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Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Krisenstab kommt täglich im Rathaus zusammen / Stadt ist weitgehend vorbereitet

Der Bürgermeister schließt die Tür persönlich auf. In den Gängen des Rathauses herrscht am Dienstagmorgen Leere. Das wird sich tagsüber nicht viel ändern, denn die Stadtverwaltung hat wegen der Corona-Pandemie die Aktivitäten reduziert.

Leere Treppen und Flure bestimmen derzeit das Bild im Rathaus.   » zu den Bildern

Der Bürgermeister schließt die Tür persönlich auf. In den Gängen des Rathauses herrscht am Dienstagmorgen Leere. Das wird sich tagsüber nicht viel ändern, denn die Stadtverwaltung hat wegen der Corona-Pandemie die Aktivitäten reduziert.

SCHMALKALDEN Halb neun Uhr war Bewegung auf dem Flur zu hören, der Krisenstab kam zur Beratung zusammen. Dem gehören neben dem Bürgermeister und den Amtsleitern unter anderem der Bauhofleiter sowie Vertreter von Feuerwehr und Ordnungsamt an. Zudem koordiniert der im Rathaus für IT und Datenschutz zuständige Robert Glink die Kommunikation. "Wir kommen derzeit tagsüber für 3 bis 4 Stunden in die Verwaltung, beraten anstehende Aufgaben und versuchen vorausschauend Lösungen für kommende Herausforderungen zu finden", schildert Bürgermeister Thomas Kaminski.

Eine erste Bewährungsprobe hatte das Gremium bereits am Montag zu lösen. Die größte Aufgabe war zunächst, die Schließung der Kindergärten zu organisieren. Dabei galt es eine Betreuung für Kinder, deren Eltern an der Arbeit beide nicht abkömmlich sind und die keinen Dritten zur Aufsicht haben, bereitzustellen. Dies betraf vor allem Beschäftigte aus den Bereichen Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit und Ordnung, aber auch Energie und Kommunikation. Ebenso waren Alleinerziehende betroffen, die am Arbeitsplatz nicht abkömmlich sind.

Angesichts von knapp 900 Kindern in den städtischen Einrichtungen und den Tagesstätten in freier Trägerschaft "war das eine ungewisse Zahl", benannte der Bürgermeister das Problem. Am Ende gestaltete sich die Aufgabe glücklicherweise überschaubarer als befürchtet. Insgesamt mussten am Dienstag 26 Kinder aus den kommunalen Tagesstätten, 5 aus dem Regenbogen-Kindergarten Wernshausen und 3 aus den kirchlichen Kindergärten betreut werden. Zum Hindernis gestalteten sich dabei die vom Freistaat Thüringen erteilten Auflagen. So sollen die Mädchen und Jungen in den Kindergärten betreut werden, die sie sonst auch besuchen, und mehr als 15 dürfen es in einer Einrichtung auch nicht sein. "Wir hätten sonst die Betreuung mehr zusammengefasst, nur ein oder zwei Kindergärten geöffnet und alle anderen komplett geschlossen", nannte Thomas Kaminski die aus Sicht der Stadt günstigere Variante.

Dann hätte die Kommune Bauhofmitarbeiter in die Gebäude geschickt, um dort zu renovieren. Damit wäre die aufgezwungene "Corona-Pause" sinnvoll genutzt worden. Man habe, wo es machbar ist, Hausmeister und Bauhofbeschäftigte dennoch eingesetzt, damit malermäßige Instandsetzungen und kleinere Reparaturen vorgenommen werden. Zu regeln sei noch, so der Stadtchef über die Aufgabe am Dienstag, der Umgang mit den Dienstleistern. Schließlich entfällt für einige Zeit die Essensversorgung in den Kindergärten. Die müssen auch nicht mehr jeden Tag von Reinigungsfirmen gesäubert werden. Mit den Unternehmen galt es ebenfalls Lösungen zu finden, "denn sie beschäftigen auch Mitarbeiter, die auf ihren Job bauen", so der Bürgermeister.

In der Wirtschaft habe es vor allem die Tourismusbranche getroffen. "Binnen zwei Tagen wurde nahezu alles storniert", wusste Thomas Kaminski von den Hotels, Pensionen und anderen gewerblichen Anbietern. Die Gaststätten leiden unter Absagen von Feiern wie Konfirmation, Jugendweihe, Familien- und Geburtstagsfeiern. In der Branche zügig das Kurzarbeitergeld zu nutzen halte er für sinnvoll, betont der Bürgermeister.

In der Stadt selbst habe zumindest am Montag noch reger Betrieb geherrscht. Er habe den Eindruck gehabt, dass viele Menschen zu Wochenbeginn noch Besorgungen erledigten, die sie in einigen Tagen vielleicht nicht mehr vornehmen können.

Weil die Corona-Pandemie nicht Schmalkalden allein betrifft, steht die Kommune mit den Nachbarorten und dem Landratsamt Schmalkalden-Meiningen im engen Kontakt. Man werde sich gegenseitig aushelfen, wenn es Engpässe im Bauhof, bei Gerätschaften oder anderem geben sollte, beschrieb der Stadtchef das Miteinander der Orte dankbar.

Die Handlungsfähigkeit von Bauhof, Ordnungsamt, Feuerwehr und anderen Einrichtungen sei in Schmalkalden auf jeden Fall gegeben, schätzte der Bürgermeister ein. Er baut in den nächsten Tagen und Wochen aber ebenso darauf, dass sich die Menschen untereinander helfen, soziale Kontakte über digital Medien aufrechterhalten und die Hygieneregeln im eigenen Interesse befolgen. Zusammen sollte es gelingen, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. "Ich bin immer optimistisch gestimmt", sagt Thomas Kaminski, das sei auch in der jetzigen Situation so!

Bei Fragen ist die Stadtverwaltung unter 03683-6670 erreichbar (Mo./Die. 8.30-15 Uhr, Mi./Fr. 8.30-12 Uhr, Do. 8.30-17 Uhr). Erik Hande

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 04.04.2020

    
    
    
    

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