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Kinder und Jugendliche retten

Drei praxisrelevante Themen in der Veranstaltungsreihe "Schmalkalder Notfalltag"

30 Notärzte und Rettungssanitäter aus der Region haben sich beim Schmalkalder Notfalltag im Elisabeth Klinikum weitergebildet. Bei der dritten Auflage der Reihe stand der junge Patient im Fokus.

Zahlreiche Notärzte und Rettungssanitäter kamen zum 3. Notfalltag in das Elisabeth Klinikum zur Weiterbildung. Fotos: Klinikum.   » zu den Bildern

30 Notärzte und Rettungssanitäter aus der Region haben sich beim Schmalkalder Notfalltag im Elisabeth Klinikum weitergebildet. Bei der dritten Auflage der Reihe stand der junge Patient im Fokus.

SCHMALKALDEN Ein Kind mit einem gereizten Blinddarm, eine junge Frau mit Schmerzen im Unterbauch oder ein gebrochener Oberarmkopf im Wachstumsalter: Diese Erkrankungen standen im Mittelpunkt des jüngsten Schmalkalder Notfalltags im Elisabeth Klinikum. Unter dem Titel "Der kleine Patient - Versorgung von Kindern in unserem Haus" bildeten sich 30 Notärzte und Rettungssanitäter weiter. Sie sind täglich bei Notfällen in und um Schmalkalden im Einsatz und meist die ersten, die mit den Patienten in Kontakt kommen.

Privatdozent Dr. Frank Fischer, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, sprach über kindliche Bauchschmerzen. Warum es im Bauch schmerzt, kann zahlreiche Ursachen haben. Sie reichen von einem Harnwegsinfekt über Gallensteine bis zur Darmerkrankung. "Bei Kindern, die in der Notaufnahme vorgestellt werden, ist es häufig der Blinddarm oder ein stumpfes Bauchtrauma, das infolge eines Sturzes mit dem Roller oder dem Fahrrad entsteht", erklärte Frank Fischer. Gerade letzteres dürfe nicht leichtfertig abgetan werden. Um eine gegebenenfalls notwendige Behandlung einleiten zu können, sei eine gründliche Untersuchung einschließlich des Ultraschalls zu fordern. Häufig würden - trotz durchgeführter Diagnostik - keine Ursachen für die Beschwerden gefunden. "Deshalb gilt: Cool bleiben und keine Angst haben", riet der Mediziner seinen Kollegen. Er selbst behandelt Kinder ab dem Grundschulalter im Elisabeth Klinikum.

Tsvetanka Kirkova, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, thematisierte die Unterbauchschmerzen in der Pubertät. "In der Jugendzeit treten bei Mädchen gynäkologische Erkrankungen auf, die sich kaum von denen erwachsener Frauen unterscheiden. Mit Ausnahme der gynäkologischen Blutung ist eine junge Patientin zunächst schwer einer medizinischen Disziplin zuzuordnen", sagte sie. Zu dem gynäkologischen Notfall zählen unter anderem heftige Begleiterscheinungen der Regel, Schmerzen durch Eierstockzysten oder Stieldrehung, aber auch Verletzungen nach Trauma oder sexueller Missbrauch. "Hinter unklaren Beschwerden können unter anderem auch Fehlgeburten und Schwangerschaften im jungen Alter zählen. Auch daran müssen Sie denken, wenn Sie zum Einsatz gerufen werden", appellierte sie.

Der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Andreas Luther, fokussierte sich in seinem Vortrag auf Verletzungen der Extremitäten im Wachstumsalter. Dazu zählen zum Beispiel Oberarmkopfbrüche, die bis zu sechs Prozent aller kindlichen Verletzungen ausmachen. "Es ist eine Domäne der konservativen Therapie. Die Prognose ist günstig, es bleiben in der Regel keine Schäden zurück", sagte der Mediziner. Für die Behandlung junger Patienten brauche es reichlich Erfahrung. "Ein Kind ist kein kleiner Erwachsener", betonte Andreas Luther.

Die Weiterbildung rundete schließlich Dr. Katja Langenhan, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, ab. Sie sprach über häufige Kindernotfälle und bildete damit den Abschluss des Schmalkalder Notfalltags. Er wurde zu Beginn des Jahres von Dr. Alexandra Finn, Leiterin der Zentralen Notaufnahme im Elisabeth Klinikum, eingeführt und findet regelmäßig, meist einmal pro Quartal, statt. "Das Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Notärzten und Rettungssanitätern außerhalb des Klinikums und dem Personal im Klinikum weiter zu verbessern und den Patienten noch mehr Sicherheit zu bieten", sagte Alexandra Finn.

Zudem ermöglicht die Veranstaltungsreihe den Teilnehmenden, Weiterbildungspunkte zu sammeln. Diese sind für den Einsatz als Notarzt oder Rettungssanitäter unerlässlich. (ek)

    
    

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