» zur Übersicht Schmalkalden
    
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Verkehr rollt wieder ungehindert

Kasseler Straße wurde coronabedingt ohne offiziellen Festakt ihrer Bestimmung übergeben

SCHMALKALDEN Die Kasseler Straße ist freigegeben, die letzten Bautrupps sind nach zwei Jahren Bauzeit abgerückt. Insgesamt kostete der Ausbau der Straße rund 2,7 Mio. Euro.

Beim Überholen eines Radfahrers müsste der Lkw 1,5 Meter Abstand halten. In der Praxis können Lkw, Busse oder Pkw Radler nur schwer überholen. Also müssen sie langsam tuckernd hinterherfahren.   » zu den Bildern

SCHMALKALDEN Die Kasseler Straße ist freigegeben, die letzten Bautrupps sind nach zwei Jahren Bauzeit abgerückt. Insgesamt kostete der Ausbau der Straße rund 2,7 Mio. Euro. Autofahrer dürfen sich auf eine intakte Straße, Fußgänger über mehr Komfort und Sicherheit freuen. Auch Radfahrer haben nun eine eigene Spur, einen Schutzstreifen.

Der aber nervt viele Autofahrer gehörig! Nicht nur weil es beim Fahren über die Markierung unter den Rädern gehörig rumpelt, sondern auch weil er die verbliebene Fahrbahn für Autos stark einengt. Stellenweise beschleicht Autofahrer das Gefühl, an die Außenspiegel des Gegenverkehrs zu geraten, wenn man auf der Pkw-Spur bleibt. Dazu kommt, dass der Schutzstreifen für Radfahrer im Sinne seines eigentlichen Zweckes durchgängig durch die Kasseler Straße führen müsste, um besagten Schutz zu bieten. Doch genau an den kritischen Engstellen ist er nicht vorhanden.

Ohnehin ist es für Radler viel sicherer, den wenige Meter weiter vorhandenen und gut ausgewiesenen Zubringer durch die Aue in Richtung Wernshausen und Werratal-Radweg zu nutzen. Nicht zuletzt fühlen sich Radfahrer selbst auf diesem neuen Schutzstreifen in der Kasseler Straße nicht sicher. Die logische Folge ist, dass auf dieser Extra-Spur selten ein Radfahrer zu sehen ist. Über das scheinbar unnötig zum Fenster hinaus geworfene Geld ärgern sich etliche Radler wie Autofahrer gleichermaßen. Zwar darf die mit einer gestrichelten Linie abgegrenzte Spur von Pkw, Lkw und Bussen bei Bedarf mitgenutzt werden, doch ein flüssiges Fahren ist in der Kasseler Straße durch die Verkehrsanlagen nach der Baumaßnahme nicht mehr durchgängig gegeben.

Selbst an den Verkehrsinseln, die für die Sicherheit der Fußgänger sorgen sollen, scheiden sich die Geister. Manch Lkw quetscht sich auf der verbliebenen Fahrbahn durch die Engstellen, während auf der Insel befindliche Passanten defacto immer noch ohne Schutz zwischen vorbei rauschenden Fahrzeugen mitten auf der Straße stehen.

Insgesamt bietet die ausgebaute Kasseler Straße freilich wesentlich mehr Komfort, mehr Sicherheit als zuvor. Doch vollends durchdacht scheint deren Planung aus Sicht vieler Bürger und Verkehrsteilnehmer nicht.

Andere Aspekte des umfangreichen Bauvorhabens finden dagegen Zustimmung aller Beteiligten. Immerhin verfügen Fußgänger nun durchweg auf der gesamten Straßenlänge über einen sicheren Gehweg, die Fahrbahn und alle unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen wurden für die nächsten Jahrzehnte neu errichtet. Straßenbeleuchtung, Bushaltestellen, Straßenbegleitgrün und anderes mehr sind modern gestaltet.

Sogar Probleme der Außengebietsentwässerung und der Gewässerführung wurden im unteren Teil der Kasseler Straße unweit des Abzweigs nach Volkers im Rahmen des Bauvorhabens gut gelöst. Die Gemeinschaftsmaßnahme des Straßenbauamtes Südwestthüringen, der Stadt Schmalkalden und der Gewas sowie weiterer Versorger war ein konzentriert durchgeführtes Projekt, welches für die Infrastruktur der Stadt bedeutsam ist. Die Kommune sieht sich damit für die nächsten Jahre verkehrstechnisch gut gerüstet. Grundstückseigentümer verfügen für ihre Gebäude über neue Hausanschlüsse.

Die Stadt bietet mit dieser Straße optisch ein freundlicheres Willkommen. Klar, dass das Ende der Bauarbeiten nach der Fertigstellung am 7. Mai offiziell gefeiert werden sollte. Doch das obligatorische Durchschneiden des Bandes mit Bürgermeister Thomas Kaminski und den anderen Offiziellen musste ausfallen, weil im Rathaus ein möglicher Corona-Fall bekannt wurde, der sich am Ende als unbedenklich erwies. So aber durchkreuzte die Pandemie auch das feierliche Ende der zweijährigen Bauarbeiten. Die Straße wurde zuvor schon für den Verkehr wieder uneingeschränkt freigegeben. Erik Hande

    
    

Diesen Artikel

    
    

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

aufgrund der Corona-Krise mit ihren schlimmen wirtschaftlichen Auswirkungen – auch für unsere Verlagsgruppe – wird die Mittwochsausgabe des WOCHENSPIEGELs eingestellt.
Am Wochenende werden Sie aber – wie gewohnt – auch weiterhin einen WOCHENSPIEGEL in Ihrem Briefkasten finden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!


Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 15.08.2020

    
    
    
    

Online-Anzeigenannahme 

Möchten Sie eine Anzeige aufgeben? Hier können Sie bequem Ihre Anzeige verfassen. »mehr
    
    

Mediadaten 

Die gesamte Preisliste mit Preisen für Kombi-/ Einzelausgaben, technischen Angaben und vielen weiteren Informationen wie Verbreitungsgebiet und Erscheinungsweise finden Sie hier. »mehr
    
 
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.