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Runder Geburtstag in Sülzfeld: Familien-Hotel Fasold feiert 30-Jähriges

SÜLZFELD Für viele Einheimische und so manchen Durchreisenden auf der B19 ist Familie Fasold in Sülzfeld längst wie ein guter, alter Bekannter, mit dem sie viele, schöne Erinnerungen verbinden.

Eine Postkarte aus längst vergangener Zeit.   » zu den Bildern

SÜLZFELD Für viele Einheimische und so manchen Durchreisenden auf der B19 ist Familie Fasold in Sülzfeld längst wie ein guter, alter Bekannter, mit dem sie viele, schöne Erinnerungen verbinden. Kein Wunder: Am 25. Juli 1990, vor genau 30 Jahren also, eröffneten Monika und Dietmar Fasold ihre "Raststätte im Sülzetal". Damals ein Wagnis und für das Ehepaar ein kühner Sprung vom Sozialismus in die Marktwirtschaft - noch dazu auf dem Gelände eines in Auflösung befindlichen Grenzkontroll-Vorpostens der Nationalen Volksarmee. Heute führen Sohn Thomas und Ehefrau Dana das "Hotel Fasold". Auch wenn die zurückliegenden drei Jahrzehnte für die Gastronomen und Hoteliers nicht immer einfach waren - das Familienunternehmen hat allen Stürmen der Zeit getrotzt und nun allen Grund zum Feiern. Am besten natürlich mit ihren treuen Gästen.

Das Hotel hat sich auf vielerlei Weise einen guten Namen gemacht: Nicht nur mit seinen 17 großen, schönen Hotelzimmern, nicht nur mit seiner Kegelbahn, dem geräumigen Gastraum oder dem Saal, der über 100 Sitzplätze verfügt.

Ein kleiner Geheimtipp ist die Speisekarte des Restaurants, denn wer gerne Schnitzel isst, der sollte unbedingt das Sülzfelder Hotel besuchen. Die große Schnitzelkarte hat Tradition - und dies schon seit 30 Jahren. Sie sei, sagen Thomas und Dana Fasold, aus ihrem Unternehmen nicht wegzudenken und ein guter Grund, einmal in Sülzfeld einzukehren.

Wie so viele andere Unternehmer, der nach der Wende den Mut, die Ideen und den Tatendrang aufbrachten, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und aufzubauen, hat auch Familie Fasold klein angefangen. Als im November 1989 die Grenze geöffnet wurde und sich in den Tagen darauf endlose Autoschlangen am Kontrollposten Sülzfeld vorbeischoben, hatte Dietmar Fasold die Vision, genau hier eine Gaststätte entstehen zu lassen. Die Voraussetzungen schienen günstig und nach anfänglichen Schwierigkeiten - so gut wie niemand kannte sich ja angesichts rasanter Veränderungen im Land mit gesetzlichen Bestimmungen und den Möglichkeiten für Firmengründungen aus - wandte sich der Sülzfelder an den damaligen Regierungschef Hans Modrow persönlich - und der Stein für eine neue gastronomische Einrichtung an der Straße zum damaligen Grenzübergang kam ins Rollen.

Die Grenzbehörden übergaben das Gebäude nach dem Ende der Kontrollen an diesem Vorposten schließlich an die Gemeinde und diese wiederum vermietete es am 2. Mai 1990 an Familie Fasold. Den Kontrollposten baute Dietmar Fasold zu einem kleinen Gastraum für 40 Gäste um. Auch eine kleine Küche fand ihren Platz.

Zunächst war die "Raststätte im Sülzetal" ein Selbstbedienungsrestaurant, in dem der Chef mit langer Berufserfahrung in der Gastronomie, selbst kochte. Die Lage war günstig, denn die Autobahn gen Süden war noch lange nicht in Sicht und auf der B19 rollte der Verkehr tagtäglich zwischen Bayern und Thüringen. Die Bundesstraße war eine wichtige Verkehrsader im Süden des Freistaates.

Schon bald erwies sich der Imbiss als zu klein für die Gäste, die Halt machten, um sich zu stärken. 1994 erweiterte Familie Fasold durch einen Anbau zu einer Gaststätte mit 80 Sitzplätzen und einem Saal, in dem rund 100 Gäste Platz finden können. Der Bedarf für eine geeignete Räumlichkeit für private Feiern und öffentliche Veranstaltungen in Sülzfeld war groß. Bereits ein Jahr später wagte Dietmar Fasold auch den Einstieg in die Hotellerie. Nicht nur gut essen sollte ein jedermann bei den Fasolds können, sondern auch in Ruhe nächtigen. Das Hotel "Gasthaus im Sülzetal" - so der neue Name des Familienunternehmens, erhielt 17 große, schöne, Doppelzimmer.

Doch damit nicht genug: 1997 baute die Familie auch eine Kegelbahn nach Bundesstandard mit einem Gastraum für bis zu 40 Kegelfreunde.

Der Bau der Autobahn freilich war ein Einschnitt für das Traditionsunternehmen, denn der Fernverkehr rollt seitdem nicht mehr über die B19 und manche, zufällig vorbeikommende Gäste blieben fortan aus. Doch längst hatten sich die Fasolds einen weithin bekannten Namen gemacht: Hotel und Gaststätte sind eine erste Adresse im Grabfeld.

Und es kommen immer wieder neugierige Besucher, die den persönlichen Service und das familiäre Flair des Hotels zu schätzen wissen. 2008 schließlich übernahmen Dana und Thomas Fasold den Familienbetrieb - und führen ihn bis heute.

30 Jahre Wende, 30 Jahre Wiedervereinigung - das sind auch 30 Jahre Familienunternehmen. Und es ist das Lebenswerk von Dietmar Fasold. Seine Vision wurde Wirklichkeit - und letztendlich eine Erfolgsgeschichte, auch wenn es für die Familie so manche schlaflose Nacht gab und das Schicksal des Unternehmens einmal auf der Kippe stand, weil Dietmar Fasold vor 15 Jahren einem Geschäftspartner vertraute, um den er lieber einen Bogen gemacht hätte.

Mit Hilfe des Meininger Freundes und Unternehmers Baldur Unterstab und mit Hilfe der Rhön-Rennsteig-Sparkasse schaffte er es 2008 aber, sein Unternehmen zu retten. Ein wenig Glück freilich war da auch im Spiel. Und so ist der Blick zurück einer auf eine wechselvolle Geschichte, die sich am Ende doch zu einer glücklichen fügte. (ffh)

Hotel Fasold

Ringstraße 2

98617 Sülzfeld

Telefon: 036945 5910

Fax: 036945 59114

www.hotelfasold.de

E-Mail:info@hotelfasold.de

    
    

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