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Denkmalpreis wurde vergeben

Danny Sauerbrey für Sanierung des Hauses Kirchhof 5 ausgezeichnet

SCHMALKALDEN In würdigem Rahmen überreichte Landrätin Peggy Greiser im Rathaus Schmalkalden die diesjährigen Denkmalpreise.

Im Jahr 2011 kaufte Danny Sauerbrey das leerstehende dreistöckige Fachwerkhaus im Kirchhof 5 in Schmalkalden und sanierte das stadtbildprägende Mehrfamilienhaus. Fotos: Erik Hande   » zu den Bildern

SCHMALKALDEN In würdigem Rahmen überreichte Landrätin Peggy Greiser im Rathaus Schmalkalden die diesjährigen Denkmalpreise. Geehrt wurden damit:

- Matthias und Martina Blatt für die Sanierung ihres Fachwerkhauses mit Scheune in der Hinteren Gasse 12 in Rohr,

- Vera von Elm und Berno Plorin für die Sanierung ihres Gehöfts in der Glasergasse 15 in Belrieth,

- Danny Sauerbrey für die Sanierung des Mehrfamilienhauses Kirchhof 5 in Schmalkalden.

Die Preisträger erhielten je eine Geldprämie von 500 Euro sowie eine entsprechende Urkunde und Plakette für das geschützte Bauwerk. "Sanierte historische Bauwerke vermitteln erlebbare Geschichte und bereichern als kulturelle Schätze jedes Orts- und Stadtbild", betonte die Landrätin in ihrer Begrüßungsrede. "Denkmalpflege ist wichtig. Sie schafft Heimat, sie schafft Verbundenheit und stiftet Identität." Was allein in diesen drei prämierten Objekten an Sanierungsleistung, Engagement, an Liebe und an Leidenschaft investiert worden sei, könne man kaum genug würdigen.

Insgesamt 56 Denkmalpreise vergab der Landkreis Schmalkalden-Meiningen seit 2007 über-wiegend an Privatpersonen, die sich in herausragender Weise um den Denkmalschutz und die Denkmalpflege verdient gemacht haben. "Zuschüsse für Denkmalpflege sind eine sichere Investition in die Zukunft und nicht zuletzt auch ein erfolgreiches Instrument der Wirtschaftsförderung", unterstrich Greiser. Aus diesem Grund gab der Kreistag für 2019 Fördermittel in Höhe von 250 000 Euro für denkmalpflegerische Maßnahmen frei. Insgesamt förderte der Kreis damit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund einer Million Euro, wovon nicht zuletzt die heimische Wirtschaft profitiere.

2019 hatten sich insgesamt acht Denkmaleigentümer für den Denkmalpreis des Landkreises Schmalkalden-Meiningen beworben. Die Untere Denkmalschutzbehörde nahm aufgrund der Ausschreibungsrichtlinien, die jährlich im Amtsblatt veröffentlicht werden, eine erste Prüfung vor und traf eine Vorauswahl. Unter anderem prüften die Mitarbeiter, ob der entsprechende Denkmalstatus vorliegt, ob im Vorfeld die nach Thüringer Denkmalschutzgesetz erforderlichen Genehmigungen eingeholt wurden, die handwerkliche und denkmalpflegerische Qualität auszeichnungswürdig ist und bezogen natürlich auch das persönliche Engagement der Bewerber ein.

Nach Prüfung all dieser Kriterien wurden die Objekte dem ehrenamtlichen Denkmalbeirat des Landkreises vorgestellt - nun wurden die drei Preisträger ausgezeichnet.

Für Schmalkalden ist das Gebäude Kirchhof 5 ein sehr bedeutsames Bauwerk. Steht es doch von mehreren Straßen und Plätzen aus in der Sichtachse. Am Eingang zum historischen Stadtkern sticht es unter den vielen Fachwerkhäusern besonders hervor.

Bei dem Haus handelt es sich um einen dreistöckigen Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach. Der Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche St. Georg ist stadtbildprägend und besitzt eine herausgehobene städtebauliche Bedeutung. Nach der Wende stand es lange Zeit leer und fristete ein trauriges Dasein. Danny Sauerbrey wollte dies ändern und kaufte 2011 das Haus, um ihm wieder neues Leben einzuhauchen.

Vor Beginn der Bauarbeiten wurden eine bauhistorische Untersuchung und eine restauratorische Fassadenuntersuchung durchgeführt. Dann konnte mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Für einen maroden und einsturzgefährdeten Anbau blieb nur noch der Abriss übrig. Er wurde durch einen Neubau ersetzt. Zur Belichtung des Dachgeschosses erhielt das Haus vier neue Gaupen. Nach der Entfernung des Putzes wurden an vielen Stellen des Fachwerkes akute Schäden sichtbar, die der Reparatur bedurften, denn das Gebäude sollte wieder im Sichtfachwerk erstrahlen. Das war jedoch nur auf der Trauseite des Gebäudes möglich. Die Giebelseite erhielt wieder einen Verputz, da die Kriegsschäden am Fachwerk nur durch eine Notre-paratur ausgebessert worden waren.

Das gesamte Haus erhielt neue Holzfenster, die nach dem historischen Vorbild hergestellt wurden. Die geplanten Wohnungen erhielten an der Nordseite Balkone. Das Natursteingewände an der Hauseingangstür wurde aufwendig restauriert und farbig wieder neu gefasst. Nach der Sanierung der Fassade begannen die Innenarbeiten. Sehr viele Balken der Holzkonstruktion mussten ausgetauscht oder verstärkt werden, da die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben war. Teilweise waren sogar Stahlunterzüge notwendig, um die Statik des Gebäudes wieder zu gewährleisten. Um die Forderungen des Brandschutzes zu erfüllen, musste unter anderem ein neues Treppenhaus eingebaut werden. Alle Wohnungen erhielten eine moderne Heizung und ansprechende sanitäre Anlagen. Im Erdgeschoss ist eine behindertengerechte Wohnung vorgesehen.

Bei der Sanierung des Gebäudes legten die Bauherren sehr viel Wert auf den Erhalt der historischen Bausubstanz. Später erfolgte Ein- und Umbauten wurden teilweise wieder rückgebaut.

(lra / eh)

    
    

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