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Autobahnkirche ist nun die "Kirche der Einheit - Herbst’89"

MELLRICHSTADT/BIBRA "Das hätte ich nie gedacht, dass über 80 Vorschläge bei uns eingegangen sind und so viele Interessante, dass die Auswahl sehr schwergefallen ist," sagt Ralf Luther, Vorsitzender des Freundeskreises Autobahnkirche e.

An diese Wand, am Eingang der Autobahnkirche, soll künftig der Name "Kirche der Einheit - Herbst 1989" zu lesen sein. Eventuell könnte er in den Nachtstunden auch angestrahlt werden. Die Vorstandschaft des Freundeskreis Autobahnkirche A 71 e.V. mit Mellrichstadts stellvertretender Bürgermeister Thomas Dietz, Renate Steigerwald, Christiane Michel und Vorsitzendem Ralf Luther hatten diesen Platz ausgewählt. Foto: Friedrich  

MELLRICHSTADT/BIBRA "Das hätte ich nie gedacht, dass über 80 Vorschläge bei uns eingegangen sind und so viele Interessante, dass die Auswahl sehr schwergefallen ist," sagt Ralf Luther, Vorsitzender des Freundeskreises Autobahnkirche e.V. Bibra. Die Mitglieder der Vorstandschaft, die sich zur Auswahl in der Autobahnkirche trafen, hatten es deshalb gar nicht einfach. "Kirche des Friedens", "Kirche Maria Königin des Friedens", "Kirche zum guten Weg", "Atempause" oder "Drive in zum Gotteshaus" und "Deutsche Einheitskirche" war unter den Vorschlägen zu lesen. Immer wieder aber der Gedanke "Kirche der Einheit" oder "Einheitskirche Herbst’89". Die Vorstandsmitglieder entschieden sich letztendlich für den Namen "Kirche der Einheit - Herbst’89". Diese Schrift soll nun noch an der Außenwand angebracht werden. Eventuell könnte sie in den Abend- und Nachtstunden angestrahlt werden.

Offiziell erfolgt die Namensgebung am Sonntag, 29. November, wenn um 14 Uhr wieder ein ökumenischer Gottesdienst stattfindet. Die Bevölkerung ist wie immer herzlich dazu eingeladen. Dieser steht in diesem Jahr ganz unter dem Thema "30 Jahre Grenzöffnung - Der Mauerfall am 9. November 1989." Zur Namensgebung war es Ralf Luther wichtig die Bezeichnung "Herbst’89" mit aufzunehmen. Der Grund: "Wenn man Herbst’89 googelt kommt man sofort auf Themen rund um die Wiedervereinigung". In Deutschland gibt es insgesamt 48 Autobahnkirchen, wobei die an der A 71 zwischen Schweinfurt und Erfurt durchaus eine Besonderheit ist. Sie ist ganz sicher die einzige Kirche, die aus Spendengeldern direkt an der Autobahn gebaut wurde und einen Namen hat, der einen besonderen Bezug zur Deutschen Einheit hat. Der Hintergrund ist schließlich die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands.

Rhön-Grabfelds Kreiskulturreferent Hanns Friedrich brachte deshalb im vergangenen Jahr bei einer Vorstandssitzung die Idee auf, der Kirche einen Namen zu geben. Dieser Vorschlag wurde sofort angenommen und man entschied bei der Namenssuche die Bevölkerung mit einzuschalten. Der Vorstandschaft ging es bei der Namensgebung darum, dass deutlich wird, wie es zum Bau der Autobahnkirche kam. Sie soll ein Zeichen der friedlichen Revolution durch Kerzen und Gebete sein und das sollte sich im Namen der Kirche widerspiegeln. Genau das sagt nun der Name der Autobahnkirche am Parkplatz Thüringer Tor an der A 71 aus, freuen sich die Mitglieder der Vorstandschaft. Zwar ist der Heilige Christopherus der Schutzpatron der Autofahrer, so dass man die Kirche nach ihm benennen könnte, allerdings ist die kleine Kirche an der A 71 auch Zeichen der Einheit und des Zusammenwachsens, sowie Ort der Erinnerung ist.

Vorsitzender Ralf Luther dankte in diesem Zusammenhang allen, die sich bei der Namensgebung mit eingebracht haben. "Es war einfach toll, was da an Ideen hereinkam." Was noch ansteht ist eine Tafel, auf der die Namen der zahlreichen Spender zu lesen sein sollen. Sie alle haben es letztendlich ermöglicht, dass die kleine Kirche gebaut werden konnte und mittlerweile ein Besuchermagnet ist. Mehr als 500 Namen werden es sein, sagt der Vorsitzende. Angedacht ist eine indirekte Beleuchtung entlang der Glasoberlichte. Sie soll allerdings nicht zu hell sein, sondern die Kirche in den Abend- und Nachtstunden in ein besonderes Licht tauchen. Nach wie vor wird das Anliegenbuch sehr gut angenommen. "Wir hätten nie gedacht, dass das auf so großes Interesse stößt." Es sei oft erschütternd, welche Anliegen die Menschen hier eintragen. Es zeigt aber auch, dass die kleine Kirche ein Rückzugsort für Reisende ist, aber auch ein Ruhepol. (hf)

    
    

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