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Geburtstagsgeschenk für die FBF-Galerie

Schenkung von Herbert Lubich an die FBF-Stiftung / Vernissage wird noch stattfinden

SCHMALKALDEN Betritt man in diesen Corona-Tagen nach Anmeldung den Galerie-Saal, dann wird der Blick fast magisch auf eine großformatige, farbintensive Bilderfolge auf dem Rang gelenkt. Von Galerieleiter Prof.

Selbstporträt Herbert Lubich.   » zu den Bildern

SCHMALKALDEN Betritt man in diesen Corona-Tagen nach Anmeldung den Galerie-Saal, dann wird der Blick fast magisch auf eine großformatige, farbintensive Bilderfolge auf dem Rang gelenkt. Von Galerieleiter Prof. Krah erfährt der Besucher, "dass diese Präsentation keine übliche Bilderfolge ist, sowohl was ihren herausragenden künstlerischen Wert als auch ihre Herkunft betrifft". Der FBF-Galerie wurden Zeit ihres Bestehens in den vergangenen zehn Jahren schon öfters das eine oder andere Kunstwerk als Schenkung übergeben, aber in diesem Falle sind es gleich sechs Kunstwerke eines Künstlers, der in den vergangenen Jahrzehnten das bildkünstlerische Antlitz im Altkreis Schmalkalden nicht unwesentlich mit beeinflusste und selbst unübersehbare Zeichen setzte. Es ist der Roßdorfer Kunstpädagoge und Kunstmaler Herbert Lubich, geboren 1939, der während seines gesamten Berufs- und Künstlerlebens in Roßdorf wohnte, lehrte und wirkte. Er hat sich vor ein paar Jahren als Alterssitz in seine Geburtsstadt Sömmerda zurückgezogen und wohnt in einem Seniorenheim."

In alter Verbundenheit zu Südthüringen und zur FBF in Schmalkalden hat er sich entschieden, passend zum Jubiläumsjahr, der FBF-Galerie diese Bilder der abstrakten Kunst als Schenkung zu übergeben. Kathleen Dietsch, die den sicheren Transport nach Schmalkalden organisierte, sowie Hubert E. Rockenberger und Wolfgang Nickel, die den Schenkungsvorgang unterstützten, konnten so formell die Kunstwerke an den FBF-Vorstand übergeben.

Bilder sofort im Blick

Wie zu erfahren war, wurde die Lieferung schnell ausgepackt, und sich ebenso schnell für den besten Platz in der Galerie entschieden: "Der Galerierang muss es sein", war die einhellige Meinung der Kunstfreunde, denn nur da oben sei es möglich, die Kunstwerke schon beim Betreten der FBF-Galerie in ihrer Gesamtheit zu erblicken.

Wenn man auf dem Galerierang steht, kann man in einem selbst gewählten Abstand den Blick in einem ununterbrochenen Schwenk über die Kunstwerke gleiten lassen und dabei zeitweise auch vergleichend verharren. Inzwischen haben Hubert Rockenberger und Wolfgang Nickel die erste nichtöffentliche Hängung in Augenschein genommen und Prof. Krah bestärkt, dass er, wie er ihnen sagte "Kunst vom Feinsten" als Geschenk für die FBF-Galerie erhalten hat. Der Galerieleiter betont, dass diese sechs Werke von Herbert Lubich, "zusammen mit den früher von ihm erworbenen zwei stilistisch ähnlichen Arbeiten, nicht einfach eine kleine Sammlung figürlicher abstrakter Malerei seien, sondern in diesen Arbeiten spiegeln sich der Geist und die Auseinandersetzungen des endenden 20. und des begonnen 21. Jahrhunderts wider".

Großzügige Schenkung - Kunst vom Feinsten

Aus jedem der Bilder könne man unterschiedliche individuelle Interpretationsgeschichten sinnierend ablesen, und dabei sich aber auch einfach an der Stilistik und an den prächtigen Farbkompositionen erfreuen. Es komme der Eindruck auf, dass Herbert Lubich als studierter Kunstpädagoge der Pädagogischen Hochschule Erfurt mit seinen am Ende seines künstlerischen Schaffens gestalteten Werken, auch beispielhaft zeigen wollte, wie mit abstrakter Kunst Kunstwerke mit hohem ästhetischen Anspruch geschaffen werden können, und gegenwärtig, sicherlich auch zukünftig, intellektuell anregend sein werden."

Damit waren vom Galerieleiter Stichworte vorgegeben, die beide Künstler gerne aufgriffen und, wie nicht anders zu erwarten, ergab sich beim gemeinsamen Betrachten von Bild zu Bild ein sehr lebhaftes, den Künstler würdigendes Gespräch zwischen den Künstlern und dem Galerieleiter zu jedem einzelnen aussagekräftigen Werk.

Abschließend ging der Blick auch zurück auf die Zeit, in der Hubert E. Rockenberger und Wolfgang Nickel mehrere Jahrzehnte mit Herbert Lubich persönlich und als Künstler eng befreundet und gemeinsam künstlerisch aktiv waren.

Herbert Lubich gehörte seit Mitte der 1960er Jahre zu den Persönlichkeiten der Bildenden Kunst-Szene in Südthüringen und der Thüringer Rhön, der dieses Genre der Kunst in dieser Region wesentlich mit prägte und aktiv förderte. Besonders hervorzuheben ist u.a. seine heute bislang wenig bekannte Tätigkeit von 1976 bis 1987 in Schmalkalden, als er mit Berufung einen nebenamtlichen Lehrauftrag für die Kunsthochschule Halle "Burg Giebichenstein" wahrnahm.

Er hatte sich mit seinen Werken der abstrakten Malerei, ab den 1970er Jahren auf Einzelausstellungen im In- und Ausland sowie mit der für DDR Künstler bedeutenden Teilnahme an der VII. Kunstausstellung der DDR 1972 in Dresden einen hohen fachlichen Ruf erworben. Dieser und seine kunstpädagogischen Kenntnisse und Fähigkeiten waren die Grundlage für die Berufung im Nebenamt für die international angesehene Kunsthochschule "Burg Giebichenstein" tätig sein zu dürfen. Zusammen mit seinem Freund Walter Nickel, dem Vater von Wolfgang Nickel, war er beauftragt, in Schmalkalden kunstpädagogische Förderkurse für ausgewählte bildkünstlerisch talentierte Schüler zu leiten, um den Schülern Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, für ein mögliches Kunststudium an einer DDR-Kunsthochschule, oder für ein Studium der Kunsterziehung oder für einen Beruf im Kunsthandwerk.

Schmalkalden war die einzige ausgewählte Förderstation dieser Art für die Kunsthochschule "Burg Giebichenstein". Die Aufnahmeprüfungen für die Kunsthochschulen waren sehr anspruchsvoll. "Nur wenige der Vielzahl der Bewerber erfüllten die hohen fachlichen Anforderungen zur Zulassung", wie Wolfgang Nickel, als ehemaliger Student dieser Alma Mater im Gespräch betonte.

Zu den Teilnehmern dieser Vorbereitungskurse zählten u.a. Harald R. Gratz, Wolfgang Nickel, Jörk Rothamel, Susanne Seifert, Cornelia Reum und viele weitere noch heute künstlerisch tätige Persönlichkeiten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und darüber hinaus. Diese kostenlose Begabtenförderung war auch ein erwähnenswertes positives Markenzeichen der DDR-Volksbildung.

Befruchtend auf sein eigenes bildkünstlerisches Schaffen wirkte sich für Herbert Lubich auch immer die Gemeinschaften mit anderen Künstlern und Kunstfreunden aus, so die schon 1973 gegründete "Kleine Galerie" in Roßdorf und besonders die von ihm mitgegründete Südthüringer Künstlergruppe "Phoenix F", die sich bis heute einen nachhaltigen Ruf erarbeitet hat.

Hubert E. Rockenberger sagte zu den Werken von Herbert Lubich: "In seinen inhaltlich durchaus identifizierbaren Arbeiten bedient er sich einer stark farbigen, expressiven und unverwechselbaren Bildsprache. Ein freudvolles Spiel mit malerischen Mitteln, das die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters geradezu herausfordert und Vorstellungsverknüpfungen in vielerlei Richtungen ermöglicht."

Wer das selbst nacherleben will, sollte die Möglichkeit nicht verpassen, wenn die FBF-Galerie zum offiziellen Besuch mit einer Vernissage einladen wird. (nkr)

    
    

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