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Delegation vom Leben in Israel beeindruckte

SCHMALKALDEN Fasziniert, beeindruckt, überwältigt - einfach toll. Mit diesen Worten fasste Bürgermeister Thomas Kaminski eine Reise zusammen, die es ohne ein Erinnern an vergangene Gräuel nicht gegeben hätte.

SCHMALKALDEN Fasziniert, beeindruckt, überwältigt - einfach toll. Mit diesen Worten fasste Bürgermeister Thomas Kaminski eine Reise zusammen, die es ohne ein Erinnern an vergangene Gräuel nicht gegeben hätte. Zum jährlichen Gedenken an die Opfer der Pogromnacht von 1938, in der jüdische Mitbewohner deutschlandweit drangsaliert und verschleppt worden, kam Alon Schuster aus Israel voriges Jahr in die Stadt seiner Vorfahren.

Beeindruckt von dem heutigen Schmalkalden regte er an, eine Städtepartnerschaft mit seiner heimischen Region am Gaza-Streifen einzugehen, in der als Vorsteher bislang Verantwort trug. Im Januar reiste nun eine kleine Delegation um Bürgermeister Kaminski und Pfarrer Christoph Nordmeyer nach Sha’ar Hanegev, die Heimat von Alon Schuster. Zuvor besuchten sie die Familie Vogel-Falk in Tel Aviv, ebenfalls Nachkommen einer Schmalkalder jüdischen Familie, die Opfer des Pogroms wurde und floh. Die Männer waren damals in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 verhaftet worden, in das KZ Buchenwald gekommen. Dort mussten sie das Eigentum der jüdischen Gemeinde und Privatvermögen an die Nazis abtreten.

Nathan Schuster, der Großvater von Alon Schuster, unterschrieb damals gezwungenermaßen Verträge, mit denen er als Vorsteher das Vermögen der jüdischen Gemeinde, den jüdischen Friedhof, aber auch sein Haus am Altmarkt 6 aufgab.

Dass heute der Juden und anderer Verfolgte des Naziregimes in Schmalkalden gedacht wird, Stolpersteien verlegt werden, Veranstaltungen an die Gräuel des Nationalsozialismus erinnern und gegen eine erstarkende Rechte fest Position bezogen wird, das hatte Alon Schuster und seiner Mitreisenden Ende 2018 beeindruckt. So kam es zu der Einladung nach Israel.

"Wir wollten uns erst einmal umsehen, eine Partnerschaft muss ja auch erst wachsen, ehe man daraus eine offizielle zwischen Städten eingehen kann", meinte nun Bürgermeister Thomas Kaminski im Rückblick auf die Reise. Zugleich sollte ein Schüleraustausch vorbereitet werden. Insgesamt weilte die Delegation Mitte Januar fünf Tage in Israel. In Jerusalem und Tel Aviv erlebten sie moderne Städte und Stätten, mit vielen christlichen Wurzeln.

Dann reisten sie drei Tage an den Gaza-Streifen. Dort befinden sich die etwa 8 Kibuzze, die gemeinsam verwaltet werden. Ihr Vorsteher war bislang Alon Schuster. "Das ist ein völlig anderes Leben als in der Stadt", beschrieb der Bürgermeister. Landwirtschaft, Kleintierhaltung prägen das Arbeitsleben, Häuser und Kindergärten mit Schutzräumen im Keller, in die sich Bewohner bei Angriffen aus dem Gaza-Streifen retten.

Die Bedrohungslage sei durch terroristische Angriffe spürbar. Dort werde gemeinsam gelebt, es gebe Zusammenhalt, stellte Thomas Kaminski fest. Vieles sei in einer Art Genossenschaft organisiert. Da gab es zum Beispiel im Kibuz bis vor Kurzem eben nur vier Autos, die man sich teilte.

Diese und viele andere Details wird er in seinem Vortrag am 18. Februar berichten (siehe Ankündigung Seite 3). (eh)

    
    

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