von Dr. Axel Weiß, gelang dem Theaterfreund nicht nur eine Spitzen-Premiere in mehrfacher Hinsicht, auch die Geburtsstunde des Rohrer Sommertheaters war erreicht. Mit "Hoch auf dem gelben Wagen" 2016 und "Fatale Lust - 500 Jahre Reformation" in diesem Sommer, konnte sich die Theatergruppe um Axel Weiß bereits jetzt schon einen Namen weit über die Landesgrenze erspielen.

Der Kraftakt geht weiter

Mehr als 200 Mitwirkende zählte das Sommertheater Rohr in diesem Jahr. Menschen aus allen sozialen Schichten "prallten" dabei friedlich aufeinander. Auch zuvor ängstliche Darsteller gingen sehr in ihren Rollen auf. Und waren es nicht immer die Bretter, die die Welt bedeuten, sondern Innenhöfe, Grasflächen und andere Gegebenheiten, als kleine Stars fühlten sich alle, spätestens beim finalen Applaus.

Die Kosten für diesen Kraftakt schultert Axel Weiß höchstpersönlich. Und dabei rücken nicht nur Einnahmen in den Fokus. Über allem Tun steht die Leidenschaft, eine Idee bis zum fertigen Werk und darüber hinaus.

Ausblick gefällig?

Noch schwebt er in der Luft, der Antrag beim Thüringer Theaterverband mit Aufnahme der Rohrer Truppe in dessen Reihe, der Plan für nächstes Jahr aber steht bereits fest: Es geht ganze 50 Jahre zurück. Ein Trabant erinnert sich und blickt aus verschiedenen Richtungen auf die Deutschen in Ost und West...

Das Drehbuch ist in Arbeit und wird in vielen Nächten geschrieben, denn bei seinem eigentlichen Beruf als Psychologe pendelt Dr. Axel Weiß zwischen einer Praxis im Norden der Republik und hier - wie ein ruheloser Steuermann durch seine Fahrwasser.

    
    

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