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Neue Isolierstation mit 32 Betten aufgebaut

Vorsorglich Kapazität geschaffen / Bettenzahl der Intensivstation wird verdoppelt

SCHMALKALDEN Bisher wird im Elisabeth Klinikum Schmalkalden kein Patient mit Coronavirus behandelt. Um auf mögliche Fälle vorbereitet zu sein, hat das Krankenhaus in dieser Woche dennoch weitere umfangreiche Maßnahmen getroffen.

SCHMALKALDEN Bisher wird im Elisabeth Klinikum Schmalkalden kein Patient mit Coronavirus behandelt. Um auf mögliche Fälle vorbereitet zu sein, hat das Krankenhaus in dieser Woche dennoch weitere umfangreiche Maßnahmen getroffen. Dazu gehört der Aufbau einer Isolierstation.

Die Station C2 des Elisabeth Klinikum Schmalkalden, auf der üblicherweise orthopädische und unfallchirurgische Patienten betreut werden, ist zur Isolierstation umgebaut worden. Hier stehen ab sofort 32 Betten für Menschen zur Verfügung, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren haben und stationär behandelt werden müssen. "Aktuell gibt es keinen Patienten in unserem Haus, der von Covid-19 betroffen ist. Unsere Chefärzte erwarten aber, dass unsere Kapazitäten in den nächsten sieben bis zehn Tagen benötigt werden", sagt Dr. Christian Weberus, Geschäftsführer des Elisabeth Klinikums Schmalkalden.

Mit der neuen Isolierstation bereitet sich das kommunale Krankenhaus weiter auf die Versorgung möglicher Corona-Patienten vor. Hierfür wurde eigens ein Pflegeteam formiert. Pflegekräfte, die aufgrund ihres Alters oder gewissen Vorerkrankungen zu den Risikogruppen gehören, sind nicht Teil des Teams, sondern werden auf anderen Stationen eingesetzt. 16 Mitarbeiter kümmern sich in drei Schichten um bis zu zehn Patienten. "Hier wird ein höherer Personalschlüssel benötigt, weil der Arbeitsaufwand während der Versorgung deutlich höher ist. Bevor die Mitarbeiter die Zimmer betreten, müssen sie entsprechende Schutzkleidung tragen", erklärt Christian Weberus.

In den vergangenen Tagen wurden die Ärzte und Pflegekräfte geschult, wie sie die Schutzkleidung regelkonform tragen. Um den Kontakt mit den infizierten Patienten zu minimieren, hat die EDV-Abteilung des Landratsamts Schmalkalden-Meiningen das Elisabeth Klinikum bei der Installation mobiler, schwenkbarer Kameras inklusive Mikrofonen unterstützt. Mittels Tablets haben Ärzte und Pflegekräfte nach Patientenzustimmung Zugriff auf die Kamera. "Die Visite wird damit selbstverständlich nicht ersetzt. Aber der Patient kann leichter Kontakt aufnehmen, wenn er zum Beispiel eine Flasche Wasser wünscht", so der Geschäftsführer.

Infizierte Patienten, die intensivmedizinisch betreut und beatmet werden müssen, finden auf der Intensivstation (ITS) Platz. Aktuell arbeitet das Elisabeth Klinikum daran, die bereits vorhandenen Kapazitäten auszuweiten. Die üblichen sechs Behandlungsplätze sollen verdoppelt werden, wofür zusätzliche Beatmungsgeräte genutzt werden. Patienten, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind, nach einer Operation aber überwacht werden müssen, werden auf eine erweiterte intensivmedizinische Behandlungseinheit verlegt, so dass keine Ansteckungsgefahr besteht. "Wir stellen ihnen die gewohnt gute Qualität der Versorgung sicher", betont Christian Weberus.

Ein wichtiger Faktor für die Sicherheit der Patienten und Mitarbeiter sind ausreichend persönliche Schutzmittel. "Der Einkauf ist derzeit für alle Krankenhäuser in Deutschland schwer. Abgesagte Bestellungen, lange Lieferzeiten und mitunter um das Achtfache gestiegene Preise bestimmen das Tagesgeschäft", berichtet Verwaltungsleiter André Raffel.

In der Folge nutzt das Elisabeth Klinikum alle verfügbaren Kanäle, darunter auch regionale Unternehmen, deren Betrieb ruht bzw. teilweise stillsteht. Über das Landesverwaltungsamt wurden dem kommunalen Krankenhaus in dieser Woche 175 Schutzmasken und acht Kartons mit Handschuhen verschiedener Größen zugeteilt. "Wir begrüßen, dass die zentrale Zuteilung angelaufen ist. Sollten viele Patienten eingeliefert werden, deckt die Menge den Bedarf jedoch nicht ab", sagt Verwaltungsleiter André Raffel.

Aktuell befinden sich noch rund 90 stationäre Patienten im Elisabeth Klinikum, womit knapp 80 Betten frei sind. "Ein solch leeres Haus ist äußerst selten und kommt, wenn überhaupt, nur rund um die Weihnachtsfeiertage vor", erklärt der Geschäftsführer. Die ruhige Lage werde weiterhin für die Vorbereitung genutzt. Zudem ermöglicht sie den Ärzten und Pflegekräften, einige wenige freie Tage nehmen bzw. in Rufbereitschaft stehen zu können. "Das Personal muss und soll noch einmal durchschnaufen, bevor die Situation ernster und jede helfende Hand benötigt wird", sagt Christian Weberus.

Täglich beruft er einen Krisenstab ein, zu dem die Führungskräfte des medizinischen Bereichs und der Verwaltung zählen. Dabei werden die wichtigsten Schritte besprochen. Dazu gehört, dass planbare Operationen entsprechend dem Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschef der Länder seit dem 16. März verschoben werden. "Die Notfallversorgung ist von dieser Regelung ausgenommen. Auch Operationen, ohne die sich der Zustand des Patienten deutlich verschlechtern würde, werden durchgeführt", so Weberus. Die Einschätzung, wer operiert und behandelt werden muss und wer gegebenenfalls einen neuen Termin bekommt, obliegt den Chefärzten des Hauses.

Bereits seit dem 13. Februar ist das Besuchsrecht im Elisabeth Klinikum deutlich eingeschränkt. Besuche sind nur in absoluten Ausnahmefällen und in enger Absprache mit den Ärzten erlaubt. Um die ambulante Versorgung in den Arztpraxen im Klinikum weiterhin zu sichern, wurden neue Zugangs-wege geschaffen. Lotsen am Haupteingang des Klinikums helfen allen Patienten, den richtigen Weg zu finden.

Aktuelle Informationen für Patienten, Angehörige und Interessierte veröffentlicht das Klinikum auf der eigenen Website und in den Social-Media-Kanälen sowie auf der Website des Trägers unter www.kwsm.de.

(ek/red)

    
    

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