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Coronavirus-Pandemie: Maßnahmen im Elisabeth Klinikum

Nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben / Behandlung von Corona-Infizierten vorrangig

SCHMALKALDEN Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat das Elisabeth Klinikum Schmalkalden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet. Der Schutz der Patienten, Besucher und Mitarbeiter steht dabei an oberster Stelle.

Im Elisabeth Klinikum Schmalkalden sind die Vorbereitungen auf die Behandlung von Corona-Infizierten getroffen. Foto: Erik Hande  

SCHMALKALDEN Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat das Elisabeth Klinikum Schmalkalden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet. Der Schutz der Patienten, Besucher und Mitarbeiter steht dabei an oberster Stelle.

Über 51 Thüringer (Stand Sonntag) sind mit dem Coronavirus infiziert, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind bisher zwei Fälle bekannt. Um Patienten, Besucher und Mitarbeiter zu schützen, hat das Elisabeth Klinikum Schmalkalden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet. "Unser Maßnahmenkatalog hat zum Ziel, die sichere medizinische Versorgung der Bevölkerung im Falle eines Anstiegs von infizierten Patienten gewährleisten zu können. Die Maßnahmen sind etabliert worden, um auch für einen schweren Verlauf der Infektion ausreichend gewappnet zu sein", betonen die ärztlichen Leiter des Elisabeth Klinikums Schmalkalden. Die notwendigen Schritte haben gewisse Einschränkungen zur Folge, für die die Klinikleitung die Bürger um Verständnis bittet. Die getroffenen Maßnahmen beruhen auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Bundesregierung. Eine Arbeitsgruppe, die aus Ärzten, Pflegekräften und Verwaltungsmitarbeitern besteht, berät täglich und stimmt die Maßnahmen ab. Am Freitag wurden niedergelassene Partner über die getroffenen Schutzmaßnahmen informiert.

Nicht dringliche Untersuchungen, Behandlungen sowie ambulante und stationäre Operationen werden auf spätere Termine verschoben. Das dadurch frei werdende Personal wird für die Behandlung von möglichen Corona-Patienten abgestellt. "Damit wollen wir ausreichende Behandlungskapazitäten für den erwarteten Anstieg der Patientenzahlen absichern", so die Klinikleitung. Notfälle, wie etwa die Versorgung von Herzinfarkten, die Behandlung von akuten Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt oder auch Knochenbrüche, bleiben von dieser Regelung ausgenommen.

Um auf möglichst viele Mitarbeiter zurückgreifen zu können, hat das Elisabeth Klinikum zudem sämtliche Dienstreisen des medizinischen Personals ausgesetzt. Urlaubsanträge aller Mitarbeiter werden im Einzelfall geprüft. Gegebenenfalls sollen ehemalige Mitarbeiter und Schüler mobilisiert werden.

Daneben werden die Patientenströme umgeleitet. Für Menschen mit dringendem Verdacht auf Viruserkrankungen der Atemwege oder der Lunge wurden bereits vor dem Bekanntwerden erster Corona-Fälle in Thüringen spezielle Wartebereiche und Behandlungsräume in der Zentralen Notaufnahme etabliert.

Von den übrigen Stationen und damit von aktuellen und zukünftigen Patienten des kommunalen Krankenhauses abgetrennt, wurde darüber hinaus eine Isolierstation mit sechs Behandlungsplätzen geschaffen und die spezielle Behandlung von Patienten mit Covid-19 vorbereitet. Da schwere Corona-Fälle mit Lungenentzündung oft maschinell beamtet werden müssen, wurden zusätzliche Beatmungsgeräte angeschafft.

Aufgrund der europaweit hohen Nachfrage ist die Versorgung mit geeigneter Schutzausrüstung schwierig, gilt aber derzeit am Elisabeth Klinikum als gesichert. Konsequenzen haben die Maßnahmen nun auch für die Besucher des Elisabeth Klinikums Schmalkalden. Zum Schutz der Patienten werden die Besuchsmöglichkeiten auf ein vertretbares Minimum beschränkt. Das bedeutet, dass Besuche nur in Ausnahmefällen vom ärztlichen Personal genehmigt werden.

"Alle Besucher werden außerdem dringend gebeten, Hygienemaßnahmen durchzuführen und sich vor allem die Hände zu desinfizieren", betont Atilla Yilmaz. Besuche auf der Station der Inneren Medizin, der Intensivstation und der Isolationsstation sind derzeit nicht möglich. Einzelfallentscheidungen können mit den diensthabenden Ärzten abgestimmt werden.

Geplante Veranstaltungen, wie beispielsweise der Schmalkalder Notfalltag für Rettungssanitäter am 18. März oder das Patientenforum mit Gefäßmediziner Tobias Retzlaff am 25. März, sind bis auf Weiteres abgesagt worden, sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. (red)

    
    

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