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Biathlon-Urgestein feierte 80. Geburtstag

Benshäuser Roland Schmidt - "Birx" - maßgeblich am Gelingen des Oberhofer Biathlon-Weltcup beteiligt

OBERHOF Die Familienfeier hat Roland Schmidt verschoben. Denn seinen Geburtstag feierte der Benshäuser, wie jedes Jahr, beim Biathlon-Weltcup in Oberhof. Das ist er gewohnt, und dem stimmt auch seine Frau Regina zu.

Roland Schmidt (r.) hilft aktiv an der Strecke. Foto: WSRO-Skisport  

OBERHOF Die Familienfeier hat Roland Schmidt verschoben. Denn seinen Geburtstag feierte der Benshäuser, wie jedes Jahr, beim Biathlon-Weltcup in Oberhof. Das ist er gewohnt, und dem stimmt auch seine Frau Regina zu. "Wenn die Chemie zu Hause nicht stimmen würde, wäre das gar nicht möglich. Dann hätte ich das nicht all die Jahre machen können", sagt er. Gratulanten gab es genug in der Skiarena und an der Strecke: Der langjährige Streckenchef wurde am 6.1. 80 Jahre alt. Roland Schmidt ist eines der Urgesteine, ohne die der Biathlon-Weltcup nicht über die Bühne geht. Die meisten Helfer rufen ihn aber nicht beim Namen, der Benshäuser hört auf den Spitznamen "Birx". Der stammt von seinen Vorfahren. "Aus siebter, achter Generation. Sie haben in dem kleinen Dorf Birx in der Rhön gewohnt", erklärt Roland Schmidt.

Seit 40 Jahren dabei

Seit 1978, also seit genau vierzig Jahren, engagiert er sich für den Wintersport. Noch vor den ersten Oberhofer Skispielen 1983 legte er die Prüfungen als Wettkampfrichter ab und war als Helfer am Schießstand eingesetzt. Danach zeigte er sich für mehrere Jahre als Stadionchef verantwortlich. 2000 übernahm er schließlich den Posten als Streckenchef und war für die Präparierung der Runde zuständig. Auch während der WM 2004, dem bisherigen Höhepunkt des Biathlon-Sports am Grenzadler. Erst 2008 übergab er seinen Job an Jens Weigel. Aus Altersgründen. "Irgendwann muss man auch mal aufhören und die Jugend übernehmen lassen", sagt der 80-Jährige. Seine Liebe zum Biathlon hat er an seine Nachfahren weitergegeben. Sein Sohn Olaf ist seit vielen Jahren Chef des Teamareals, Enkel Franz ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Helfer dabei.

Tatkräftige Unterstützung

Dem Streckenkommando um Mario Bednarzik steht der Benshäuser aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. "Ein bisschen Schneeschaufeln", sagt Roland Schmidt und winkt ab, als wolle er seine Leistung kleinreden. Aber noch kurz vor dem ersten Rennen am Donnerstag war er dabei, um die letzten Arbeiten an der Henkel-Schleife zu erledigen. Das Holzschild, das auf den Namen des steilen Streckenabschnitts hinweist, stammt sogar aus seinen Händen. "Ich will keine großen Wellen schlagen. Ich backe kleine Brötchen", betont der 80-Jährige. Ins Rampenlicht zieht es ihn nicht, obwohl - oder gerade weil - die Medien immer mal wieder anklopfen. Zu seinem Geburtstag hat ihm die ARD, die den diesjährigen Weltcup überträgt, einen Beitrag gewidmet.

Gefragt ist er auch bei den Weltcup-Organisatoren. Auf Roland Schmidts langjährige Expertise will in Oberhof freilich niemand verzichten, gerade bei den schwierigen Wetterbedingungen und der Mischung aus Nebel, Regen, Schnee und Wind. Früher, sagt Roland Schmidt, war die Präparierung der Strecke einfacher. "Da hat Frau Holle einmal ihre Betten ausgeschüttelt und gut war. Heute ist es oft eine Zitterpartie", sagt er. Neben seiner ehrenamtlichen Arbeit bei den Weltcups engagiert er sich für den Nachwuchs im TSV 1883 Benshausen, Abteilung Wintersport. Mit den Sportfreunden des Vereins hat er im Ehrenamt zwei kleine Schanzen hergerichtet, auf denen die jungen Sportler trainieren können. Zudem ist der gelernte Werkzeugmacher als Wegewart rund um sein Heimatdorf Benshausen aktiv. Das Wandern zählt zu seiner Leidenschaft, am liebsten läuft er mit seiner Frau in der Heimat, im Thüringer Wald. Aber nicht nur sein Engagement, das ihn über die Jahre fit hielt, macht ihn über die Grenzen seines Dorfes im Landkreis Schmalkalden-Meinungen bekannt. Auch Fans, die nicht aus dem Freistaat stammen, haben schon von ihm gehört. Denn auf der Oberhofer Runde ist ein Streckenabschnitt nach ihm getauft: Der Birxsteig, einer der steilsten und dank der zahlreichen Fans auch lautesten Berge im Biathlon-Zirkus.

Neue WM als Ziel

Entstanden ist der Name im Zuge des Neubaus des Stadions. "Im alten gab es einen Hans-Herbert-Anstieg. Mit dem Umbau wurden Teile des neuen Schießstandes auf ihn gebaut. Ein neuer Anstieg musste her", erinnert sich Roland Schmidt. In einer Nacht- und Nebelaktion seien Bäume gefällt und Erdmassen aus dem Stadion zu einem neuen Anstieg aufgefüllt worden. Ein Engagement, das sich für den früheren Volkssportläufer lohnen sollte. Der neue Berg, an dem selbst austrainierte Athleten wie Laura Dahlmeier oder Martin Fourcade auch heute noch ihre Puste verlieren, wurde schließlich nach ihm benannt. "Das war eine große Ehre für mich", sagt der Mann aus Benshausen. Seinem Spitznamen macht er auch heute alle Ehre: Wenn er die Verfolgungsrennen am Birxsteig, an 'seinem' Berg, verfolgt - und seinen Geburtstag feiert. Wie lange er noch dabei sein will? "Solange ich gesund bin", sagt er, "aber eine WM 2023 wäre schon ein schönes Ziel. Zumindest als Ehrengast."

Susann Eberlein/red

    
    

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