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Luftbild statt Vor-Ort-Termin

Behördenfrust bei Anwohnern und Kommune nach Gespräch geklärt

FLOH-SELIGENTHAL Man nehme eine Landesstraße, zum Beispiel, die Tambacher Straße.

Die Tambacher Straße wird im kommenden Jahr ausgebaut, ein größeres Abwasserrohr wird verlegt. Foto: Erik Hande  

FLOH-SELIGENTHAL Man nehme eine Landesstraße, zum Beispiel, die Tambacher Straße. Wer durch die Ortslage fährt, dem fällt kein Problem auf, es lässt sich gut rollen und bis auf einige wenige enge Kurven, welche durch die Häuser rechts und links der Fahrbahn vorgegeben sind, lässt sich nichts Auffälliges feststellen. So dürfte es auch dem Betrachter im künftig zentralisierten Straßenbauamt Thüringen ergehen.

Dort soll fortan nur noch per Luftbildaufnahme entschieden werden, ob eine Straße ausgebaut bzw. repariert wird. Bei dieser Aussicht möchte Bürgermeister Ralf Holland-Nell am liebsten in die Luft gehen. Nicht, um eigene Bilder zu machen, sondern um seine Verärgerung loszuwerden. Denn mit dieser geplanten Vorgehensweise, so der Ortschef und zugleich Gewas-Vorsitzende, könne man doch die Probleme im unterirdischen Bauraum nicht erkennen. An der Tambacher Straße gibt es beispielsweise die Situation, dass eine 1000er Abwasserleitung auf ein 400er Abwasserrohr trifft. Logisch, dass da der ganze Schlamassel nicht mehr reinpasst und es sich staut.

Die Folge ist, dass bei Starkregen Wasser in die Keller der Anwohner drückt. Da bleibt nur der Schluss, dass schnell gehandelt werden muss. Doch dazu braucht es des Straßenbauamtes, weil die 400er Leitung unter der Straße entlang führt. Wenn künftig nur noch nach dem Luftbild geurteilt würde, dann bliebe da wohl eine Zustimmung zu Bauarbeiten aus. Gemeinde wie Bürger hätten ein dauerhaftes nasses Problem.

Gleiches trifft übrigens auf die Gewas zu, die defacto nur im unterirdischen Bauraum tätig ist. Wenn die Straße darüber in Ordnung zu sein scheint, dann dürfte darunter nicht gebaut werden. Dabei muss die Gewas doch die Straße ohnehin wieder instandsetzen, wenn sie Kanäle o.a. errichtet hat. Somit könnte es dem Straßenbauamt finanziell fast egal sein, was die Gewas wo baut. Zum anderen wäre die Landesbehörde gut beraten, mit dem jeweiligen Abwasser- bzw. Trinkwasserverband Gewas künftige Bauvorhaben abzustimmen und dabei nicht nur auf Luftbilder, sondern auch vor Ort nachzuschauen. Das meint zumindest Bürgermeister Ralf Holland-Nell, dem die Zusammenarbeit aller Thüringer Behörden und Ämter im Interesse der Bürger und Unternehmen am Herzen liegt.

Das Problem Tambacher Straße konnte inzwischen geklärt werden, nachdem der Bürgermeister zusammen mit Mitarbeitern der Gewas beim Straßenbauamt Südwestthüringen vorstellig geworden war. Der zu kleine Kanal in der Tambacher Straße wird von der Einmündung Gartenstraße bis Einmündung Sinner ausgebaut. Am unteren Ende trifft er dann auf die bereits neu errichtete Abwasserleitung, die in Richtung Rondell und weiter zur Kläranlage bei Niederschmalkalden führt. Die Arbeiten werden im Herbst ausgeschrieben, informierte Ralf Holland-Nell. Gebaut werden soll dann im kommenden Jahr. (eh)

    
    

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