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Spatenstich für Wäscherei an der Zwick

Familienbetrieb investiert rund 15 Millionen Euro in eine der modernsten Wäschereien Deutschlands

WERNSHAUSEN Zugegeben, der Spatenstich war rein symbolischer Natur. Längst schon hatten Bagger das Grundstück eingeebnet, auf dem die Ullmer Schmalkalden GmbH & CoKG ihre neue Wäscherei baut.

Gemeinsam mit Planern und Vertretern der Baufirmen griffen Landrat Peter Heimrich (5.v.l.), Bürgermeister Thomas Kaminski (6.v.l.), die Geschäftsführer Stephan Ullmer-Kadierka und Susanne Ullmer (3. und 2. von rechts) sowie der Schmalkalder Betriebsleiter DavidWolfsdorf (l.) zum Spaten, um den Neubau symbolisch zu starten.   » zu den Bildern

WERNSHAUSEN Zugegeben, der Spatenstich war rein symbolischer Natur. Längst schon hatten Bagger das Grundstück eingeebnet, auf dem die Ullmer Schmalkalden GmbH & CoKG ihre neue Wäscherei baut. Die Zeit drängt, bereits in einem Jahr möchten die beiden Geschäftsführer Susanne Ullmer und Stephan Ullmer-Kadierka am neuen Standort an der Zwick-Kreuzung "unter Volllast" arbeiten.

Dort, wo einst der imposante Behlert-Bau der Kammgarnspinnerei Niederschmalkalden stand, zeichnete sich am vorigen Dienstag bereits der Grundriss für die moderne Werkhalle mit dem Büro- und Sozialtrakt ab. Hier werden einmal 150 Beschäftigte arbeiten, die derzeit noch am Standort Eichenrain unweit des Elisabeth-Klinikums jeden Tag tonnenweise schmutzige Wäsche reinigen. Vor allem für Kliniken, aber auch Hotellerie, Gastronomie und die Lebensmittelbranche ist die Wäscherei tätig.

Zum Spatenstich erinnerte Stephan Ullmer-Kadierka an den Anfang der Investition. Sein Schwiegervater Wilfried Ullmer, der damalige Firmenchef, hatte den elterlichen Familienbetrieb in Bad Neustadt ausgebaut und war mit der deutschen Wiedervereinigung nach Schmalkalden gekommen. Dort übernahm er den Rohbau für die Wäscherei und baute am Standort Eichenrain eine leistungsfähige Wäscherei auf.

Diese sollte vor drei Jahren erweitert werden, die Bauunterlagen waren in der Stadtverwaltung bereits eingereicht. Zur gleichen Zeit bestanden fast fertige Ausbaupläne für den Standort Bad Neustadt. Nur mit den Parkplätzen gab es am Eichenrain noch ein Problem, weshalb Stephan Ullmer-Kadierka mit Bürgermeister Thomas Kaminski ins Gespräch kam. Dabei entwickelte der Stadtchef die Idee, die Wäscherei auf dem Grundstück besser an der Zwick-Kreuzung neu zu bauen.

Denn der Bürgermeister hatte mit dem Stadtrat bereits den Entschluss gefasst, den Eichenrain perspektivisch zum Gesundheits- und Naherholungsbereich entwickeln zu wollen. Der Umzug der Wäscherei hätte somit vollkommen in die kommunalen Pläne gepasst. Über die Grundidee sei man sich schnell einig gewesen, aber die Schwierigkeiten steckte im Detail, berichteten Stephan Ullmer-Kadierka und Bürgermeister Kaminski zum symbolischen Spatenstich gleichermaßen.

Fragen rund um die Wasserversorgung und die Entsorgung der Abwässer - beides wichtige Faktoren für eine Wäscherei, aber auch das Problem eventueller Altlasten am Industriestandort, galt es zu klären. "Es wurde verhandelt, geplant, verworfen, fast wurden das Vorhaben aufgegeben", erinnerte der Geschäftsführer.

Planungen fast

schon aufgegeben

Mit dem Architekturbüro Schmidt und Strack, der Stadtverwaltung und ihrer Wirtschaftsförderung habe man aber kompetente Partner gehabt, die der Wille einte, das Vorhaben schnell zur Baureife zu bringen, lobte der Unternehmer.

Mit der Firma Henkel aus Floh-Seligenthal und der Wegra-Anlagenbau aus Römhild fanden sich zwei leistungsstarke Unternehmen aus Südthüringen, welche die Neubau-Pläne in die Tat umsetzen werden.

"Wir sind quer durch Deutschland gereist und haben uns Wäschereien angeschaut", schaute Stephan Ullmer-Kadierka auf die vergangenen Monate zurück. Im Ergebnis dessen könne er versichern, dass im Schmalkalder Ortsteil Wernshausen eine der modernsten Wäschereien zwischen Rügen und Alpen entsteht. Mit der Investition möchte der Familienbetrieb, der sich mit weiteren familiengeführten Wäschereien in der Sitex-Gruppe zusammengeschlossen hat, unter die Top-3 der Branche gelangen.

Die Familie war mit drei Generationen - Seniorchef Ullmer, den geschäftsführenden Eheleuten Ullmer-Kadierka und ihrer Tochter - vor Ort, um den zukunftsträchtigen Neubau gemeinsam zu starten. Es ist die größte Investition in der 80-jährigen Firmengeschichte.

Landrat Peter Heimrich würdigte die Tatkraft des Familienbetriebes, die Chance zum Neubau und zur Erweiterung jetzt zu nutzen. Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen biete heimischen mittelständischen Betrieben stets viel Unterstützung, denn die seien das Rückgrat für wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Wohlstand in der Region. "Sie sind die Initialzündung hier"", sagte er bezogen auf den Standort Zwick. Bürgermeister Thomas Kaminski betonte: "Am Altstandort wäre der jetzt erreichte technische Standard nicht möglich gewesen".

An der Zwick entsteht nun ein Neubau mit 6500 Quadratmeter Nutzfläche, davon sind 5500 Quadratmeter Produktionsfläche. Das Gebäude, Ausmaße wie ein Fußballfeld, umfasst eine Kubatur von 70000 Kubikmeter umbauten Raum. Von den 15 Millionen Euro Investition fließt ein Großteil in die technischen Anlagen. Hier hat sich der Betrieb für einen der beiden marktbeherrschenden Maschinenanbieter entschieden.

Doch ohne engagierte Mitarbeiter könne man keinen Erfolg haben, betonte Geschäftsführer Ullmer-Kadierka. Auf die etwa 20 Nationen umfassende Belegschaft sei stets Verlass gewesen, lobte er das gesamte Team. Daher lege das Unternehmen auch Wert darauf, dass mit Sozialräumen, Terrasse und Lounge auch für die Mitarbeiter bessere Arbeits- und Pausenbedingungen entstehen.

Freilich sucht Ullmer weiterhin personell tatkräftige Unterstützung. Wer Interesse für eine Arbeit in der modernen Wäscherei hat, kann gern mit Betriebsleiter David Wolfsdorf ins Gespräch kommen. Der neue Arbeitsplatz befindet sich dann Ende 2018 im Gewerbegebiet "Zwick". Erik Hande

www.ullmer-textil.de

    
    

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