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Aktivmuseum fast komplett: Trachtengruppe sagt Danke

Über LEADER flossen zum Abschluss noch einmal rund 11 800 Euro

STEPFERSHAUSEN Schritt für Schritt wurde in den zurückliegenden Jahren das Aktivmuseum in Stepfershausen aufgebaut. Das "Agathehäuschen" - wie die Stepfershäuser liebevoll sagen - wird mit Leben erfüllt.

Vereinsvorsitzende Ellen Lindner (r.) führte Gäste der Dankeschönveranstaltung durch die Räume des Aktivmuseums. Foto: LEADER  

STEPFERSHAUSEN Schritt für Schritt wurde in den zurückliegenden Jahren das Aktivmuseum in Stepfershausen aufgebaut. Das "Agathehäuschen" - wie die Stepfershäuser liebevoll sagen - wird mit Leben erfüllt. Und wieder ist ein Stück geschafft: Ein weiterer Raum ist nun fertig gestellt worden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) LEADER "Henneberger Land" und des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen. "In den letzten Jahren ist mit den Fördergeldern durch LEADER und dem Wettbewerb "Dörfer in Aktion" wirklich viel bewegt worden, was wir als kleiner Verein finanziell überhaupt nicht hätten stemmen können", sagte Ellen Lindner, die Vorsitzende der Trachtengruppe Stepfershausen. Eine Fördersumme von rund 11 800 Euro wurde über LEADER alleine 2016/2017 der Gemeinde Stepfershausen bereit gestellt. Dabei betrug der Fördersatz 60 Prozent. So konnte der einstige Heuboden in dem ehemaligen Gehöft saniert werden. Hier werden künftig Veranstaltungen stattfinden. Weil damit ein weiterer Meilenstein geschafft ist und es viele Helfer gab, hatte der Verein die Partner und Unterstützer eingeladen, um Danke zu sagen, aber auch um zu zeigen, was in den letzten zehn Jahren erreicht wurde. Ellen Lindner ließ gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und Gästen die Arbeiten von Beginn an noch einmal Revue passieren - mit Geschichten und Fotos. Einen Rundgang durchs Haus gab es ebenso.

In diesem Jahr blickte die Trachtengruppe auf 34 Jahre zurück. 45 Mitglieder hat der Verein - und die sind im Alter von 8 bis 80 Jahren. "Für den Erhalt der Traditionen und für frischen Wind ist das eine wirklich gute Mischung", sagte Ellen Lindner. "Wir sind daher unheimlich stolz, dass es seit mehr als sieben Jahren eine Kindertanzgruppe gibt, die später einmal unsere Ideen weiterführt." Und so ist auch die LEADER-Förderung eine Investition in die Zukunft, denn mit dem neuen Aktivmuseum wird nicht nur das Vereinsleben gestärkt, sondern auch das kulturelle Leben im Dorf beflügelt. Ein leer stehendes Bauerngehöft im Ortskern, das in einem schlechten Zustand war, wurde zudem erhalten und wird nun neu genutzt. In den Räumen, die bereits fertig gestellt sind, wurde ein Heimatmuseum eingerichtet. Möbel, alte Gegenstände, Haushaltsutensilien, Werkzeuge und vieles mehr berichten vom Leben aus Urgroßmutters Zeiten. Der Verein hat vieles selbst zusammengetragen und teilweise auch geschenkt bekommen. "Mit dem Heimatmuseum ging ein Wunschtraum in Erfüllung", sagt Ellen Lindner. Das "Agathehäuschen" gibt einen authentischen Einblick in die Vergangenheit. Doch es wird nicht nur ausgestellt, sondern es geht auch ganz praktisch zur Sache - so beispielsweise beim Kochen und Backen alter Gerichte oder beim Erlernen alter Handwerkstechniken. Spinnen, Stricken und Weben - all das wird lebendig gehalten. Alt und Jung kommen hier zusammen und auch syrische Flüchtlinge wurden hier integriert. Das stärkt den Zusammenhalt in dem kleinen Dorf bei Meiningen, das rund 640 Einwohner hat. Im Gemeinderat sind die Vereine vertreten. Parteiengerangel kennt man hier nicht. "Und alle Gemeinderäte engagieren sich für ihr Dorf", sagt Bürgermeister Jens Töpfer. Die Gemeinde hatte das alte, leer stehende Bauerngehöft erworben und trug den Eigenanteil für die Sanierung. Und auch der Verein legte sich ins Zeug, leistete von Anfang an unzählige Stunden. Dass es immer wieder für einzelne Abschnitte Förderungen gab, beflügelte das Engagement der Leute im Dorf. 2008 wurden über das Dorferneuerungsprogramm die ersten Arbeiten in Angriff genommen. 2011 begann der Ausbau des Museums durch die erfolgreiche Teilnahme am LEADER-Wettbewerb "Dörfer in Aktion". Mit den Geldern aus LEADER wurden nun der Ausbau des alten Heubodens sowie Elektro-, Zimmerer- Putz- und Fußbodenarbeiten finanziert. Auch Spenden halfen in all den Jahren mit, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Heimische Handwerker waren ebenso engagiert - und nicht zu vergessen die Vereinsmitglieder selbst. "Viel Schweiß und Herzblut sind da bei jedem Einzelnen geflossen", so die Vereinschefin Ellen Lindner. "Vielen, vielen Dank dafür an alle." Doch ein paar Wünsche bleiben noch offen. So muss in den Raum, der Handwerk und Gewerbe gewidmet ist, noch einiges getan werden.

Seinen Namen hat das heutige "Agathehäuschen" von der einstigen Bewohnerhin Agathe Kleffel. Die Ältesten im Dorf kennen sie sogar noch, waren hier sogar einst in der Spinnstube. Und so könnte es wohl nicht besser passen als genau hier mitten im Ort die eigene Geschichte zu bewahren, die Generationen zusammen zu bringen und gemeinsam im Dorf in die nächsten Jahre zu bestreiten.

Viele Teilziele aus der LEADER-Entwicklungsstrategie "Henneberger Land" werden hier verwirklicht - getreu dem Leitsatz "Gemeinsam WERTE schätzen und WERTE schöpfen". Dies war Voraussetzung für eine Förderzusage. (sch)

    
    

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