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Witterungsrückblick auf den Mai 2019 … … schneit’s im Mai ist der April vorbei

NEUHAUS Endlich wieder einmal ein wirklich zu kühler Monat. Der letzte der einen solchen Auftritt hinlegte war der Februar 2018.

Foto: Rüdiger Manig  

NEUHAUS Endlich wieder einmal ein wirklich zu kühler Monat. Der letzte der einen solchen Auftritt hinlegte war der Februar 2018. Man sah es der Natur richtiggehend an wie sie durchatmete - feucht und kühl, ein leuchtendes Maigrün allerschönster Art war das Resultat dieser erfrischenden Periode. Der Mai begann zwar angenehm mild, allerdings konnte man bereits am 3. Tag des Monats dieses Adjektiv nicht mehr verwenden. Vom diesem Tag an bis zum 16. Mai stieg die Temperatur lediglich am 8. und 10. Mai für eine reichliche Stunde über die 10-Grad-Marke, das war es, der restliche Zeitraum war komplett einstellig. Durchschnittstemperatur 3,6°C, ja das war nicht sehr kuschelig und lauschig. Für die Natur hingegen sehr wohltuend, man konnte es nur immer wiederholen wenn man darauf angesprochen wurde. Bemerkenswert in jeder Hinsicht der 4. Mai, die Kaltfront von Tief WERNER II bescherte uns einen beeindruckenden Samstag. Nicht nur dass mit dem Maximum (dem tiefsten) von 2,5°C und dem Minimum von minus 2,2°C die jeweiligen Mairekorde eingestellt wurden, ein Tagesmittel (!) von minus 0,1°C wurde bisher im Mai in Neuhaus noch nie registriert. Und wenn man so will als weißes Sahnetüpfelchen 10 cm Neuschnee am Vormittag - solch eine Neuschneemenge gab es zumindest seit 1987 im Mai noch nie. An den folgenden zwei Tagen in maritimer Arktikluft noch einmal leichte Schnee- und Reifgraupelschauer, morgens leichter Frost, am Erdboden sogar unter minus 4°C. Im Anschluss daran in maritimer Subpolarluft zwar etwas milder, jedoch auch feuchter und von einem warmen Regen konnte wahrlich keine Rede sein. Vom 8. bis zum 11. Mai 47 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, ein erneuter Segen für die Natur. Es war naheliegend zu glauben, dass nach den Tagen um den 4. Mai herum die Eisheiligen 2019 abgeheftet und zu den Akten gelegt werden könnten. Ein Fehlglauben, sie kamen im klassischen Zeitraum und mit zwei weiteren Frosttagen, Tiefsttemperatur immerhin minus 1,9°C. Erstaunlicherweise hielten sich die Frostschäden in einem überschaubaren Rahmen, und glücklicherweise wurde es gleichfalls in den Tallagen auf Grund des etwas lebhafteren Windes nicht deutlich kälter. Man würde es vielleicht auf Grund der allgemeinen Erwärmung nicht vermutet haben - die klassischen Eisheiligen(tage) sind seit 1987 etwas "eisheiliger" geworden. Im Mittel um 1°C kälter, und dieser Trend setzte bereits zur Jahrtausendwende ein. Es war ja immer wieder das fatale in den letzten Jahren - der viel zu warme April verschaffte der Natur einen viel zu zeitigen und intensiven Schub, im Mai kam dann oft wieder die eisige Keule. Der 16. Mai wurde noch einmal ein richtiger Depri-Tag, kein Sonnenstrahl, Nebel, die Temperaturspanne von 1,2°C bis 3,7°C - das erinnerte stark an den Mai 1996. Neuhaus hält ja einen deutschen Wetterrekord, wenn auch keinen rühmlichen und für die Tourismusbranche üblen Rekord. 10 Tage durchgehend Nebel, bei keiner der stündlichen Wetterbeobachtungen gab es eine Sichtweite von mehr als einem Kilometer. Selbst unsere Kollegen auf dem Brocken müssen da passen, 240 Stunden in Folge können selbst sie nicht vorweisen. Nach diesem düsterem Donnerstag ging es aber bergauf. Bereits zum Rennsteiglauf verdientermaßen wohl fast optimale Bedingungen, viel Sonnenschein, Maximum 17°C, später einige Quellwolken und vereinzelt direkt über dem Kamm ein paar Regenschauer. In den beiden folgenden Tagen jeweils tagesgangbedingt ab den späten Mittagsstunden eine interessante Gewitterlage. Das sehr flache Tief AXEL (später auch auf Grund intensiver Niederschläge in anderen Teilen Deutschlands als der nasse AXEL bezeichnet) bewegte sich sehr behäbig von Süd nach Nord über Deutschland hinweg. Auf seiner Vorderseite zogen am Sonntag zwei Gewitterlinien von SW nach NW über unsere Region, am Montag dann auf seiner Rückseite direkt von N nach S, Gesamtniederschlagsmenge an diesen beiden Tagen 49 Liter pro Quadratmeter. Der Rest des Monats verlief dann mild und beschaulich - bis auf den 25. Mai, da grummelte es noch einmal ordentlich im Thüringer Schiefergebirge. Wie tags zuvor in den feinauflösenden Vorsagemodellen prognostiziert bildete sich auf die Stunde und den Ort genau - etwas südöstlich von Neuhaus - ein erstes Gewitter, welches sich dann immer wieder regenerierte, sprich "anbaute". Die Niederschlagsverteilung innerhalb kurzer Entfernung wie so oft bei diesen Lagen sehr unterschiedlich. An der Wetterstation 3 Liter pro Quadratmeter, in Steinach am Vogelsberg 15 Liter und im Kern der Gewitterzelle südlich von Gräfenthal zwischen 40 und 50 Liter pro Quadratmeter. Der Mai verabschiedete sich mit einem zum Wandern optimalen Feiertag, ein Tag für Genießer und dem Ausblick, dass sich die Großwetterlage mit Beginn des ersten Sommermonats überdies in diese Richtung umstellen wird. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,3°C (Abweichung minus 1,2°C) war es der zehntkälteste Mai seit 1940, mit einer Niederschlagssumme von 126 Liter pro Quadratmeter der zwölftnasseste in diesem Zeitraum. Die Sonnenscheindauer nur bei 127 Stunden - das sind nur zwei Drittel vom klimatologischen Mittelwert. An nur 10 Tagen schien sie länger als 5 Stunden, an 7 Tagen war sie nur für wenige Minuten oder konsequenterweise gar nicht zu sehen.

Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel: Relative Feuchte 79% (75), Bedeckungsgrad 80% (65), Tage mit Gewitter 3 (5), Tage mit Nebel 16 (14), mit Böen der Windstärke sechs 13 (11), der Stärke acht - Fehlanzeige.

Rüdiger Manig,

Wetterstation

Neuhaus am Rennweg

    
    

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