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Schalkauer Schafherde unterstützt Artenvielfalt im Grünen Band

1.500 Schafe und Ziegen weiden im ehemaligen Grenzstreifen im Landkreis Sonneberg

SONNEBERG/EMSTADT Im Auftrag des Zweckverbands "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" beweiden gut 1.

Schäfer Peter Kieslich im Gespräch mit den Vertretern der Agrargenossenschaften.   » zu den Bildern

SONNEBERG/EMSTADT Im Auftrag des Zweckverbands "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" beweiden gut 1.500 Schafe und Ziegen der Agrargenossenschaft Schalkau den ehemaligen Grenzstreifen im Landkreis Sonneberg und helfen so unter anderem bei der Pflege des Naturschutzgebiets "Magerrasen bei Emstadt und Itzaue".

Am 15. Juli 2019 luden der Landkreis Sonneberg und der von ihm mitgetragene Zweckverband "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" Medienvertreter der Region zu einem besonderen Außentermin ein. Inmitten des Grünen Bandes - genauer gesagt am ehemaligen Grenzstreifen zwischen Emstadt und Almerswind im Herzen des Naturschutzgebiets "Magerrasen bei Emstadt und Itzaue" - stellte man den Journalisten eine vorbildliche Landschaftspflegemaßnahme im Grünen Band bei der Umsetzung des örtlichen Naturschutzgroßprojekts vor. Anlass war ein dreifaches Jubiläum, nämlich zehn Jahre Zweckverband "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal", 30 Jahre Grenzöffnung und Grünes Band sowie 40 Jahre "chance.natur - Bundesförderung Naturschutz".

Innerhalb des Naturschutzgroßprojekts "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" engagieren sich die Landkreise Sonneberg, Coburg, Hildburghausen und Kronach gemeinsam, um den einzigartigen Naturraum entlang des ehemaligen Grenzstreifens im Bereich ihrer Gebietskulisse zu erhalten. Hierzu gründeten sie vor nunmehr zehn Jahren gemeinsam den gleichnamigen Zweckverband mit Sitz in Coburg. Der Verband initiiert und managt innerhalb der Förder- und Gebietskulisse gemeinsam mit Partnern aus Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz sowie in Abstimmung mit den Grundstückseignern wertvolle Einzelmaßnahmen, um die vielfältige Flora und Fauna des Grünen Bandes zu bewahren.

Die Gesamtfläche aller mit Mitteln von Staat und Naturschutzverbänden gepflegten Biotope beträgt rund 80 Quadratkilometer. Zentrale Achse ist das - in unserer Gebietskulisse - 127 Kilometer lange Grüne Band entlang der früheren Grenze. Der Landschaftsraum zeichnet sich insbesondere durch landesweit bedeutsame Kalkhalbtrockenrasen, Zwergstrauch-Heiden, alte Laubwälder, Feuchtgrünland mit strukturreichen Fließgewässern sowie naturnahe Teiche und Moore aus. Im Jahr 2018 hat der Zweckverband rund 820.000 Euro in den Natur- und Artenschutz investiert.

Eine dieser Initiativen ist der Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Magerrasenflächen im Landkreis Sonneberg durch Entbuschungsmaßnahmen und durch die Förderung der Beweidung durch Schafe und Ziegen der Agrargenossenschaft Schalkau. Unverzichtbarer Partner ist hierbei die Agrargenossenschaft Schalkau mit ihrem Schäfer Peter Kieslich. Er und seine drei Hütehunde führen die Herde, die rund 1.500 Tiere umfasst.

Bei dem konkreten Vorhaben im Naturschutzgebiet "Magerrasen bei Emstadt und Itzaue" wurden auf einer Fläche von rund 1,8 Hektar vornehmlich Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt. Die Entbuschungs- und Auflichtungsmaßnahmen begannen im Januar 2018. Das Häckseln wurde bis April 2018 durchgeführt. Die Mulchung der Flächen wurde im November 2018 weitgehend abgeschlossen. Schließlich wurde der auf den benachbarten Flächen tätige Schäfereibetrieb der Agrargenossenschaft Schalkau im Jahr 2018 vom Zweckverband beauftragt, die entbuschten Flächen mit Schafen und Ziegen zu beweiden, um den Stockausschlag einzudämmen. Im Sinne einer artenreichen Flora und Fauna werden die Flächen seitdem durch die Herde ganz natürlich "frei gehalten".

Eigentümer der Maßnahmenflächen ist die Stiftung Naturschutz Thüringen. Das Vorhaben war Teil der Maßnahmenvorschläge des Pflege- und Entwicklungsplans und des Projektantrags. Um die Durchführung der Beweidung der entbuschten Kalkmagerrasenflächen bei Almerswind sowie der entbuschten Zwergstrauchheideflächen in der Görsdorfer Heide zu ermöglichen, stellte der Zweckverband dem Agrarbetrieb zudem einen Wasserfasswagen (8.000 Liter) mit Tränkebecken leihweise zur Verfügung.

Landrat Hans-Peter Schmitz betonte bei dem Mediengespräch, dass Naturschutz und Landwirtschaft beim Grünen Band Hand in Hand arbeiten: "Unser wichtigster Grundsatz lautet seit jeher: Nichts gegen die Eigentümer und Landwirte. Es geht nur gemeinsam. Die Pflegemaßnahmen sind somit ein Gewinn für Mensch, Natur und Landwirtschaft. Einheimische wie Touristen erfreuen sich an unserer artenreichen Flora und Fauna. Genau so geht erfolgreicher Natur- und Artenschutz im Grünen Band, für den ich allen Beteiligten herzlich danke."

M. Volk

    
    

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