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Witterungsrückblick auf den Oktober 2018 - die Hoffnung stirbt zuletzt

NEUHAUS Langsam wird es öde. Analog zu meinem Septemberrückblick könnte man die ersten Zeilen ohne jegliche Änderung wiederholen. Kurzfassung des Rückblicks für den vergangenen Monat: Zu warm, zu trocken, zu sonnig - wie gehabt.

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NEUHAUS Langsam wird es öde. Analog zu meinem Septemberrückblick könnte man die ersten Zeilen ohne jegliche Änderung wiederholen. Kurzfassung des Rückblicks für den vergangenen Monat: Zu warm, zu trocken, zu sonnig - wie gehabt. Im Detail natürlich kleine Differenzen, letzten Endes jedoch wieder das alte Schema. Die größten Unterschiede gab es noch in den Tageslängen. Eine Aussage muss ich allerdings revidieren. Gut, ich hatte ein kleines Fragezeichen gesetzt hinter der Annahme, dass der 21.September der nun letzte Sommertag gewesen sein sollte. Auch wenn am Vormittag des 2. Oktober hier oben bei 0,8°C die ersten Flocken tanzten, absehbar war bereits ab diesem Tag dass es einen Rückfall geben würde. Rückfall in den Sommer, und der nicht von schlechten Eltern. Die Durchschnittstemperatur vom 5. bis zum 17. Oktober 12,8°C, das gab es über so einen langen Zeitraum im Oktober noch nie. Zum Vergleich - das klimatologische Mittel für den Juni beträgt in unserer Höhenlage 11,6°C. In diesen 13 Tagen 101 Stunden Sonnenschein, markantestes Niederschlagsereignis in dieser Zeit extremer Taubeschlag (Advektionstau) am Morgen des 9. Oktober.

Nach klarer Nacht bildeten sich stellenweise sogar kleinere Pfützen durch herablaufenden Tau. Täglich mehr als 10 Stunden Sonnenschein in subtropischen Luftmassen vom 10. bis 15. Oktober - danke an Hoch Victor. Zwar schön, aber für Wetterfrösche eher schön langweilig. Wärmste Tage im Oktober der 12. und 13., am 12. mit einem Tagesmittel von 15,7° und der 13. Mit einem Maximum von 21,3°C. Keine Monats- oder Dekadenrekorde, für die beiden Tage sind es indessen neue Bestmarken. Ebenso das hohe Minimum von 12,6°C - zu so einem späten Zeitpunkt im Jahr gab es dies bisher nur einmal, am 15. Oktober 2009. Bis zum 18. Oktober lag der Monat noch auf Rekordkurs, dann näherten wir uns endlich und bedächtig dem der Jahreszeit eher entsprechenden Temperaturbereich. Und langsam wurde es auch wieder etwas feuchter, das beachtliche Niederschlagsdefizit bleibt allerdings weiterhin bestehen. Am 24. Oktober, dem Tag mit der höchsten Niederschlagsmenge von bescheidenen 9,2 Litern pro Quadratmeter, fühlte man sich wieder an die gute alte Zeit erinnert. Die Kaltfront von Tief Sieglinde brachte Nebeltreiben, Regen und Sprühregen, in Böen Windstärke acht bei einer Temperaturschwankung von gerade einmal 1,5°C innerhalb der 24 Stunden - das gute alte Herrnhäuser Mistwetter war nach einer gefühlten Ewigkeit wieder heimgekehrt.

Der Hochdruckeinfluss war nun bis zum Monatsende passé, mehrere kleine Tiefs sorgten für etwas Niederschlag, Sonnenschein war rar. Und dann kam der letzte Sonntag des Monats. Schon seit Tagen zeigten die Prognosen etwas an was man sich zu Heiligabend wünscht - Schnee!!! Die Prognose hundertprozentig eingetroffen, bis zum Abend waren es bei Nordoststau 4 Zentimeter, am Montagmorgen 5 Zentimeter, man fühlte sich wie in einer ungewohnten Welt. Gleichzeitig war es mit einer Mitteltemperatur von minus 0,5°C und einem Tiefstwert von minus 1,3°C der kälteste Tag des Monats. So schnell wie der Schnee kam verschwand er allerdings auch wieder. Spielverderber eine nicht alltägliche Warmfront. Das gleiche Tief Yaia, welches uns am Sonntag die weiße Überraschung bescherte nahm sie uns in der Nacht zum Dienstag auch wieder. Außergewöhnlich starke Warmluftadvektion brachte eine sehr interessante zweite Nachthälfte. Wer bei offenem Fenster schlief konnte, sofern wach oder wachgeworden, folgendes beobachten: Bis 2 Uhr dickster Nebel, Temperatur knapp über Null, naja… dann verschwand der Nebel sehr schnell, der Mond war zu sehen - und es plätscherte. Klar, kein Regen, innerhalb kurzer Zeit stieg die Temperatur auf das Tagesmaximum von 9,0°C, und der Schnee ging dahin … Wenig später ging es temperaturmäßig langsam wieder bergab, dazu am Nachmittag Sturmböen in der Windstärke neun, erneut einsetzender Schneefall, Temperatur um 17.00 Uhr minus 0,1°C. Es reichte nochmals für eine hauchdünne Schneedecke, Reste von diesem "Wintereinbruch" fanden sich noch am 1. November. Wenn man so will zumindest ein standesgemäßes Monatsende. Blickt man allerdings in die ersten Prognosekarten für den November könnte ich ebenfalls einen Satz aus meinem letzten Rückblick hinsichtlich der Tendenz des folgenden Monats wiederholen: Die erste Novemberhälfte scheint nicht zu kalt auszufallen …

Resümee: Mit einer Durchschnittstemperatur von 8,2°C (Abweichung plus 2,0°C) belegt der Oktober 2018 Platz 12 in der Rangliste seit 1940. Gleichzeitig mit einer Niederschlagsmenge von nur 36 Litern pro Quadratmeter (Abweichung minus 59 Prozent) ein Platz im Tabellenkeller in diesem Zeitraum. 132 Stunden Sonnenschein bedeuten ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem klimatologischen Mittelwert.

Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittelwerte: Frosttage 4 (6), relative Feuchte 82 % (90), Bedeckungsgrad 62 % (73), Tage mit Nebel 16 (23), Tage mit Böen der Windstärke sechs 14 (14), der Windstärke acht 3 (4).

Rüdiger Manig,

Wetterstation

Neuhaus am Rennweg

    
    

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