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Buchpremiere für Kleine Suhler Reihe "Polytechnischer Unterricht in Suhl"

Donnerstag, 14. Dezember, 18 Uhr, Suhl, Oberrathaussaal

SUHL Am Donnerstag, 14. Dezember, wird um 18 Uhr im Oberrathaussaal ein weiteres Heft der "Kleinen Suhler Reihe" zur Premiere kommen. Diesmal steht der "Polytechnische Unterricht in Suhl" von 1958 bis 1989 im Mittelpunkt. Autor Dr.

Produktive Arbeit (PA) beziehungsweise der Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion (UTP): Frühzeitige Berufsorientierung schon für Jugendliche war zu DDR-Zeiten ein echtes Muss. Bildquelle: Heft der "Kleinen Suhler Reihe"  

SUHL Am Donnerstag, 14. Dezember, wird um 18 Uhr im Oberrathaussaal ein weiteres Heft der "Kleinen Suhler Reihe" zur Premiere kommen. Diesmal steht der "Polytechnische Unterricht in Suhl" von 1958 bis 1989 im Mittelpunkt. Autor Dr. Gunter Dreßler war selbst jahrzehntelang in diesem Metier zu Hause, sprach mit zahlreichen weiteren Zeitzeugen, recherchierte akribisch und entriss so ein besonderes Kapitel der DDR- und der Suhler Geschichte dem Vergessen. Zur Premiere wird er Ausschnitte aus dem Heft, aber auch zahlreiche weitere Einzelheiten in Wort und Bild vorstellen.

Der sozialistische Staat in der DDR sah es als seine Aufgabe an, Schüler polytechnisch zu bilden. Schließlich trugen die Schulen nach Umsetzung einer Bildungsreform entsprechende Namen: POS, was für Polytechnische Oberschule steht. Gunter Dreßler schafft es, aus dem Gesamtzusammenhang der Bildungslandschaft jener Jahre, beginnend mit 1958, die lokale Umsetzung herauszufiltern. Er bricht die "große" Bildungspolitik immer wieder herunter aufs Lokale. Bei der Umsetzung der Aufgabe, junge Menschen an die Produktionsbedingungen der damaligen Zeit heranzuführen, waren drei Großbetriebe in Suhl federführend: das Simsonwerk (später FAJAS), das Elektrogerätewerk (EGS) und das Wohnungsbaukombinat (WBK). Wie war das damals? Wie sah ein Unterrichtstag in der Produktion aus? Und was meinten die Schüler selbst dazu?

Wie ein Mosaik fügen sich die einzelnen Kapitel zu einem Ganzen zusammen. Der Bogen spannt sich von einer vorsichtigen Anfrage des Suhler Kinderarztes Dr. Erfurth, ob das Arbeiten von Kindern in Betrieben vielleicht doch nicht so gesundheitsfördernd sei und die nachfolgende Zeitungsdebatte über die (nicht vorhandenen) Voraussetzungen für Schülerarbeit vor Ort bis hin zu den später ausschließlich von Schülern gefertigten Produkten wie die Lenkermontage der "Schwalbe" oder die Luftgewehrfertigung. Am Band im EGS gab es Schülerarbeitsplätze, beim WBK waren Schüler auf Baustellen in Suhl aktiv.

Dr. Gunter Dreßler geht auch der Frage nach, welche Chancen für eine Fortführung der polytechnischen Bildung nach 1990 bestanden. Der Autor war nach 1990 selbst noch 17 Jahre lang Geschäftsführer Bildung der Handwerkskammer Südthüringen und hat die Strukturveränderungen jener Zeit hautnah miterlebt. Vorsichtig wagt er eine Neubewertung, sodass nach der Verdammung der "Kinderarbeit" nach dem Ende der DDR nun auch positive Seiten des wirklichen Eindringens der Schüler in den Produktionsalltag bis 1989 zur Sprache kommen.

Auch dieses neue Heft Nr. 52 der "Kleinen Suhler Reihe" ist wieder reich bebildert. Neben seltenen Aufnahmen aus dem Inneren der Betriebe von damals sind auch Gesamtaufnahmen eingearbeitet sowie Gruppenbilder von Lehrern und Schülern. Den Leser erwarten interessante Einblicke in ein bislang wenig beleuchtetes Kapitel der hiesigen Geschichte.

Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel wird Dr. Gunter Dreßler am Abend des 14. Dezember selbst eine Einführung in das Buch geben und seinen Vortrag mit Bildern illustrieren, darunter etlichen, die nicht mehr im Buch Platz fanden. Das Heft ist an diesem Abend zum üblichen Preis von 7 Euro (Abonnenten 6 Euro) erstmals erhältlich und kann im Anschluss in der Galerie im CCS erworben werden. Der Eintritt zu dieser Buchpremiere zur Bildungs- und Technikgeschichte der Stadt Suhl ist frei.

(hu)/sdtv

    
    

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