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Zum Protest auf die Straße

Bürgermeister und Pfarrer schrieben auf der alten B19 zwei wichtige Briefe

FAMBACH Den Protest gegen die Stromtrasse "SüdLink" auf die Straße bringen, das haben Pfarrer Michael Glöckner und Bürgermeister Jürgen Herrmann schon recht spektakulär geschafft.

Deutlicher Aufruf zur Teilnahme an der Protest-Demo an gleicher Stelle.   » zu den Bildern

FAMBACH Den Protest gegen die Stromtrasse "SüdLink" auf die Straße bringen, das haben Pfarrer Michael Glöckner und Bürgermeister Jürgen Herrmann schon recht spektakulär geschafft. Am Freitagnachmittag zogen sie mit Computer, Schreibtisch und Bürostuhl kurzerhand auf die ehemalige Bundesstraße B19. Das ist der Ort, an dem am 25. März wieder einige Tausend Bürger gegen die Stromstrasse durch ihre Heimat protestieren werden. Zum Widerstand gegen "SüdLink" riefen Gemeinde und Kirchengemeinde somit gemeinsam auf.

"Normalerweise hat jeder sein Büro, aber heute sitzen wir zusammen auf der Straße, vor allem um zwei Briefe zu schreiben", erklärte Pfarrer Glöckner. Der eine gehe an die Bundesnetzagentur. Das ist die Behörde, die über den Trassenverlauf von "SüdLink" entscheiden wird. Diese habe den alternativen Vorschlag des Freistaates Thüringen abgelehnt, wodurch nun wieder der Trassenverlauf durch das Werratal und die Rhön auf dem Plan steht.

Dabei habe die Behörde noch nicht einmal eine Begründung für ihre Entscheidung bekanntgegeben, empört sich der Bürgermeister. Diese wird nun mit dem Brief schriftlich eingefordert.

Das zweite Schreiben ist an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow gerichtet, von dem sich die Gegner der Trasse Unterstützung erhoffen. Am liebsten wäre es ihnen, den Ministerpräsidenten am 25. März als Gastredner begrüßen zu können. Ob der Terminplan des Regierungschefs das zulässt sei noch offen, informierte Bürgermeister Herrmann.

Er ist empört, dass der Bund und die von ihm beauftragte Firma Tennet die dicken Stromkabel samt ungewisser Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen einfach direkt am Ort entlang führen wollen. Der Abstand zu einigen Häusern beträgt nur wenige Meter. Von Fambach aus führt die Trasse von Bad Salzungen kommend nach Mittelschmalkalden weiter in die Rhön, zeigt Herrmann auf, wie eine ganze Region von der Trasse betroffen sein würde.

Deshalb fordert er mit dem einen Brief die Darlegung der Gründe ein, warum die Bundesnetzagentur eine möglich gesundheitliche Gefährdung der Anwohner akzeptiert. "Mir ist am Erhalt der gesamten Schöpfung gelegen und es hat bisher keinen Nachweis gegeben, warum diese Trasse notwendig ist", ergänzt Pfarrer Glöckner.

Zusammen rufen Bürgermeister, zugleich Mitglied der BI "Keine Stromtrasse zwischen Rennsteig und Rhön", und Pfarrer zur Teilnahme an der Protest-Demo am 25. März um 14 Uhr auf. Am liebsten sei es ihm, wenn man eine Menschenkette bis Hessen bilden könnte, so der Geistliche, denn man sei nicht gegen die Bürger dort. Die wöllten ebenfalls nur eine Stromtrasse durch ihre Heimat verhindern, deren Sinn nicht nachgewiesen ist.

Bislang, so äußerten SüdLink-Kritiker immer wieder, gebe es die Vermutung, dass die Trasse nur für den europäischen Stromhandel benötigt wird. Der aber nütze den Menschen vor Ort wenig, müsste von ihnen aber über die Netzentgelte bezahlt werden.

Die Quittung bekomme der Bürger mit der Stromrechnung serviert und der Fambacher "Jong" werde genauso zur Kasse gebeten wie der in Bad Salzungen, Schwallungen oder in der Gemeinde Rhönblick. Um das alles zu verhindern setzten sich Bürgermeister und Pfarrer am Freitag auf die Straße, beantworteten Fragen der zahlreichen Vertreter von Funk, Fernsehen und Presse.

Autofahrer, die an der abgesicherten Straße langsam fuhren, bekamen bei Interesse einen Flyer an die Hand, auf dem noch einmal Argument gegen die Stromtrasse geschrieben standen und zur Protest-Demo eingeladen wurde. (eh)

    
    

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