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Mit Maske und vielen Fragen

Ministerpräsident auf Infotour in der Villa K / Jugendleben mit Musik, Graffiti und Klönen

SCHMALKALDEN Im Rahmen seiner Sommertour legte Bodo Ramelow einen Halt in der Villa K ein. Das Freizeitangebot für junge Leute wollte Thüringens Ministerpräsident kennenlernen. Gerade in der Zeit von Corona.

Ministerpräsident Bodo Ramelow mit jugendlichen Musikern vor der Villa K im Gespräch. Fotos: Erik Hande   » zu den Bildern

SCHMALKALDEN Im Rahmen seiner Sommertour legte Bodo Ramelow einen Halt in der Villa K ein. Das Freizeitangebot für junge Leute wollte Thüringens Ministerpräsident kennenlernen. Gerade in der Zeit von Corona. Schließlich sind in Sorge um die Gesundheit der Menschen seit einigen Monaten Konzerte und andere bei der Jugend beliebte Events abgesagt. Um so interessierter hörte der Landesvater am Dienstag vor einer Woche, welches Angebot die Villa K den Jugendlichen unterbreitet. Ralph Clemen, neben Geschäftsführer Michael Mönch einziger Angestellter im ansonsten ehrenamtlich geführten Verein, erklärte dem Thüringer Landesvater die Struktur des Hauses. Die Villa K startete 1995/96 mit den Schwerpunkten "Villa Kreativ", "Villa Ökologisch" und "Villa Multimedial".

Demzufolge sind in der Tradition des Schmalkalder Filmclubs das Filme und Videodrehen wie auch Filmaufführungen ein Teil des Angebotes, bei dem Jugendliche selbst Hand anlegen können. Schon befand sich der Ministerpräsident mitten im Kinoraum und ließ sich von Villa K - Geschäftsführer Michael Mönch das jüngste Projekte erklären.

In Corona-Zeiten wurde der Kinoraum zur Konzerthalle umgebaut. Hier traten Bands wie miezeSKAze oder DJ Experience vor den Kameras auf und ihr Konzert wurde per Live-Stream ins Internet an die Computer, Tablets oder Handys der jungen Leute übertragen. "Couch Diving 2020" ist das Projekt überschrieben, das vorgestern mit "Rock - Monsters of Livesession" seine Fortsetzung fand. Diese und andere Formen der kulturellen und sozialen Arbeit wären ohne die Förderung der Thüringer Staatskanzlei und der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur Thüringen e.V nicht möglich, erfuhr der Ministerpräsident.

Die Unterstützung durch den Freistaat und den Bund sei weiter notwendig. Noch dazu wo Events und Vereinsangebot von Sport bis Kultur wegen Kontaktbeschränkung zur Verhinderung der Corona-Ausbreitung weiterhin untersagt sind. An der Stelle hakte Bodo Ramelow noch einmal deutlich ein. "Beim Fußball war ich der einzige Ministerpräsident, der sein Veto eingelegt hat", sagte er in Sachen Bundesliga. "Zur gleichen Zeit hatten unsere Vereine das Verbot, auf den Sportplatz zu gehen", schilderte er die damalige Situation, in der Thüringen im Bundesrat überstimmt wurde. Die Freizeitaktivitäten fehlen freilich vielen Menschen, wusste Ramelow. Um so interessierter hörte er den dem Bericht zu, wie Jugendliche unter Anleitung eigene Songs texten und komponieren konnten.

"Wie kriege ich heraus, was ich zu sagen habe", formulierte Michael Mönch die Herausforderung, Anliegen und Text auf den Punkt zu bekommen, sich selbst zu einer Meinung zu bekennen und obendrein unterhaltsam zu präsentieren. Vorletzte Woche nahmen an dem Kurs allein 24 Jugendliche teil. Am Ende seien vier Titel an den beiden Tagen entstanden. Einen davon, den Rap-Song "Glücklich", hörte sich der Ministerpräsident sogleich an.

Mit einigen jungen Musikern kam er anschließend kurz ins Gespräch. Zuvor hatte er die Probenräume im Keller der Villa K besichtigt, neugierig dem Schlagzeug einige Töne entlockt und die kreative Farbgestaltung in der 1889/90 erbauten Gründerzeit-Villa und nun als offenem Jugendhaus genutzten Objekt bestaunt.

Im Garten der Villa K steuerte der Ministerpräsident neugierig auf die Graffiti-Wände zu. Eine Gruppe aus Benshausen lernte gerade, wie solche Flächen möglichst sehenswert gestaltet werden. Der Namenszug Kim stand auf einer der Wände groß gesprüht. "Wer ist Kim", wollte der Ministerpräsident neugierig wissen und schüchtern kam das Mädchen um die Ecke. In knappen Worten schilderte sie Bodo Ramelow die Sprühtechnik und ihre Vorgehensweise beim Erstellen des Schriftzuges.

Kurz darauf sah Bürgermeister Thomas Kaminski die von Jugendlichen selbst besprühten Handy-Hüllen und zeigte sie dem Landeschef. "Da sind Unikate, darauf ist man stolz drauf", wusste er was junge Leute interessiert.

Auf ein anderes Thema machte Philipp Schwabe, der sich in der Villa K und im gleichnamigen Trägerverein ehrenamtlich engagiert, aufmerksam: das jüdische Leben in Schmalkalden. Man wolle mit einem der nächsten Projekte den Bogen aus der Geschichte in die Gegenwart spannen und so der Jugend auch Verantwortung und Interesse für die Gestaltung der Zukunft mitgeben. Ministerpräsident Ramelow überreichte er zur Information bereits erstellte Broschüren zum Thema.

Der wiederum bedankte sich bei Vereinsvorsitzenden Ringo Besch für die ins Jugendleben gegeben Einblicke und übergab eine an die Sommertour 2020 erinnernde Tafel.

Am Rande des Geschehens gab es noch zwei unerwartete Wortmeldungen. Zum einen hatte sich Luis Sivic persönlich an den Ministerpräsidenten gewandt mit der Bitte, er möge ihn beim Erhalt des Biker-Parks in Steinbach-Hallenberg helfen. Bodo Ramelow verwies zunächst auf das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen und die Zuständigkeit des Bürgermeisters und des Stadtrates. Wenn Luis Rat brauche, dann werde ihm - so Bodo Ramelow - sein Büroleiter Johannes Häfner, der zugleich Vorsitzender des Stadtverbandes der Linken in Schmalkalden ist, als Lokalpolitiker sicher zur Seite stehen.

Eine andere Wortmeldung kam als Protest gegen Bodo Ramelow auf einem Banner in die Öffentlichkeit. Erik Hande

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 19.09.2020

    
    
    
    

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