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Medizinische Versorgung sichern

Engpass bei augenärztlicher Betreuung / Lösung mit MVZ Bad Salzungen angestrebt

SCHMALKALDEN Seit etwa drei Monaten beschäftigt sich Bürgermeister Thomas Kaminski mit einem Problem, welches eigentlich keines sein dürfte. Zumindest dann nicht, wenn die medizinische Versorgung im Land reibungslos funktionieren würde.

Über das MVZ Schmalkalden könnte in Kooperation mit dem MVZ Bad Salzungen eine augenärztliche Versorgung gesichert werden. Verhandlungsstand: derzeit offen. Foto: Wolfgang Benkert  

SCHMALKALDEN Seit etwa drei Monaten beschäftigt sich Bürgermeister Thomas Kaminski mit einem Problem, welches eigentlich keines sein dürfte. Zumindest dann nicht, wenn die medizinische Versorgung im Land reibungslos funktionieren würde. Doch das System krankt mit Blick auf Schmalkalden derzeit selbst etwas. Allerdings scheint Besserung in Sicht zu sein, zumindest partiell. Stadtrat und Bürgermeister haben sich in der nichtöffentlichen Sitzung am Montag darüber verständigt wie eine Lösung für die Zukunft bei der augenärztlichen Versorgung aussehen könnte.

Fakt ist, dass zum Beispiel Frau Dr. Uhlemann zum 1. Mai 2018 ihre Praxis schließen wird. Seit langer Zeit sucht sie selbst eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Doch bisher waren die Mühen vergeblich. Auch Bürgermeister Kaminski schaute sich im Interesse der Stadt und ihrer Einwohner um und musste ernüchtert feststellen: "Es gibt keine Augenärzte".

Selbst der gerade ausgebildete Nachwuchs an der Universität Jena reiche zum Beispiel nicht aus. "Wenn ich keine Ärzte habe, brauche ich auch keine Programme auflegen", antwortet er auf vermeintlich gute Hinweise, solche Mediziner mit Vergünstigungen in die Stadt zu locken. Aus diesem Grund schaute er sich angesichts mangelnden Nachwuchses in der Region um.

Beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Bad Salzungen wurde der Schmalkalder Stadtchef fündig. Die Einrichtung des Krankenhauses im Nachbarkreis hat drei Augenärzte, aber nur zwei Sitze. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, dass ein Augenarzt im MVZ Schmalkalden Sprechstunde halten könnte.

Die Salzunger Einrichtung würde diese Dienstleistung anbieten und ebenfalls einen Nutzen haben. Ihre Ärzte könnten von der Ausbildung profitieren, die ihnen eine hiesige Ärztin im Bereich Augenoperation zukommen lassen würde. "Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten", erklärte Bürgermeister Thomas Kaminski. Weil die beiden MVZ in Bad Salzungen und in Schmalkalden Einrichtungen kreislicher Betriebe sind, bedarf es der Zustimmung der jeweiligen Kreistage. Aus dem Grund hat der Stadtrat von Schmalkalden am Montag einen symbolischen Beschluss gefasst und sein Interesse an solch einer Kooperation bekundet. "Einstimmig", wie der Bürgermeister den fraktionsübergreifenden Gemeinsinn betonte. Nun müssen die beiden übergeordneten Kommunalparlamente im Wartburgkreis und Landkreis Schmalkalden-Meiningen eine Entscheidung treffen. Bisher wurde auf Ebene der Medizinischen Versorgungszentren gesprochen. Fachlich sei die Lösung denkbar, jetzt muss die Politik abwägen, was für die medizinische Versorgung der Menschen im Raum Schmalkalden sinnvoll ist.

Weitere Arbeitsfelder, die der Bürgermeister und der Stadtrat noch nicht ins Auge gefasst haben, wären ähnliche Probleme bei der medizinischen Versorgung zum Beispiel im Bereich Hautarzt. Patienten im Raum Schmalkalden sitzen da wie zwischen Baum und Borke, fahren zum Arzt nach Bad Salzungen, Meiningen, Suhl oder Richtung Gotha. (eh)

    
    

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