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Bürgerhaus, Rennsteig-Haus und Infozentrum bald unter einem Dach

Haus am Hohen Stein in Schmiedefeld

SCHMIEDEFELD Der vergangene Mittwoch war einer der Meilensteine in der Geschichte des Hauses am Hohen Stein in Schmiedefeld.

Das Haus am Hohen Stein in Schmiedefeld wird innerhalb der nächsten zwei Jahre saniert und dann multifunktional vom Keller bis zum Dach genutzt. Foto: Lemme   » zu den Bildern

SCHMIEDEFELD Der vergangene Mittwoch war einer der Meilensteine in der Geschichte des Hauses am Hohen Stein in Schmiedefeld. Und davon gab es besonders seit den 90er Jahren nicht gerade viele für das Objekt, das 1981 im Ferienort Schmiedefeld seiner Bestimmung übergeben worden war. Es diente laut Bürgermeister Marcus Clauder als Anlaufpunkt für Feriengäste, die in Privatquartieren untergebracht waren. Hier gab es Restaurants, Spielflächen oder auch eine Sauna. Um die Wichtigkeit des Hauses zu unterstreichen rückte Clauder Zahlen ins Gedächtnis, die für sich sprechen. Verzeichnet der Ort heute 35 000 bis 40 000 Übernachtungen im Jahr, waren es zu damaligen Zeiten 200 000. Mit der Wende erlebte auch Schmiedefeld den drastischen Schwund an Besuchern, das Haus sollte von der Treuhand vermarktet werden. "Doch das ist nicht gelungen", so Marcus Clauder weiter. Der Zauber des Hauses mitten im Ort verlor immer mehr seinen Glanz. "Das Objekt mit 3600 Quadratmetern Nutzfläche ist daraufhin an die Gemeinde übergegangen, die es versuchte, am Leben zu erhalten und Teilnutzungen ermöglichte." Bauhof, Touristinformation, Vereine haben sich hier wieder angesiedelt. Erhaltungsmaßnahmen wurden durchgeführt. Doch so ein richtiges Schmuckstück ist es nie wieder geworden, das zudem vom Keller bis unter das Dach voll genutzt worden wäre.

Das soll sich nun völlig ändern. Insgesamt 3,5 Millionen Euro werden investiert, damit in den nächsten zwei Jahren im sanierten Objekt Bürgerhaus, Rennsteig-Haus und Informationszentrum des Biosphärenreservates Vessertal-Thüringer Wald ihr Zuhause bekommen. Umweltminister Jürgen Reinholz hat dafür am vergangenen Mittwoch in Schmiedefeld einen Förderbescheid des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz in Höhe von 1 640 470 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung übergeben. Damit handelt es sich um das größte Einzelprojekt, das je im Rahmen der Dorferneuerung gefördert worden ist. Weitere 710 000 Euro, überwiegend aus Mitteln der Förderrichtlinie Entwicklung von Natur und Landschaft, stellt das Ministerium für die spätere Ausgestaltung des Biosphärenreservat-Informationszentrums bereit und 400 000 Euro der Regionalverbund Thüringer Wald. 900 000 Euro steuert die Kommune bei, die langfristig durch die Mietverträge gesichert werden.

Seit Jahren gibt es Gespräche, das Haus betreibbar zu gestalten. Mit der Entscheidung, ein Rennsteig-Haus an dieser zentralen Stelle und nicht wie ursprünglich ebenfalls im Gespräch, am Bahnhof Rennsteig einzurichten, war eine Hürde genommen. Das Rennsteig-Haus, angedacht im Erdgeschoss des Objektes, wird der besonderen Rolle, die Schmiedefeld nach wie vor für Sport und Tourismus besitzt, gerecht. Hier entstehen im Interesse der Service-Qualität für Gäste und Bürger des Ortes Service-Räume, Dusche, Wachs-, Umkleide- und Aufenthaltsräume, erklärte die Geschäftsführerin vom Regionalverbund, Marietta Schlütter. Damit ist ein Rennsteig-Haus von sechs insgesamt entlang des Rennsteigs, alle unterschiedlicher Coleur, auch in Schmiedefeld angesiedelt.

Planer Bernd Palme von der PGS+P Planungsgesellschaft Steiner + Palme mbH erklärte im Haus am Hohen Stein zur Fördermittelübergabe die etappenweise Fertigstellung mit Rennsteig-Haus, Eröffnung des Infozentrums und der vollen Inbetriebnahme des Hauses, die mit dem Umzug der Verwaltung Biosphärenreservat ihren Abschluss findet. Bei der Sanierung des Objektes, das nach seinen Worten mit minimalen Mitteln aber mit großem Aufwand erhalten worden ist, will man sich sehr am Bestand orientieren. "Im Rohbau bauen wir fast gar nichts um." So wird der Keller entkernt und für technische Bereiche fit gemacht. Schon das Erdgeschoss symbolisiert die gemeinschaftliche Nutzung mit Rennsteig-Haus, Infozentrum, Fremdenverkehrsamt, Büroräumen, Skiausleihe und einer angedachten Ausstellung über den Ort. Im 1. Obergeschoss werden Multifunktionssaal, Experimentierwerkstatt, Arbeits-, Aufenthalts- und Lagerbereich des Biosphärenreservates integriert sowie im 2. OG die Verwaltung Biosphärenreservat. Das Dachgeschoss bleibt den Vereinen des Ortes vorbehalten. Laut Planer Bernd Palme wird sich auch das Äußere des Objektes verwandeln und mit gebietstypischen Materialien gestaltet. Der ursprüngliche Haupteingang wird Verwaltungseingang und der jetzt genutzte, eigentliche Seiteneingang zum Haupteingang. Besonders auch hier wird sich in Material, Form und Farbe der Rennsteig widerspiegeln. Die Bürger des Ortes und Interessierte sind herzlich zur Vorstellung des Projektes am 21. Oktober, ab 19.30 Uhr, in das Haus am Hohen Stein eingeladen.

Für alle Beteiligten ist die Entwicklung des Hauses am Hohen Stein als Gemeinschaftsprojekt von großer Bedeutung für die Dorfentwicklung, für den Tourismus und für den Naturschutz, wie am vergangenen Mittwoch vor Ort mehrfach betont worden ist. "Hier wird klug investiert", ist der Umweltminister Jürgen Reinholz sicher. "Und dieses multifunktionale Gemeinschaftshaus zeigt, dass es gemeinsam besser geht. Jeder einzeln hätte all das gar nicht leisten können", sagte er zum Startschuss. dl

    
    

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