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Noch mehr Besucher als voriges Jahr

Industrie Intouch war Publikumsmagnet Thüringer Wald / Informiert und teilweise gleich beworben

VIERNAU Riesiger Besucherandrang herrschte bei den vier Firmen im Haselgrund, die sich am Donnerstag an der 5. Auflage von "Industrie Intouch Thüringer Wald" beteiligten.

Gemeinsam für den Arbeitsmarkt Südthüringen werben Regionalmanagerin Cornelia Grimm, Torsten Herrmann (Hehnke GmbH), Bernd Malzahn (Paatz Viernau GmbH), Uwe Arnold (Arnold AG) und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (v.l.). Fotos (3) : Erik Hande   » zu den Bildern

VIERNAU Riesiger Besucherandrang herrschte bei den vier Firmen im Haselgrund, die sich am Donnerstag an der 5. Auflage von "Industrie Intouch Thüringer Wald" beteiligten. In der Paatz Viernau GmbH drängten sich zur offiziellen Eröffnung des in ganz Südthüringen veranstalteten Aktionstages schon nachmittags zahlreiche Neugierige in die Werkhallen. Gemeinsam mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Peter Traut, Vorsitzender des Vereins "forum Thüringer Wald", gab Geschäftsführer Bernd Malzahn den Startschuss zu Industrie Intouch.

Das sei in dieser Form eine weithin einmalige Aktion, Menschen Einblicke in die Fertigung zu geben, Arbeitsplätze und Berufe vorzustellen, lobte Minister Tiefensee. Auf dem eingeschlagen Weg könnten Südthüringer Unternehmen künftigen Auszubildenden, Pendlern, Rückkehrern und anderen Interessierten anschaulich zeigen, dass man sich in der Heimat sehr wohl eine berufliche Perspektive aufbauen kann. "Hier sind Häuser noch bezahlbar, hier gibt es eine gute Kinderbetreuung und hier gibt es interessante Arbeitsplätze", sagte der Minister.

Ziel des Aktionstages war es einerseits, so Peter Traut, der Öffentlichkeit Einblicke in die "grauen Kästen" in den Gewerbegebieten zu geben und zu zeigen, was darin produziert wird. Andererseits sei das vom forum Thüringer Wald organisierte Informationsangebot an jene gerichtet, die als Fachkraft eine berufliche Perspektive suchen.

Immerhin biete die Region eine der höchsten Dichte an Industrie-Arbeitsplätzen in Deutschland. Diese personell auch für die kommenden Jahrzehnte abzusichern sei angesichts der rückläufigen demographischen Entwicklung eine riesige Herausforderung. Daher habe der Verein den Aktionstag "Industrie Intouch Thüringer Wald" als einen Baustein auf den Veranstaltungskalender gesetzt, um die Aufmerksamkeit auf das südliche Thüringen und seine prosperierende Industrie zu lenken. Waren deren größte Sorge vor fünf Jahren die hohen Rohstoff- und Energiepreise, so sind es mittlerweile der damals kaum nennenswerte Fachkräftemangel. Vor diesem Hintergrund beteiligten sich von Ilmenau bis Sonneberg 35 Firmen an dem Aktionstag. Weit über 2000 Besucher kamen in die Werkhallen, Konstruktionsbüros und Lager, um sich umzuschauen.

Im Haselgrund boten neben Paatz die Firmen Hehnke, Arnold AG und Rennsteig-Werkzeuge Einblicke in die Werkhallen. Statt einander Konkurrenz zu machen, luden sie gemeinsam zu Industrie Intouch ein. Die Leute wollen doch sehen, "was in der Bude los ist", sprach Bernd Malzahn die Neugier und den Informationsbedarf an. Das Unternehmen, das seit einigen Wochen zur Heller-Gruppe gehört, sucht derzeit unter anderem Zerspanungsmechaniker.

Man bewege sich auch bei Paatz nun auf Industrie 4.0 zu, erklärte Malzahn. Symbolisch war in der Halle zur Eröffnung eine alte Dampfmaschine, die das Unternehmen aus einem Abriss geborgen hatte, aufgebaut. Sie erinnerte an die Zeit von Industrie 1.0 und mahnte zugleich, den technischen Fortschritt stets im Blick zu halten.

Zu Beginn des Aktionstages hatte sich Minister Tiefensee bei Rennsteig Werkzeuge umgesehen. Der Betrieb beschäftigt 330 Mitarbeiter und ist weiter auf Fachkräftesuche. Deshalb starteten die Werkzeugspezialisten die Aktion "Rennsteighelden". Mit der werben sie um Auszubildende, um zu zeigen, dass jeder seines Glückes Schmied sein kann. Man wolle "Fachkräfte nicht beim Nachbarn abwerben", betonte Geschäftsführer Sascha Zmiskol. Daher habe man sich gern dem Verbund angeschlossen, gemeinsam für die Region zu werben. Gab es bei Rennsteig Werkzeuge voriges Jahr zu Industrie Intouch 120 Teilnehmer, so waren es nun schon 140 Anmeldungen. Am Ende des Tages hatten sich 183 Neugierige, Pendler und Jobsuchende das Unternehmen angeschaut. Es habe allgemeines Interesse, aber auch konkrete Bewerbungen gegeben, informierte Geschäftsführer Zmiskol am Freitag.

Gleiches Interesse herrschte bei der Hehnke GmbH. Maximal 120 Anmeldungen waren dort zu vergeben, am Ende kamen 130 Besucher in die Werkhallen. "Ich sehe das als eine große Marketingaktion" sagte Geschäftsführer Tommy Hehnke. Durch Industrie Intouch werde das Unternehmen auch in Regionen bekannt wo man bei der Fachkräftesuche noch nicht aktiv sei. Mittlerweile werde viel über Netzwerke gesprochen, "wir haben hier eines", sagte er über das Miteinander der Firmen im Haselgrund. Seit sieben Jahre gebe es die "Reise in die Berufswelt", mit der Firmen Regelschülern Einblicke in die Unternehmen geben und Berufe vorstellen.

Von der Arnold AG lobte Uwe Arnold das Miteinander des Mittelstandes im Haselgrund. "Abschotten hilft nicht, das haben die Unternehmen hier erkannt". Daher beteilige man sich gern an Industrie Intouch, stellte er fest und konnte dann ebenfalls ausgebuchte Rundgänge im Unternehmen verzeichnen.

Aber auch bei Leoni in Schmalkalden und bei Sandvik im Ortsteil Wernshausen herrschte eine rege Nachfrage, um Einblick in Fertigung und Tätigkeitsfelder zu erhalten. In Brotterode gewährte die Firma Bonsack Präzisionstechnik einen Blick hinter die Kulissen und warb um Fachkräfte.

Erik Hande

    
    

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