» zur Übersicht Schmalkalden
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Denkmalpreis: Landkreis ehrt vier herausragende Sanierungen

Hofanlage erhalten, Fachwerk-Villa saniert, Stadthaus instandgesetzt, Gehöft erhalten

MEININGEN / KÜHNDORF In Vertretung von Landrat Peter Heimrich zeichnete Beigeordneter Rolf Baumann beispielgebende Eigentümer für die vorbildliche Sanierung ihrer denkmalgeschützten Gebäude aus.

Rolf Baumann zeichnete die Denkmalpreisträger vor einigen Tagen aus. Foto: Landratsamt   » zu den Bildern

MEININGEN / KÜHNDORF In Vertretung von Landrat Peter Heimrich zeichnete Beigeordneter Rolf Baumann beispielgebende Eigentümer für die vorbildliche Sanierung ihrer denkmalgeschützten Gebäude aus. Wie in den vergangenen Jahren fand die Verleihung des Preises in einem denkmalgeschützten Gebäude statt - dieses Mal in der Johanniterburg Kühndorf.

Die vier Preisträger aus Schmalkalden, Walldorf, Meiningen und der Gemeinde Grabfeld/Ortsteil Behrungen erhalten je eine Geldprämie von 750 Euro sowie eine entsprechende Urkunde und Plakette.

Insgesamt gab es in diesem Jahr sieben Bewerbungen für den Denkmalpreis.

Mit dem Denkmalpreis will der Landkreis herausragendes Engagement für die Kulturschätze in unserer Region fördern, sich für das Geleistete mit Vorbildwirkung bedanken, aber auch anderen Mut machen und zeigen, welche großen Chancen in der Sanierung eines historischen Gebäudes liegen.

"Denkmalpflege ist aber auch eine Investition in die Zukunft und die Zuschüsse, die wir dafür jedes Jahr als Landkreis ausreichen, sind die beste Wirtschaftsförderung", sagte Landrat Peter Heimrich im Vorfeld der Preisverleihung.

Landkreis schafft

finanziellen Anreit

Damit verwies er auf einen zweiten Anreiz, den der Landkreis neben dem Denkmalpreis für die Sanierung von altehrwürdigen Gebäuden setzt. Wie in den Vorjahren stellte der Landkreis auch in diesem Jahr 200 000 Euro für Investitionszuschüsse in den Haushalt ein.

Von 83 Anträgen wurden 72 Vorhaben gefördert. Mit den Sanierungszuschüssen von 200 000 Euro wurden dabei Investitionsvolumen von 1,18 Mio. Euro in Gang gesetzt beziehungsweise unterstützt. "Das sind fast 600 Prozent der Zuschusssumme - ein super Multiplikator", so Heimrich.

Verliehen wurde der Denkmalpreis an:

Katrin und Stefan Hausemann , Sanierung des Gehöfts "Große Keh 5" in Grabfeld/OT Behrungen

Katrin und Stefan Hausemann kauften 2014 das Fachwerkgehöft "Große Keh 5" in Behrungen. Die vermutlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende Hofanlage sollte eigenen Wohnzwecken dienen. Erst durch das beauftragte Architekturbüro Würke & Partner aus Zella - Mehlis wurde das Ehepaar auf den Denkmalschutz des Komplexes aufmerksam gemacht. Nachträgliche Einbauten, alte Fußbodenbeläge, Tapeten und vieles mehr mussten entfernt werden. Das Schadensausmaß erwies sich größer als es Familie Hausemann zunächst annahm.

Durch unfachmännische Reparaturen in der Vergangenheit und den Einsatz falsche Materialien kamen viele Defekte zum Vorschein. Auch die gesamte Haustechnik war vollkommen überaltert. Davon ließen sich Katrin und Stefan Hausemann nicht abschrecken. Bei der Sanierung der Hofanlage setzten sie weitestgehend ökologische Baumaterialien ein.

Franz Neumann , für die Sanierung des Wohnhauses "Werrastraße 3" in Meiningen

Das Wohnhaus in der Werrastraße gehört Franz Neumann seit 1994. Das Haus wurde Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang 20. Jahrhunderts erbaut und ist mit seinem Fachwerkschmuck, den geschnitzten Palmetten, geschweiften Streben und vielem anderen Zierwerk sehr stadt-bildprägend. Der 69-jährige Franz Neumann hat die Arbeiten am Gebäude zum größten Teil in Eigenleistung durchgeführt. Nur die Familie hat ihm zur Seite gestanden.

Karin Nagler , für die Sanierung der Hofanlage Fritz-Aßmus-Straße 10 in Walldorf

Karin Nagler hat das denkmalgeschützte Anwesen Anfang der 1990er Jahre von ihrer Mutter übernommen. Als alleinstehende Frau schaffte sie es, das Anwesen zu erhalten und später mit ihrem neuen Lebenspartner zu sanieren. Beide begannen schrittweise mit der Sanierung des Daches und dem Abriss einsturzgefährdeter Scheunenteile und Anbauten. In diesem Zusammenhang wurden auch Hof und Garten entsprechend einer ehemaligen bäuerlichen Hofanlage neu gestaltet.

Dann stand die Sanierung des Wohnhauses an. Immer mehr Schäden wurden sichtbar und verlangten den Hauseigentümern starke Nerven und Einsatzbereitschaft ab. Es gab aber nicht nur negative Überraschungen, sondern auch eine große Freude über das gefundene alte Familienwappen der Familie Nagler.

Auch wenn das Wohnhaus keine exakt geraden Wände und Fußböden hat und die Decken in manchen Räumen nicht den heutigen Normen entsprechen, fühlt sich Familie Nagler in ihrem Haus sehr wohl.

Familie Stefan Gampe und Hanna-M. Wolff für die Sanierung der Fachwerkvilla in der Näherstiller Straße 25 in Schmalkalden

Die Villa wurde 1899 vom Bauunternehmer Tripp für den Kartonagenproduzenten Hermann Ostertag errichtet. Das Gebäude ist ein eingetragenes Einzeldenkmal und steht in einem denkmalgeschützten Straßenzug. Im Eigentum der Schmalkalder Wohnungsbau GmbH wurde die Villa als Wohnraum genutzt. Man kam seiner Erhaltungspflicht nach, aber die ehemalige Fabrikantenvilla stellte sich bis 2009 als "graue Maus" im Straßenzug der Näherstiller Straße dar.

Mit dem Verkauf der Gründerzeitvilla an die Familie Wolff/Gampe im Jahr 2009 sollte für das Gebäude ein neuer "Lebensabschnitt" beginnen. Trotz des erheblichen inneren und äußeren Sanierungsstaus reizte es die Familie diese Villa zu sanieren, um ansprechenden Wohnraum zu schaffen. Leider kamen bei der Sanierung des Daches und der Fassade erst einmal die verborgenen Holzschäden zum Vorschein.

Die Dacheindeckung wurde erneuert und die vergraute Fassade erhielt einen neuen Anstrich. Im Gebäudeinneren wurden die Wohnungen saniert und modernisiert.

Auch hier wurden Innentüren und Fußböden erhalten und aufgearbeitet. Selbst ein vorhandener Kachelofen im Erdgeschoß wurde erhalten und spendet heute wieder eine wohlige Wärme. Neben der kompletten Sanierung des Gebäudes wurde auch dem früheren Villengarten wiederbelebt.

Die ehemalige Villa nebst Garten ist der Beweis einer gelungenen denkmalgerechten Sanierung und bildet einen Blickfang an der Hauptzufahrtsstraße nach Schmalkalden im Bereich der Hochschule der Stadt.

(lra/red)

    
    

Diesen Artikel

    
    

aktuelle Verlagsbeilagen

Berufbildungsmagazin Herbst 2017
Berufsbildungsmagazin Frühjahr 2017
    
    

Online-Anzeigenannahme 

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben? Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen. »mehr
    
    

Herz trifft Herz 

Sie suchen einen netten Partner oder die große Liebe? Dann sind Sie bei amio Singlesuche genau richtig! »mehr
    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, technischen Angaben und vielen weiteren Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr