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Neue Broschüre über Stolpersteine in Meiningen und die Familie Strupp erschienen

Von Christoph Gann MEININGEN Der Eine-Welt-Verein Meiningen e. V. und die B.M.

Die Broschüre über die Stolpersteine in Meiningen liegen in der Tourist-Information, den Buchhandlungen Dietzel und Lohmann sowie dem Stadtarchiv aus.  

Von Christoph Gann

MEININGEN Der Eine-Welt-Verein Meiningen e. V. und die B.M. Strupp-Stiftung haben eine Broschüre über die in Meiningen verlegten 35 Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des NS-Massenmordes erstellt.

Schon über 70.000 solcher Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig wurden in zahlreichen europäischen Städten verlegt. In Meiningen fanden Verlegungen im Mai 2010, September 2011 und 2014 sowie zuletzt am 21. November 2018 statt.

Die Steine wurden von privaten Paten gespendet. Zur Verlegung der Stolpersteine für Else und Sally Mühlfelder in der Ludwig-Chronegk-Straße 12 waren eigens deren zwei Enkelkinder aus Israel angereist. Sie freuten sich sehr über die Würdigung ihrer Großeltern, die im Mai 1942 in das Ghetto Belzyce deportiert und später ermordet wurden. In der Broschüre wird aufgezeigt, wo sich die Meininger Stolpersteine befinden. Die Schicksale der Gewürdigten werden kurz dargestellt und den Opfern ein Gesicht gegeben.

So findet sich auf der Titelseite der Broschüre ein Foto von Inge Eisemann. Diese schrieb als Dreizehnjährige im Juni 1939 an einen ausgewanderten Freund in Palästina: "Ihr wundert Euch, dass ich noch nicht weg bin und ist dies auch schrecklich. Wir versuchen alles." Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie ebenfalls im Mai 1942 deportiert. Wie Ulrich Töpfer, Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins, und Christoph Gann, Vorstandsvorsitzender der B.M. Strupp-Stiftung, betonten, beschränkt sich die Geschichte der Meininger Juden aber nicht nur auf Zeiten der Verfolgung. Zu Beginn der Publikation findet sich daher ein Überblick über wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten.

Die Texte erstellte Christoph Gann, der auch das Bildmaterial zusammengetragen hat. Die Broschüre wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen gefördert. Sie liegt u.a. in der Tourist-Information, den Buchhandlungen Dietzel und Lohmann sowie dem Stadtarchiv aus. Im Rahmen des genannten Bundesprogramms wurden zudem Veranstaltungen der B.M. Strupp-Stiftung zum 80. Jahrestag des Novemberpogroms u.a. im Henfling-Gymnasium und dem Evangelischen Gymnasium gefördert. Ein Informationsblatt der Stiftung, welches ebenfalls an den genannten Orten ausliegt, gibt einen Überblick über die Familie Strupp, die derzeit in Sanierung befindliche Strupp’sche Villa und die verschiedenen Bildungsangebote der gemeinnützigen Stiftung.

Am 7. April führt die Stiftung zum 200. Jahrestag der antijüdischen Unruhen in Meiningen von 1819 eine Veranstaltung durch. Das Programm in der Schlosskirche, Schloss Elisabethenburg Meiningen, steht unter dem Titel "Als der Geist der Eigenmacht und Verfolgung um sich griff". Christoph Gann wird die Meininger Vorgänge darstellen. Thomas Prenzel aus Rostock wird sich den rassistischen Angriffen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 widmen.

Das Gernsheim-Duo (Anna Gann, Sopran; Naoko Christ-Kato, Klavier) führt Liedkompositionen aus dem 19. Jahrhundert auf. Beginn ist um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    
    

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