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Ein Zirkus, der Schule macht

Gemeinsam mit dem Ersten Ostdeutschen Projektcircus "Andre Sperlich" zeigten die Schüler der Ludwig-Chronegk- Grundschule Meiningen, was in ihnen und was alles in einem Zirkus steckt.

MEININGEN Vorhang auf, Manege frei und für ein paar Stunden Künstler sein, hieß es vergangene Woche für die Schüler der Grundschule Ludwig Chronegk in Meiningen.

Nicht nur vor der Kamera, sondern auch auf dem Drahtseil zeigten die Seiltänzerinnen ein Gewinnerlächeln und ihre anspruchsvollen Choreografien. Fotos: S Busch (3)/ privat (1)   » zu den Bildern

MEININGEN Vorhang auf, Manege frei und für ein paar Stunden Künstler sein, hieß es vergangene Woche für die Schüler der Grundschule Ludwig Chronegk in Meiningen. Zusammen mit den ältesten Kindern der Kindertagesstätte Werrahüpfer im Park, ihren Erziehern, Lehrern und den Gruppenleitern des Ersten Ostdeutschen Projektcircus "Andre Sperlich" studierten die Nachwuchskünstler innerhalb von drei Projekttagen ein Zirkusprogramm ein. Im Zelt der Schausteller, das am Sportplatz im Meininger Ortsteil Helba aufgeschlagen worden war, zeigten die in zwei Gruppen aufgeteilten Kinder zur Premiere sowie in drei sich anschließenden Aufführungen, was sie alles gelernt hatten. Dabei entführten sie das Publikum in eine Welt voller Magie, Fantasie und Träume - fernab des hektischen Alltags, in dem die Menschen oft keine Zeit und das Träumen schon längst verlernt hätten.

Zirkusmädchen Tina, gespielt von Stella, führte Schulkind Jessi, in deren Rolle Chiara aus der Klasse 3b geschlüpft war, die Lebendig- und Vielfältigkeit des klassischen Zirkus vor Augen. Zudem geleitete Tina die Zuschauer durch den Abend. "Jessi zu spielen macht sehr viel Spaß", berichtete Chiara. Mit der Zauberformel "Circus insomnia veritatem mutant" auf den Lippen und vielen Lichteffekten ging es schließlich von einer Attraktion zur nächsten. Jedes Kind begeisterte mit seinem ganz persönlichen Talent und in seiner eigenen Rolle: Arielles bunte Unterwasserwelt, in die man mit den Schülern durch einen Schwarzlicht-Tuch-Tanz abtauchen und eine Schatztruhe bergen konnte. Ein Piraten-Szenario, bei dem dieser geheimnisvolle Fund wieder gestohlen und bei einem illusionistischen Säbelkampf zurückerobert wurde. Oder der ferne Orient, in dem Fakire und Feuerspucker dem Publikum einheizten.

Zirkus bringt Werte

"Viele Kinder wachsen in ihren Rollen über sich hinaus und verbessern ihre motorischen Fähigkeiten. Außerdem gewinnen sie durch den Applaus der Zuschauer vor allem an Selbstvertrauen", erklärte Akrobatiktrainer Patrick Sperlich, der mit den sportlich Begabten Menschen-Pyramiden einübte. Wem Körperbeherrschung und Geschicklichkeit zugute kam - so wie der "kleinen Anna" aus der 1b - der konnte nicht nur bei den Artisten, sondern auch auf dem Drahtseil sein Können zeigen. Elegant balancierten hier die Mädchen in ihren Flamenco-Kleidern von einem Podest zum anderen und erhöhten die Schwierigkeit ihrer Choreografie durch verschiedene Requisiten.

Magie und Spannung verbreiteten die Gruppe der Zauberer und Hexen, bei denen der Jüngste schwebend auf einem Besen in die Manege einzog. Katjana Sperlich brachte den Zauberkünstlern bei, wie sich eine lebendige Taube mit ein wenig Hokus-Pokus in ein Kaninchen verwandelt. Jubel löste ebenso der Auftritt der Raubkatzen aus. Ein Dutzend Schülerinnen im Leoparden-Kostüm schwangen sich nur mit minimalen Hilfestellungen ihrer Trainer und ohne Netz in luftige Höhen, um mit flinken Bewegungen, wie ihr tierisches Vorbild, Figuren am Trapez zu präsentieren.

Doch wer darf in einem Zirkus nicht fehlen und ist dort heimisch? Die Antwort schien auf der Hand oder vielmehr in den roten Pausbäckchen zu liegen: Clowns - Artisten, die das Privileg teilen, Weises und Dummes zugleich heraus zu posaunen. Gemeinsam mit Gruppenleiter Manuel Sperlich unternahmen sie auch im Projektcircus einen Angriff auf die Lachmuskeln der Gäste. Dabei erzählten die Kinder einerseits komische und kindgerechte Witze, andererseits zeigten sie, dass sie sich an den ganz Großen ihrer Kunst orientierten.

Denn mit ihrem Sketch "Bienchen, Bienchen, gib mir Honig" - ein clownesker Klassiker bekannter Zirkusdynastien - gewannen sie schnell die Herzen der Meininger. Auch Western-Lasso-Künstler, Cowgirls mit rhythmischer Sportgymnastik, kleine Tauben-Dresseure und viele weitere Akteure überzeugten mit ihren Auftritten. Spielerisch brachten die Schüler so den zahlreichen Besuchern - unter ihnen Geschwisterkinder, Angehörige, aber auch schaulustige und interessierte Meininger - die traditionelle Zirkuswelt näher. Eine Zirkuswelt, die geprägt ist von Zusammenhalt und Mut, aber ebenso von Disziplin und Verantwortung.

Große und Kleine träumen

"Wir freuen uns, wenn wir den Kindern und ihren Familien einen Einblick in diese besondere Welt schenken können, sie begeistern und den Menschen zeigen, welche Leistung hinter einer Zirkusnummer steckt", betonte Patrick Sperlich. Dieses Lob teilte Silke Schüller, stellvertretende Schulleiterin der Ludwig-Chronegk-Grundschule, die allen Beteiligten vor und hinter den Kulissen für ihr Engagement dankte. Insbesondere den Eltern, die beim Zeltaufbau in nur zwei Stunden halfen und es zudem gemeinschaftlich vom gelben Blütenstaub des Besuchs in Herpf befreiten. "Rekordzeit", pries Patrick Sperlich diese Leistung.

In Erinnerung bleibt nicht zuletzt die famose Vorstellung aller Kinder, die deutlich machten, was in ihnen steckt, und dass Träume auch in der modernen Zeit noch immer einen Raum finden, so das Resümee der Besucher. "Dieses runde Zirkuszelt ist der Mittelpunkt der Welt, ein paar Stunden Künstler sein, hier im bunten Lichterschein. Dieses runde Zirkuszelt, das uns so in Spannung hält, ist der Ort, an dem man lacht, Träume für die ganze Nacht", sang indes der Nachwuchs Tinas Zirkuslied auf dem Heimweg. (sb)

    
    

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