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Mehr Abfall auch im Landkreis

Abfall- und Wertstoffentsorgung in Zeiten von Corona

SONNEBERG Durch die zunehmenden Lockerungen nimmt das gesellschaftliche Leben wieder Fahrt auf. Doch in den vergangenen Monaten konzentrierte sich das Leben der meisten Menschen vor allem auf die eigenen vier Wände.

Die Anlieferungen von Kleinmengen aus Privathaushalten sind zum Vergleichszeitraum gar um 40 % gestiegen. Foto: LRA  

SONNEBERG Durch die zunehmenden Lockerungen nimmt das gesellschaftliche Leben wieder Fahrt auf. Doch in den vergangenen Monaten konzentrierte sich das Leben der meisten Menschen vor allem auf die eigenen vier Wände. Dementsprechend fiel mehr Abfall an. Dieser deutschlandweite Trend ist auch im Landkreis Sonneberg spürbar.

So haben viele Menschen die Corona-Zwangspause dafür genutzt, Haus und Garten auf Vordermann zu bringen. Klar, dass dabei mehr Abfall als sonst anfällt und sich zu Hause staut - angefangen bei Sperrmüll, Bauabfall, Tapezier- und Farbresten bis hin zum Grünabfall.

Das merken vor allem die Mitarbeiter der Müllumladestation in Sonneberg-Köppelsdorf, wo schon seit Wochen ein erhöhtes Anlieferaufkommen zu verzeichnen ist.

Dies stellt uns vor große Herausforderungen, so Martin Friedrich, Leiter der Müllumladestation in Sonneberg-Köppelsdorf. Tatsächlich lässt sich feststellen, dass während der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie im März/April und Mai im Vergleich zu 2019 mehr Abfall angefallen ist. Die Landkreisbewohner produzierten im Vergleichsmonat März 2020 43 t mehr Restmüll als im Vorjahr, im April sogar 75 t und im Monat Mai waren es immerhin 21 t.

Die Anlieferungen von Kleinmengen aus Privathaushalten sind zum Vergleichszeitraum gar um 40 % gestiegen.

Für die vier Mitarbeiter der Müllumladestation keine leichte Aufgabe. Sie sind verantwortlich für die Annahme der Abfälle und Wertstoffe, müssen blitzschnell erfassen, was die Kundinnen und Kunden dabeihaben und entscheiden, wo und wie diese einzusortieren sind, alle organisatorischen und wirtschaftlichen Belange lösen, Fahrzeuge einweisen und zudem auch noch aufmerksam auf Gesundheit und Arbeitsschutz achten.

Der normale Betrieb muss aufrechterhalten und zusätzliche Kontroll- und Schutzmaßnahmen getroffen werden, damit das Infektionsrisiko durch das Corona-Virus für Anliefernde und Personal so gering wie möglich gehalten wird. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Umladehalle ist Pflicht, der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen muss eingehalten werden. Vor allem in Stoßzeiten bedarf es ein hohes Maß an Übersicht, Disziplin und Souveränität.

Auch auf dem zum Gelände gehörenden Wertstoffhof herrscht geschäftiges Treiben. Während die restlichen Wertstoffhöfe und Grünabfallannahmestellen im Landkreis geschlossen hatten, war dieser durchgehend geöffnet. Unmengen an Altpapier, Gelben Säcken, Bauschutt, Altreifen und Grünabfällen wurden und werden täglich entsorgt. So kam es durch das erhöhte Anlieferaufkommen gelegentlich zu Staus oder Kapazitätsengpässen. Zeitweise standen die Autos Stoßstange an Stoßstange in einer langen Warteschlange. Einige Kunden reagierten mit Unmut auf die längeren Wartezeiten, teilweise mussten sich die Mitarbeiter "unqualifizierte Kommentare" anhören oder wurden sogar beschimpft, erzählt Harald Mönch, Leiter des Zentralen Wertstoffhofes.

Die folgenden Zahlen machen deutlich, dass sich auch auf dem Wertstoffhof eine steigende Tendenz bei den Anlieferungen abzeichnet. Im März wurden 144 m³ Grünabfälle entsorgt, dies sind 32 m³ mehr als im Vorjahr. Im Monat April waren es sogar 120 m³ und im Mai 67 m³ mehr.

Das fleißig gewerkelt wurde, zeigen die Bauschuttmengen, im April waren es 15 t und im Mai 7,5 t mehr als im Vorjahresvergleich.

Überdurchschnittlich sind die Anlieferungen von Pkw-Reifen ohne Felge aus Privathaushalten. 170 Stück mehr waren es im April und im Mai sogar 398 Stück, das entspricht 107 % mehr als im Mai 2019.

In den Monaten März bis April wurden auf der Müllumladestation 8955 Anlieferungen gezählt, im Vergleichszeitraum 2019 waren es 6937.

Hier sind die gebührenfreien Anlieferungen, wie Altpapier, Gelbe Säcke, Elektronik- und Haushaltsschrott sowie Selbstanlieferungen von Sperrmüll nicht enthalten, da diese an der Eingangswaage nicht registriert werden. In den Monaten März bis Mai 2020 waren dies ca. 150 Anlieferungen wöchentlich.

Für das hohe Maß an Disziplin und gegenseitigem Verständnis bedankt sich das Team der Müllumladestation bei allen Bürgerinnen und Bürgern. Der Umgang mit den vielen Einschränkungen im alltäglichen Leben ist derzeit eine neue Herausforderung und macht natürlich auch vor dem Thema Abfallwirtschaft nicht halt.

Mittlerweile zweifelt auch keiner mehr daran, dass die Abfallwirtschaft systemrelevant ist und bleibt.

    
    

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Wochenspiegel Thüringen-Ausgaben vom 01.08.2020

    
    
    
    

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