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LEADER: Rückblick auf zehn erfolgreiche Jahre

Gesamtinvestitionen über 20 Millionen Euro dank LEADER

MEININGEN/SCHMALKALDEN/SUHL Die Regionale Aktionsgruppe (RAG) LEADER "Henneberger Land" e. V. hat in Vachdorf Bilanz gezogen. Sie blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Den Begriff LEADER gibt es allerdings schon länger.

Ein Rundgang führte ebenso durch den Ort. Der Spielplatz am Kindergarten wurde mit LEADER-Geldern neu gestaltet. Foto: LEADER  

MEININGEN/SCHMALKALDEN/SUHL Die Regionale Aktionsgruppe (RAG) LEADER "Henneberger Land" e. V. hat in Vachdorf Bilanz gezogen. Sie blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Den Begriff LEADER gibt es allerdings schon länger. Einst war es der Name eines Förderprogramms bzw. einer Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union, heute steht er auch für eine Herangehensweise: Akteure vor Ort entscheiden über die Vergabe der Fördergelder, um den ländlichen Raum zu stärken. Vor einem Jahrzehnt gab es einen Neustart, denn es galt neue Strukturen aufzubauen. "Bis dahin war die LEADER-Arbeit bei den Landwirtschaftsämtern angesiedelt und funktionierte gut, nun sollten diese Aufgabe die Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung übernehmen", kann sich Rainer Franke, der einstige Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung in Meiningen, noch gut erinnern. Neue Strukturen mussten aufgebaut werden. Aus den Regionalen Aktionsgruppen sollten Vereine werden. "Das war keine leichte Aufgabe. "Allein der Satzungsentwurf war eine schwere Geburt", sagte Rainer Franke, der heute noch aktiv im Gesamtvorstand der RAG LEADER "Henneberger Land" mitarbeitet.

INFO

Der Begriff LEADER stammt aus dem Französischen. (frz. Liaison entre actions de développement de l'économie rurale) und bedeutet so viel wie die Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Einst der Name eines Förderprogramms der Europäischen Union steht er heute für eine Herangehensweise: Akteure vor Ort entscheiden über die Vergabe der Fördergelder, um den ländlichen Raum stark zu machen.


Dr. Aribert Bach wurde 2008 Vorsitzender der neuen RAG, die seitdem als Verein tätig war. Heute hat die Regionale Aktionsgruppe "Henneberger Land" e.V., die den Landkreis Schmalkalden-Meiningen und die ländlich geprägten Ortsteile von Suhl umfasst, 63 Mitglieder. Sie betreut ein Gebiet mit knapp 133 800 Einwohnern und einer Fläche von rund 127 700 Hektar. "Das Wertvollste an dieser Arbeit waren in all den Jahren die Menschen der Region, die mit immens vielen Ideen sich für den ländlichen Raum eingesetzt haben", so Bach. Nur über konkrete, greifbare Projekte konnten schließlich auch Gelder in die Region geholt werden.

Alleine in der zurückliegenden Förderperiode von 2007 bis 2013 flossen rund 11,4 Millionen Euro ins "Henneberger Land". Und der einstige Vorsitzende machte eine interessante Rechnung auf: Nimmt man die Mitgliedsbeiträge aus dieser Zeit, so wurde das 70fache an Fördergeldern in die Region geholt. Und mit dieser Fördersumme von 11,4 Millionen Euro wurden dann Gesamtinvestitionen in Höhe von 20 Millionen Euro umgesetzt. Bach zufolge sei deshalb Danke zu sagen an die vielen engagierten Mitstreiter. Aber es sei Mahnung zugleich, denn der ländliche Raum brauche weiter eine gute finanzielle Ausstattung.

Auch Vizelandrat Klaus Thielemann unterstrich die positive LEADER-Bilanz. "Ich kenne kaum eine Stadt oder Gemeinde, die nicht schon von LEADER profitiert hat", sagte er. Die Liste der guten Projekte ist lang und reiche von heimeligen Schlafplätzen im Schäferwagen in Breitungen über den Kletterturm in Sülzfeld bis hin zum Kinderbildungszentrum in Asbach bei Schmalkalden. Bedauert wurde mehrfach, dass das Projekt "Dörfer in Aktion", das mehrere Jahre kreisübergreifend erfolgreich lief, nicht fortgeführt wurde.

"Mit wenig Geld ist viel bewegt worden. Da wurden viel Potenzial und Wille für die Region freigesetzt", sagte auch Knut Rommel, der Meininger Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung. LEADER müsse weiter gehen. Hier habe man die Chance, auch Projekte zu fördern, die sonst in keine Schublade passten. Aber Rommel mahnte auch an, dass das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht weiter in Schieflage geraten dürfe. Der bürokratische Aufwand ist auch hier nicht geringer geworden.

Johannes Schmidt, der 1.Vorsitzende der RAG seit 2013, ließ noch einmal die letzten Jahre Revue passieren und erinnerte an das enorme Engagement besonders auch der Mitarbeiterinnen des Planungsbüros Sweco, welches das Management der RAG in Regie hat, als es darum ging, die neue Regionale Entwicklungsstrategie zu erarbeiten. Hier wurden Leitbilder und Handlungsfelder festgeklopft. Und auch er forderte, in der Förderung nicht nachzulassen, denn in der Periode von 2014 bis 2020 sind es vier Millionen, die bereit stehen. "Zuvor waren es fast zwölf", sagte Johannes Schmidt.

In der Region gebe es nach wie vor viele kommunale Anträge. "Das heißt auch, dass die Gemeinden hier noch intakt sind und ihren Eigenanteil tragen können." Das sei nicht überall im Lande so. Er verwies zudem auf Kommendes. Auch in der Zukunft heißt es "Gemeinsam WERTE schätzen und WERTE schöpfen." In den kommenden Jahren soll eine Vielzahl von Projekten in allen Handlungsfeldern realisiert werden.

Dies nahm sich die RAG LEADER "Henneberger Land" e.V. zum Anlass, erfolgreich umgesetzte Projekte in Vachdorf zu besuchen. Gemeinsam besichtigten sie im Anschluss mehrere Projekte, welche zwischen 2008 und heute umgesetzt wurden. Dazu gehörte das Kultur- und Sportzentrum, wo die Veranstaltung der RAG stattfand, sowie der Spielplatz des Kindergarten Wunderland in Vachdorf. Selbst der Fußweg zum Kindergarten stellte sich als ein LEADER- Projekt heraus. Es handelt sich hierbei um den Keltenerlebnisweg, der sich von Bad Windsheim in Bayern bis nach Meiningen und eben über Vachdorf erstreckt. Die Bereisung rief nochmal allen ins Gedächtnis, dass die Arbeit der RAG einen wichtigen Teil zur Dorfgemeinschaft und der Förderung des Nachwuchses im ländlichen Raum beiträgt.

LEADER

    
    

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