» zur Übersicht Meiningen
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Weit gereister Bücherschatz steht Öffentlichkeit zur Verfügung

Werner Hoßfeld-Bibliothek steht ab sofort zur Verfügung

LANDKREIS Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen kann sich über wertvolle "Neuzugänge" aus einer Privatbibliothek freuen: Bürgerinnen und Bürger des Landkreises können ab jetzt zu den Archiv-Öffnungszeiten Einblicke in Werke von

Blick auf die Werner-Hoßfeld-Bibliothek: Für die Sicherung des Buchbestandes verantwortlich waren Karl Thränhard und Achim Fuchs (v.l.n.r.). Fotograf: Tom Pleiner  

LANDKREIS Das Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen kann sich über wertvolle "Neuzugänge" aus einer Privatbibliothek freuen: Bürgerinnen und Bürger des Landkreises können ab jetzt zu den Archiv-Öffnungszeiten Einblicke in Werke von Ludwig Bechstein, Johann Matthäus Bechstein, Julius Kober, Hermann Pusch, Johann Paul Reinhard, Adolph Schaubach, Eilhard Zickgraf und vieler weiterer bekannter Autoren nehmen. Dabei handelt es sich um den Bücherschatz des einst sehr bekannten Regionalhistorikers und Denkmalpflegers Werner Hoßfeld.

Wie die Bücher ins Kreisarchiv gelangten, ist eine längere Geschichte: Auskunft hierüber gab dem Kreisarchiv die Enkeltochter Werner Hoßfelds, Jutta de Vos-Oloff. Demnach stammen die historischen Schmöker aus dem Elternhaus Werner Hoßfelds (gebaut 1870 vom Geheimrat Wilhelm Hoßfeld), in dem Werner Hoßfeld mit seiner Tochter Mechtild (der Mutter von Jutta de Vos-Oloff) und ihrem Mann Helmut Oloff (Betriebsarzt im RAW) ab 1949 gelebt hat. "Vor dem Verkauf des Hauses - nach dem Tod unseres Vaters im Jahr 1996 - wurde die Büchersammlung des Großvaters von meiner Schwester Sigrid, ausgebildete Bibliothekarin, in ihrem Wert erkannt und von ihr in Obhut genommen", berichtet die Enkeltochter Werner Hoßfelds. Die Kartons wurden zunächst bei Armin Ender, einem Freund ihrer Eltern in Meiningen, untergestellt. "Nach dessen Tod sind sie auf die Reise nach Italien gegangen. Nach ihrer Pensionierung 2006 hat meine Schwester die Suche nach einer guten Bestimmung für die Bücher intensiver aufgenommen und kam zu der Einsicht, dass das vor Ort besser zu bewerkstelligen ist", berichtet Jutta de Vos-Oloff. So ruhte der Bücherschatz bei Familie Hilse in Meiningen - Verwandte der Hoßfelds und "Familienstützpunkt" in Meiningen. Einige Jahre befanden sich die Bücher bei ihnen. "Nach dem Tod meiner Schwester 2016 war die Frage ,was nun', die nach meinem Besuch zum Schultreffen nun auf so wundervolle Weise beantwortet worden ist", freut sich Jutta de Vos-Oloff.

Während einer Stadtführung vor etlichen Monaten war sie mit Karl Thränhardt ins Gespräch gekommen. Der bekannte Autor, aus dessen Feder etliche Bücher über unsere Region stammen, wurde hellhörig. Thränhardt, der auch die Dorfgalerie in Dreißigacker mit Leben erfüllt, erfuhr von dem verborgenen Schatz und der Plan wurde geboren, die Bücher in Meiningen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Angelika Hoyer, die Leiterin des Kreisarchivs, erklärte sich bereit, den Bestand zu übernehmen. "Wir freuen uns sehr über die Werke aus der privaten Bibliothek und bedanken uns bei Frau de Vos-Oloff für die Schenkung, die unseren Bestand an historischen Werken ungemein bereichert", sagt Hoyer.

Zum Hintergrund: Wer war Werner Hoßfeld?

Werner Hoßfeld wurde 1880 in Steinach geboren. Nach dem Abitur in Meiningen studierte er Rechtswissenschaft in Jena und Straßburg, wo er auch mit Albert Schweitzer zusammentraf. Nach dem Studium arbeitete er ab 1920 u. a. als Richter in Römhild und Meiningen. In dieser Zeit erwarb er sich ob seiner Fachkenntnisse und Zuverlässigkeit ein hohes Ansehen. Als die Nazis 1933 die Macht ergriffen, blieb Hoßfeld im Amt. Nach 1945 war er einer von wenigen Richtern, die im Dienst verblieben. Bis zur Pensionierung war er 1949 in Meiningen und Römhild als Oberamtsrichter tätig. Werner Hoßfelds Freizeit widmete er der Geschichte und der Natur der Region. In vielen Veröffentlichungen und Vorträgen engagierte er sich für den Natur- und Denkmalschutz. (So ist z. B. der Erhalt der Breitunger Seen auch seiner Arbeit zu verdanken.) Die Hoßfeldhütte am oberen Ende des Joachimstals erinnert seit den 1960er Jahren an ihn. LRA

    
    

Diesen Artikel

    
    
    
    

Online-Anzeigenannahme 

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben? Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen. »mehr
    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, technischen Angaben und vielen weiteren Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr